Frohe Weihnachten

Ist das nicht verblüffend? Die Geschichte der Geburt eines einzigen Menschen hat die Welt verändert. Und hat dazu geführt, dass heute Milliarden Menschen auf der Erde dieses eine Ereignis feiern. Jahr für Jahr – an Heiligabend und in den folgenden Tagen.

Und natürlich wünsche ich euch erst mal allen ein frohes, besinnliches und erholsames Weihnachtsfest.

Weihnachten ist für mich ein Grund, heute auf das Jahr zurück zu blicken.
Und, nein: Ich möchte jetzt weder über Krieg noch irgendwelche Viren schreiben, nicht über die Fußball-WM im Unrechts-Staat, über hohe Gas-Preise oder irgendwelche Weltuntergangs-Szenarien. Darüber wird genug geredet. Und besser wird’s davon auch nicht.

Nein, heute möchte ich einen kleinen Rückblick auf die Arbeit unserer Naturschutzgruppe Bodenheim werfen. Manche kennen sie schon, und für alle anderen: Uns gibt es seit 3 Jahren, wir sind 12 Leute, und ziemlich aktiv.

Da ist z.B. das Steinkauz-Schutzprojekt, bei dem es auch in diesem Jahr wieder Nachwuchs gab.

Junger Steinkauz beim Beringen

Außerdem haben wir vor zwei Jahren die Patenschaft für eine öffentliche Grünfläche übernommen. Sie hat sich richtig gut entwickelt. Auf 290 Quadratmetern richteten wir mehr und mehr Lebensräume ein: Das „Naturhotel“ mit Wildbienennisthilfen, Igel-Überwinterungskasten und Nischenbrüter-Nistkasten. Eine Trockenmauer mit Steinstrukturen für Eidechsen. Ein Totholzhaufen, ein Wildstaudenbeet, ein Sandarium und ein Frühblüher-Bereich, aber auch genügend Wildwuchs-Zonen. Wir haben einen Baum gepflanzt, einen Magerbereich eingerichtet, zusammen mit einer Sumpfzone und einer Kräuterspirale. Zuletzt entstand ein Klimabeet, über das ich hier demnächst noch einmal näher berichte.

 

Mehr zu unserer Fläche findet man auch unter www.mehrnatur.wordpress.com

Binnen verblüffend kurzer Zeit fanden sich viele Tier- und Pflanzenarten ein. Über 120 konnten wir dieses Jahr zählen, und das waren sicher noch nicht alle. Sogar bedrohte Arten tauchten auf, wie die Kornrade, der Gartenschläfer und der Feld-Sandlaufkäfer.

 

20220924_135106

gartenschlaefer5

 

Wir haben außerdem noch eine Wildbienen-Nisthilfe auf der Fläche eines Winzers eingerichtet, mitten in den Weinbergen, die inzwischen sehr gut angenommen wird.

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Und auch Vogel-Nistkästen, inkl. einer Steinkauz-Niströhre, haben auf einer weiteren Fläche des Winzers ihren Platz gefunden.

Außerdem haben wir eine Wildbienen-Nisthilfe auf einer Wiese hinter dem Caritaszentrum in der Gemeinde aufgestellt. Gebaut wurde sie auf Grundlage eines Eichenholz-Weinfassbodens, und entstand als Abschlussaufgabe meiner Ausbildung zum BUND-Wildbienenbotschafter.

Fürs nächste Jahr steht ein gemeinsames Projekt mit dem BUND und unserer Grundschule an. Wir arbeiten an der Einrichtung eines Saatgut-Automaten, zusammen mit der Caritas, und auch auf der Fläche wird es noch einiges neues geben.

Dieses Jahr erhielten wir sogar eine Auszeichnung für unsere Fläche und das Wildbienenfass bei der Caritas durch die „Stiftung Mensch und Umwelt“ im Zusammenhang mit dem Pflanzwettbewerb von „Deutschland summt“, worüber wir uns sehr gefreut haben.

bienen-statue

Sicher, wir retten damit nicht die ganze Welt. Aber viele kleine Welten vor unserer Haustür schon.

Und wenn mir dann wieder Menschen unterkommen, die sagen: Ach was, man kann doch eh nichts ändern. Das ist eben so, die Welt ist schlecht, die Welt ist überbevölkert, „die da oben“ müssen was tun,…
Wenn ich diese Menschen höre, die glauben, als Einzelner kann man nichts ändern, denen rufe ich zu: Man kann als Einzelner alles ändern, indem man sich mit anderen Einzelnen zusammentut. Daraus – und nur daraus – kann etwas Großes und Gutes entstehen. Woher soll sonst die Veränderung kommen, wenn nicht vom Einzelnen? Das zeigt die Geschichte sehr gut.

Und auch die Natur macht es uns vor: Ein einzelner Wassertropfen ist nichts – doch viele davon bilden Wolken, Seen, Flüsse, Ozeane. Erst aus vielen einzelnen Bäumen entsteht ein Wald, viele einzelne Zellen bilden einen Organismus. Aus vielen einzelnen Eiskristallen entsteht eine Schneedecke, aus viele Bodenlebewesen eine fruchtbare Erde. Und viele einzelne Bakterien bilden erst eine gesunde Darmflora.

Eiskristalle
Eiskristalle

v

Einzelne Vögel fliegen im Schwarm viel sicherer und kommen ihrem Ziel näher – sei es beim Zug in den Süden oder einfach im Lebensraum zum Schutz vor Räubern. Auch Fische schwimmen in Schwärmen durchs Wasser, um ihr Ziel zu erreichen. Elefanten sind in Herden erst wirklich stark, wie viele andere Herdentiere auch. Aber alles steht und fällt mit dem einzelnen Individuum, im dem einzelnen Teil des Ganzen.

Kraniche V-Formation

Hinter all dem steht ein System, eine universelle Ordnung, eine Idee, oder eine Magie, mit der sich Einzelne verbinden und somit zu etwas Großem werden. Die Natur handelt so seit Milliarden von Jahren. Doch ein Teil der Menschheit hat dieses Prinzip noch immer nicht verstanden.

Gemeinsam sind wir stark, und gemeinsam können wir etwas ändern.
Unsere einzelnen Aktionen helfen auf kommunaler Ebene, aber wenn es anderswo auch Menschen gibt, die sich mit anderen zusammentun und auf ihrer kommunalen Ebene etwas verändern (und die gibt es), entsteht daraus irgendwann zwangsläufig eine Art Netzwerk. Wenn nicht zwischen den Gruppen, dann aber sehr wohl zwischen den Tieren und Pflanzen. Es entsteht ein Austausch von DNA, ein Austausch von Pflanzensamen und Tieren.
Und wenn dann alles gut läuft, entsteht sogar ein Austausch an Ideen zwischen den menschlichen Gruppen.

Ein Einzelner kann nichts verändern? – Doch indem er sich entscheidet, mit anderen „Einzelnen“ zusammen etwas auf die Beine zu stellen.

Es waren immer Einzelne, die etwas verändert haben, die etwas revolutioniert haben. Nur durch sie entstehen Bewegungen.

So hat ein Einzelner  vor über 2000 Jahren Licht in diese Welt gebracht. – Zugegeben, es war Gottes Sohn. Aber dieser Funke der Hoffnung und der Veränderung steckte eben nicht nur in diesem einen Kind in der Krippe. Er übertrug sich auf seine Anhänger.

Ein solcher Funke der Hoffnung und Veränderung kann letztlich in jedem von uns stecken!
Und wer zulässt, dass er wächst, dass er für etwas Positives „brennt“, kann dann auch in anderen ein Feuer entfachen.

Also: Lasst uns alle ein Licht anzünden, eine Flamme der Hoffnung in die Welt tragen, die dem pessimistischen, trüben Mainstream an Meldungen und Untergangsphantasien etwas entgegensetzt.

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7 Gedanken zu “Frohe Weihnachten

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