Viele schöne Augenblicke!

Nun ist es soweit. 2022 steht kurz vor dem Abschluss. Ich wünsche allen einen guten Rutsch in ein glückliches, gesundes und erfülltes Jahr 2023. „Leute, wie die Zeit vergeht.“ – das hört man in diesen Tagen wieder vermehrt. Doch vergeht sie wirklich, oder sind wir das?

Natürlich vergeht die Zeit. Ganz klar: Ein Blick auf die Uhr, auf den Kalender, auf den Sonnenstand, die Mondphasen, die Wanderung der Planeten an unserem Himmel. An all dem kann man erkennen, dass die Zeit vergeht. Auch an den Jahreszeiten.

Aber ist das wirklich das Maß aller Dinge? Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre – ein Menschenalter?

Was machen denn da die armen Eintagsfliegen oder Mäuse. Wie schnell ihr Leben vorüber ist – in unseren Maßstäben gemessen. Die müssten doch heulend dasitzen und bedauern, wie schnell ihre Existenz endet. Machen sie aber nicht. – Zumindest habe ich sie noch nicht dabei erwischt…

Nun könnte man sagen, die Tiere haben ja kein höheres Bewusstsein, ihnen ist nicht klar, dass sie irgendwann sterben werden. Könnte man sagen – wissen kann man es nicht.
Denn fragen konnte die vermeintlich allwissende „Spezies Mensch“ dann doch noch kein Tier. Und ich glaube, die Menschheit will diese Fragen erst gar nicht klären. Sonst könnte sie nämlich nicht rechtfertigen, wie sie mit fühlenden und denkenden Wesen umgeht, wie sie Nutztiere behandelt, oder auch Wildtiere und teils Haustiere. Leichter ist es, wenn man sagen kann: Das spürt ja eh nix, ist sich seiner Existenz nicht bewusst.

Wenn ich meiner Katze ins Auge schaue (sie hat nur eins), kann ich dieses angeblich fehlende „Bewusstsein“ jedoch beinahe greifen. Sie ist kein Ding, sie ist ein Jemand. Ganz klar!

Cindy Auge
Und da frage ich mich manchmal, wie sie wohl mit dem Wissen umgehen würde, dass sie „nur“ maximal zwanzig Jahre alt wird. Zwanzigmal Silvester (sie hasst das Geböller und Geheule – nicht nur sie), zwanzigmal dieser komisch bunte Baum in der Bude, zwanzig Sommer und zwanzig Winter erleben.

Wenn ich sie dann aber dasitzen sehe, wie sie so vor sich hinblickt und – in sich versunken – ganz klar den Moment genießt, wird mir bewusst: Sie hat vielleicht nicht so viel Zeit wie ein durchschnittlicher Mensch, aber sie erlebt sie sehr intensiv.

Wir leben mit der Uhr, mit dem Kalender, mit dem geplanten Urlaub, den drei Tagen Weihnachtsfest, den fünf Tagen pro Woche arbeiten und zwei Tagen Wochenende, Silvester und Neujahr. Und immer mehr ist verplant.
Wir rennen der Zeit hinterher, und je mehr wir das tun, desto schneller vergeht sie.
Meine Katze lebt im Moment. Sie denkt ganz augenscheinlich nicht darüber nach, was morgen sein könnte, ob ihr Napf dann immer noch voll ist, und sie denkt auch wahrscheinlich nicht, was vor drei Wochen geschah und ob sie die Maus vielleicht mit einer anderen Taktik eher hätte fangen können. Hat sie Lust auf Futter, setzt sie sich vor den Napf, genießt ihr leckeres Futter, lässt sich dabei auch nicht stressen. Und wenn sie später spielt, dann spielt sie, und überlegt sich nicht gleichzeitig, was der Kater draußen (ein reiner Freigänger) jetzt wohl macht und ob er es wagt, eine ihrer markierten Äste dreist ebenso mit Duftmarken zu versehen. Nein – wenn sie spielt dann spielt sie, wenn sie frisst, dann frisst sie, wenn sie schläft dann schläft sie, und wenn sie eine Maus fängt, dann fängt sie sie.

Cindy im Moment

Ja, sie lebt sehr oft im Moment. Man sieht ihr das an. Und somit lebt sie vielen einzelnen Augenblicken – in der Gegenwart. Etwas, das dem „getakteten“ Menschen heute oftmals fremd geworden ist.

Wie ich darauf komme, mir darüber Gedanken zu machen? Ich meditiere seit einiger Zeit jeden Abend. Und gleichzeitig mache ich Achtsamkeitsübungen. Man kann damit seinen Geist sehr gut fokussieren, man lernt wie es ist „im Moment“ bewusst zu sein – und wenn es nur für einen kurzen Augenblick ist. Man lernt zu sehen, wie es so eine gewöhnliche Katze offenbar natürlicherweise macht.
Und man fragt sich deshalb irgendwann: Sind eigentlich die Tiere jene unterentwickelten Wesen ohne Bewusstsein? Oder sind wir es, die einfach eine ganz natürliche Technik dem zivilisatorischen Fortschritt geopfert haben: Das Leben im Hier und Jetzt

In diesem Sinne: Viele schöne Augenblicke im neuen Jahr!

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2 Gedanken zu “Viele schöne Augenblicke!

  1. Ich glaube, ich bin dir gerade versehentlich entfolgt, das wollte ich gar nicht! Stattdessen wollte ich dir alles Liebe und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen! 🐱🍹🍾🌈

    Mach weiter so und hab einen schönen Abend- Bis bald in 2023! VVN

    Gefällt 1 Person

  2. Wunderbare Gedanken wunderbar zusammengefasst! Wir sollten alle viel öfter Innehalten. Das würde uns befähigen zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Statt dem Anhäufen und Ausgeben hinterherzurennen, würden wir vielleicht auch deutlicher erkennen, mit welch wunderbaren Mitlebewesen wir diesen Planeten teilen dürfen, und uns mehr darum kümmern, sie nicht weiter der Zerstörung preiszugeben.

    Auf viele, viele Augenblicke im Hier und Jetzt in 2023!
    Und einen Krauler an deine Katze, der Königin des Augenblicks ;-).

    Gefällt 1 Person

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