Schreie im Wald

Es ist heiß, viel zu trocken und ich war die letzten Urlaubstage meist erst später oder im Wald unterwegs, da ich diese Hitze nicht mag, und sie auch nicht vertrage. Trotzdem konnte ich einiges entdecken: Verblüffend schnelle und wendige Tiere, singende Chöre, Tiere die mit den Händen fliegen und den Ohren sehen. Und dann auch noch zur Krönung: Ein schreiendes Phantom im Wald.

Das wendige Tier tummelte sich in meinem Sandarium. In einem meiner letzten Beiträge hatte ich über einen seiner Artgenossen berichtet, der eine Spinne fing. Hier konnte ich beobachten, wie dieses Insekt eine Niströhre im Sand grub. Und eines vorweg: Es ist kein Zeitraffer, die Wespe war so schnell!

Vermutlich, aber genau kann ich es nicht sagen, handelt es sich um eine Wegwespe der Gattung Episyron. Diese fängt Spinnen aus den Familien der „Echten Radnetzspinnen“ und „Wolfsspinnen“ und verfüttert sie an ihren Nachwuchs. Dieser frisst dann die gefangene Spinne auf und entwickelt sich so.
Ist es nicht verblüffend, wie sie hier die Holzstückchen und den Kern derart platziert, dass der Sand nicht mehr nach rieselt? Und das in diesem Tempo…

Beim Gießen auf der Patenschaftsfläche unserer Naturschutzgruppe konnte ich diesen Grashüpfer beim Gesang filmen. Bei ihnen singen nur die Männchen, um ihr Revier abzustecken und gleichzeitig auch zu Balzen.

Und hier noch weitere Fotos einiger Heuschrecken auf der Fläche, die im Chor zirpten.

Grünes Heupferd
Grünes Heupferd

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Die Tiere haben die Ohren an den Vorderbeinen und nehmen so den Gesang wahr.

Andere wiederum sehen mit den Ohren und fliegen mit den Händen. Die Rede ist von den Fledermäusen. Die Begehung eines Tansekts in meiner Gemeinde, die ich monatlich für den NABU durchführe, findet eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang statt. Das kam mir jetzt bei der Hitze gerade richtig, denn hier hatte es gut abgekühlt.

Fledermäuse an der Lindenallee neben dem Friedhof
Fledermäuse an der Lindenallee neben dem Friedhof

Während ich in der Gemeinde die üblichen Verdächtigen (Zwerg- und Mückenfledermäuse) mit dem Detektor identifizieren konnte, wollte ich nun aber auch mal schauen, ob hier noch was anderes flattert. So ging ich ins Lörzweiler Wäldchen.

Im Wäldchen bei Tag
Im Wäldchen bei Tag
Vorm Wäldchen in der Abenddämmerung
Vorm Wäldchen in der Abenddämmerung…

Ich war also drauf und dran ins Wäldchen zu gehen, einfach um zu sehen, was dort noch alles flattert. Doch dann das:

Es war schon sehr gruselig und mir kamen alle Tiere in den Sinn, nur nicht das, was es am Ende tatsächlich war. Ein Wolf mit Stimm-Schwierigkeiten? Ein verletzter Hund? Und wie rufen eigentlich Wildschwein-Eber, um Eindringlinge zu warnen…?

Nein, das war mir dann zu heikel. Also gings an den nahen Angelweiher. Dort war es geschützter, und er war deutlich entfernt von diesem rufenden Phantom im Wald.

Am Tag sieht der Fischweiher so aus:

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Aber auch nachts hat er seinen Reiz. Das finden wohl auch die Fledermäuse. Denn neben Mücken- und Zwergfledermäusen könnte hier auch ein Großer Abendsegler und eine Langflügel-Fledermaus dabei gewesen sein. Da die Rufe aber nicht eindeutig waren, kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen.
Aber sich bleib dran…

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