Das ist das Ende…

…sagte die Raupe. Das ist der Anfang – sagte der Schmetterling. Das Zitat stammt wohl von Laotse. Und irgendwie scheint es mir ganz passend zu meinem heutigen Post und zu meinem Empfinden der momentanen Zeiten zu sein.

Vieles steht am Scheideweg, vor dem Umbruch. Es beginnt offenbar eine neue Zeit. Eine, die mit viel Unsicherheiten behaftet ist, aber auch mit Chancen und Hoffnungen. So wie der Frühling.

Da baute ein Staren-Paar sein Nest unter meinem Hausdach. Alles schien ideal zu laufen, die Jungen begannen vor kurzem zu piepen, die Elterntiere flogen mit Futter herbei. Und dann plötzlich: Ein Turmfalke stürzt sich auf den Eingang zum Nest, versucht die Jungen zu packen. Schafft es aber zum Glück nicht, sie sitzen zu tief drin. Doch dann, ein Tag später, war wohl etwas vorgefallen, ein Junges rief aufgeregt und laut. Aber keiner kam. Seine Geschwister konnte ich gar nicht mehr hören. Nur noch dieses eine. Und sein Ruf wurde auch nach und nach leiser. Nun konnte ich natürlich keine Hebebühne anfordern und das das Dach abdecken, um den kleinen Vogel in Not zu retten. Ich musste einfach zusehen und zuhören, wie er immer schwächer rief. Das fiel mir echt schwer, denn ich hörte ihn, wenn ich da im Homeoffice saß und das Fenster offen hatte.
Und gerade, als ich dachte, das ist sein Ende geschah das Unglaubliche: Ein echter Super-Star tauchte auf und erkämpfte sich, trotz erneuten Attacken des Turmfalken, der offenbar noch immer das Nest im Blick hatte, den Weg zum Nest. Mehr noch: Es tauchten drei weitere Stare auf, das sind die im Titelfoto. Sie setzten sich in den Baum in der Nähe und flogen dem, im Walnussbaum sitzenden Falken um den Schnabel. Sie imitierten verschiedene Rufe, so wie es Stare eben tun, auch den Ruf eines Falken und eines Steinkauzes. Und angesichts dieses Konzerts, schien der Falke so abgelenkt, dass einer des Staren-Paares plötzlich mit einem dicken Wurm angeflogen kam, und den Nachwuchs wieder fütterte.

Star im Anflug aufs Nest im Dach

Und es begannen plötzlich auch wieder mehrere Küken zu rufen. So läuft es nun wieder seit vier Tagen, die Brut scheint gerettet, und der Falke scheint es aufgegeben zu haben.

Nun weiß ich natürlich nicht, ob das Verhalten der anderen Stare auf Empathie, Solidarität oder gar ein grundsätzlichen Auflehnen gegen den Greifvogel zurückzuführen ist. Oder ob sie einfach nur dasitzen und singen, unabhängig von der Not dieses einen Paares. Aber es ist grundsätzlich egal. Sie haben dem Turmfalken ordentlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und das ist, denke ich, die Hauptsache. Denn es zeigt: Oft siegt das Gute gerade dann, wenn man gar nicht damit rechnet.

Gut war auch heute mein Tag.
Heute Morgen war ich bei einer tollen Bioland-Staudengärtnerei und habe dort noch einige Pflanzen für meinen Garten geholt. Wir von der Naturschutzgruppe Bodenheim hatten dort für unsere Grünpatenschafts-Fläche ebenso Pflanzen besorgt und sind sehr zufrieden. – Welche für unseren Schmetterlingsbereich, aber auch für die Kräuterspirale.

So kaufte ich für mich Sand-Thymian, Steppen-Salbei, Wiesen-Flockenblumen, Wundklee und Karthäusernelken, sowie Heidenelken für die Einrichtung meines Schmetterlingsbereichs im Garten. Und als Zugabe bekam ich noch einen „Blinden Passagier“ mit dazu.

Marienkäfer-Larve
Ein Blattlaus-Löwe – die Marienkäfer-Larve

Die Käfer-Larve sitzt hier auf dem Blatt einer meiner Zitrus-Bäume, die einen leichten Blattlausbefall haben. Ich hatte sie kaum auf dem Blatt abgesetzt, da legte sie auch schon los und ließ es sich schmecken.

Marienkäfer-Larve frisst Blattlaus
Man sieht hier deutlich, wie sie die erste Laus frisst.

Marienkäfer-Larve frisst Blattlaus

Später gings dann in den Garten. Die gekauften Pflanzen müssen allerdings noch etwas warten, denn die von mir selbst vorgezogenen Tomaten, Paprika und Zucchini haben es eiliger. Außerdem habe ich mir eine Milpa-Saatgutmischung gekauft, hatte Mais und Kürbisse schon vorgezogen, und habe sie heute gepflanzt. Die Bohnen säe ich dann in den nächsten Tagen. Ich bin gespannt wie sich das entwickelt. Es sollen ja tolle Synergien zwischen den Dreien entstehen.

In meiner Kräuterspirale wächst es übrigens gerade ordentlich. Petersilie, eine Etagenzwiebel und Knoblauch stehen richtig toll da. Der eingesäte Oregano zeigt erste Blättchen, die Oregano-Pflanze daneben ist richtig groß. Aber nichts gegen die Marien-Distel.

Mariendistel mit Blütenansatz
Ich hätte die Mariendistel besser außerhalb pflanzen sollen…

Der Teich sieht richtig gut aus, die Frösche quaken, besonders der Beinwell zieht jede Menge langrüsslige Wildbienen an, wie z.B. Hummeln.

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Am Teich sitzt auch Stinkender Storchschnabel, den wohl der Aurorafalter gerne mag. Als Raupenfraßpflanzen ist er übrigens u.a. auf Knoblauchsrauke angewiesen. Dieses Jahr wächst sehr viel davon an den Graben-Böschungen. Also ist auch der Aurora-Falter sehr häufig.

Aurorafalter auf Storchschnabel

Grüne Spinne auf grünem Blatt
Diese grüne Spinne entdeckte ich auf dem Blatt meines Maulbeer-Baums.

Und nun mal ein Blick auf zwei Gräserarten, die auf unserer Patenschaftsfläche wachsen. Sind sie nicht schön?

Mäuse-Gerste
Mäuse-Gerste

 

Gewöhnliches Knaulgras
Gewöhnliches Knaulgras

Heute liegt das Haupt-Augenmerk im Naturschutz auf bunte, blühende Blumen. Natürlich müssen wir nektar- und pollenliefernde Pflanzen anbieten. Das ist wichtig für Wildbienen, Falter und auch Käfer. Aber das ist zu kurz gedacht, denn die Insektenwelt braucht mehr als „nur“ Mohn, Kornblume, Ringelblume, Glockenblume, Salbei, Witwenblume und Gamander. Sie braucht auch Grünpflanzen, die nicht unbedingt durch bunte Farben und tolles Aussehen (in unseren Augen) gefallen müssen. Viele Falterarten sind beispielsweise zwar von Nektarpflanzen abhängig, ihre Raupen benötigen jedoch Pflanzen wie die Brennnessel, aber auch Gräser und andere nicht bunten Gewächse.
Da liegt leider immer noch sehr vieles im Dunkeln, was einen nachhaltigen Natur- und Artenschutz angeht.

So auch bei den Fledermäusen. Nachdem die Verwaltung im letzten Jahr bei uns einen ganzen Heckenstreifen an einem Grabenabschnitt entfernten, der als Leitstruktur für Gebäude bewohnende Fledermäuse dient und zu einem Regenrückhaltebecken außerhalb der Gemeide führt, war das Verständnis für meine Beschwerde gering. Es fehlte (und fehlt) grundlegendes Einsehen, dass man nicht nur bestehende Quartiere in Bäumen verschonen sollte (was man übrigens ohnehin muss, denn die Tiere stehen unter besonderem Schutz!)  Nein, auch die Hecken als Leitstrukturen sind für die Tiere enorm wichtig. Ebenso wie ihre Funktion als Jagdbereich, und als Futter für die von den Fledermäusen benötigten Insekten.

Heute Abend war ich wieder an diesem Rückhaltebecken und konnte mit meinem Detektor etliche Zwerg- und Mückenfledermäuse identifizieren. Und auch teilweise flattern sehen.

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Aber dieses ganzheitliche Denken ist leider noch immer nicht angekommen. Noch nicht!

Denn ich hoffe, dass es – wie bei der Raupe und dem Schmetterling oder beim Super-Star – am Ende doch noch ein Happy-End gibt.

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende.
Ich gehe jetzt mal schlafen, morgen werde ich Vögel zählen zur „Stunde der Gartenvögel“. Und wie bekannt, fängt der frühe Vogel den Wurm. Und wenn der dann, satt gefressen, wieder „ab in die Federn geht“, kann ich ihn nicht zählen und fotografieren. 😉

2 Gedanken zu “Das ist das Ende…

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