Regenbogen

Energy flows where attention goes

Das sagen die Kahunas – die hawaiianischen Schamanen: Energie fließt dorthin, wo die Aufmerksamkeit liegt. Dies klingt im ersten Moment vielleicht esoterisch oder gar seltsam. Doch am Ende haben sie recht, die Schamanen. Warum auch nicht – stützen sie sich doch auf Jahrtausende alte Erfahrungen. Diese sind Teil des Achtsamkeitstrainings, mit dem ich mich in letzter Zeit näher beschäftige.

Den Begriff der Achtsamkeit kennt man vor allem aus dem Buddhismus. Aber auch andere Religionen kennen sie – diese Form der geistigen Zentrierung.

Kurz auf den Punkt gebracht geht es darum, den Geist, der eigentlich wie ein Affe umherspringt und immer neue Gedanken produziert, in eine zentrierte Bahn zu lenken. Gedanken springen in die Vergangenheit, sie springen in die Zukunft – dabei ist es nur das Jetzt, was wirklich zählt. Dieser eine Moment, in dem man gerade etwas tut. Das ist das wirkliche Leben, denn nur hier können wir etwas verändern.

In der Vergangenheit steckt die Wehmut, in der Zukunft die Angst.

So ist es zumindest oft. Wenn man sich die Entwicklungen unserer Zeit anschaut, die katastrophalen Folgen des Klimawandels und anderer Umweltzerstörungen sieht, kann einen wirklich angst und bange werden. Man kann ignorieren, resignieren oder gar panisch reagieren.
Wenn man sieht, wie die Staaten aufrüsten und sich auf neue Kriege vorbereiten, kann man sich fürchten.
Und selbst im Kleinen ist die Sorge allgegenwärtig: Bleibe ich gesund? Was bringt die Zukunft für meine Familie? Viele leiden unter ständiger Angst um den Arbeitsplatz in einer Welt, in welcher der einzelne Mensch nichts mehr wert zu sein scheint.

All das produziert Angst, Stress, wir hadern gedanklich mit uns selbst, mit unserer Vergangenheit, unserer Zukunft. – Und verpassen dabei das, was am wichtigsten ist:
Jeder einzelne Moment im Leben, der jeweils alles bedeutet.

Einfach Achtsamkeit trainieren

Die Achtsamkeit kann man ganz leicht trainieren, indem man sich auf etwas konzentriert, was uns immer gegenwärtig ist:

Der Atem

Man schließt die Augen an einem ruhigen Ort, sitzt entspannt, und konzentriert sich auf den Atem, ohne ihn steuern oder bewerten zu wollen. Man beobachtet nur. Kommen Gedanken auf, benennt man sie kurz und lässt sie dann wieder davon treiben, wie eine Wolke am Himmel. Dann kehren wir wieder zurück zum Atem.

Der Körper

Eine weitere Möglichkeit bietet unser gesamter Körper:
Für den Bodyscan setzen wir uns entspannt hin, die Füße haben vollen Bodenkontakt. Dann schließen wir die Augen und konzentrieren uns auf die Füße und ihre Empfindungen. Spüren wir den Boden unter ihnen? Wir spüren in dieses Empfinden hinein. Dann wandern wir weiter in die Beine und Oberschenkel, spüren nach, was wir dort empfinden. Wie fühlt sich die Sitzfläche des Stuhls an? Wir gehen weiter in den Bauch, den Brustkorb, die Schultern, Arme und Hände, bis in jeden einzelnen Finger. Und dann wieder zurück, hinauf in den Hals, den Kopf, das Gesicht, die Augen, die Nase,…
Auch hierbei schicken wir Gedanken wieder auf die Reise, falls sie auftauchen und uns ablenken.

Fünf Minuten pro Tag reichen zunächst jeweils für beide Übungen aus und wichtig sind zwei Dinge:
Nicht bewerten und nicht verändern!
Das gilt für die Atmung genauso wie für den Bodyscan.

Muster erkennen

Die Atmung und den Körper einfach nur beobachten und nachspüren. Dies hat mit der Zeit mehrere Effekte:

Durch die Konzentration auf eine Sache erreichen wir, dass unser Denken klarer und ruhiger wird. Und durch die Beobachtung erkennen wir zugleich, welche Gedanken da eigentlich den ganzen Tag durch den Kopf wuseln. Das sind sehr viele! Denn 80 % des Denkens läuft unbewusst ab, nach festgefahrenen Mustern und Strukturen.
Diese entstanden zum großen Teil aus Erfahrungen, die wir im Kleinkindalter gemacht haben.

Sind es positive oder negative Gedanken, die uns da im Laufe der Übungspraxis bewusst werden? Erst wenn man näher hinschaut wird einem klar, welche Muster sich im Laufe der Jahre entwickelt haben.

Und genau hier kommen die hawaiianischen Schamanen wieder ins Spiel:
Die Aufmerksamkeit, die wir einer bestimmten Sache widmen, bindet unsere Energie.
Wenn bestimmte Denkmuster Emotionen wie Angst, Wut, Neid, Gier, Hass oder Resignation begünstigen, werden wir irgendwann von diesen Gedankenmustern und Emotionen beherrscht. Sie bestimmen unser Leben.
Und je öfter wir nach bestimmten Mustern handeln, desto mehr ändert sich tatsächlich unsere Gehirnstruktur. Neuronale Netze bilden sich um und verstärken diese bestimmten Denkstrukturen.

Es gibt eine Metapher, die diesen Zusammenhang am besten darstellt.
Ein alter Indianer erzählt seinen Enkeln: „Im Herzen des Menschen kämpfen zwei Wölfe. Einer ist egoistisch, wütend und gierig. Der andere ist einfühlsam, herzlich und gütig.“
Darauf fragt einer der Enkel „Und wer von ihnen gewinnt am Ende?“
„Immer der, den Du fütterst“, antwortet der Alte

Mit zunehmender Übungspraxis wird mir immer bewusster, was zuvor unbewusst in meinem Geist vorging. Und wenn ich mich frage, welchen Wolf ich denn füttern möchte, entscheide ich mich ganz klar gegen jenen der Resignation, Angst und Wut.
Und wenn ich das nächste Mal dann wieder einen Bericht über brennende Wälder in Sibirien sehe, oder draußen in meinem Garten die vertrockneten und vom Borkenkäfer getöteten Bäume, dann…
…pflanze ich einfach einen neuen Baum, Blumen und mache mir Gedanken, was ich jetzt konkret im Moment für eine bessere Welt beitragen kann… 😊

 

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