Das Leben

Im Garten summt es an den Wildbienen-Nisthilfen, Zitronenfalter flattern mir über den Weg, genauso wie Tagpfauenaugen. Immer mehr blüht und in den Bäumen zwitschert es ohne Ende. Und selbt im Kaffeesatz steht ganz deutlich: Am Ende siegt das Leben!

So langsam mache ich meine Beete startklar. Erste Salatpflanzen habe ich vorgezogen und nun ausgepflanzt, zusammen mit Fenchel. Doch es gibt auch bereits was zu ernten. Und das ist nicht nur Winterpostellein und Feldsalat…
Nach dem Winter mit einigen Frostnächten hatte ich gar nicht mehr damit gerechnet, aber in meinem Beet treibt der Brokkoli neue Knospen. Und sogar meinen ersten Romanesco in diesem Jahr kann ich wahrscheinlich bald ernten…Romanesco

Als ich dann im Frühbeet auch die ersten Kohlrabi-Pflanzen einsetzen wollte, entdeckte ich, dass nicht nur eine Distel die Wärme des Beets genutzt hat und richtig gut gewachsen ist. Auch diese Raupe hier hat sich den „Treibhaus-Effekt“ zunutze gemacht, um den Winter etwas wärmer zu überstehen.

Raupe im Frühbeet

Ich weiß nicht, welcher Falter am Ende aus dieser Raupe entsteht. Denn mit Raupen kenne ich mich nicht so gut aus. Aber natürlich habe ich sie umgesiedelt und in Sicherheit gebracht. Ich möchte ja, dass es bald noch mehr flattert im Garten. Deshalb bin ich auch gerade dabei, einen Magerbereich anzulegen. Mosaikartig, so raten Schmetterlingsschützer, soll man verschiedene Bereiche schaffen und hier passenden Bewuchs einbringen: Nachtkerze, Johanniskraut, Oregano, verschiedene Nelken- und Kleearten, Thymian und mehr. Magere Standorte sind wohl besonders gut für die bedrohteren Arten geeignet. Also habe ich Sand und Split eingebracht, um den Bereich abzumagern. Außerdem entsteht hier ein schützender „Turm“ aus Holz und darunter befindet sich ein 1 m tiefer und 1x1m großer Bereich, den ich mit Sand aufgefüllt habe. Das ist ideal für Eidechsen, die ich im Garten auch bereits gesehen habe. Rechts davon befindet sich eine Trockenmauer und ein Sandarium, ein Wasserbecken ist auch vorhanden. Und über dem Sandhaufen befindet sich eine Wildbienen-Nistwand, die bereits seit Jahren von den summenden Wilden genutzt wird.

Sandbeet

Wildbienen sind ein gutes Stichwort. Hier sieht man eine Paarung der Rostroten Mauerbiene. Ihr Paarungsakt dauert von wenigen Minuten bis zu Stunden. Diese beiden hier mochten sich offenbar besonders gerne, denn sie saßen nach einer halben Stunde noch immer auf der Gießkanne und hielten sich umklammert. Die hatten bestimmt Schmetterlinge im Bauch… 🙂

Mauerbiene bei der Paarung 3

Eine ganz andere Art von „Befruchtung“ fiel vor kurzem ja vom Himmel. Viele waren ziemlich genervt von dem „Dreck“ auf ihrem Auto, die Presse hatte mal wieder eine neue Schock-Schlagzeile gefunden: „Den Blutregen“.
Doch es war nicht nur ein Segen für Wort-Konstrukteure. Dieser Staub aus der Saharah – er stammte wohl vorwiegend aus dem Tschad – war ein Segen für unsere Wälder, aber auch für die Äcker und die Natur selbst. Kostenloser Dünger! Und auch noch wunderschön anzuschauen.

Auf dem Dachfenster im Sonnenschein…

Sand

Beim Sonnenuntergang…

Sonnenuntergang

Und unterm Mikroskop…

Sand unterm Mikroskop

Ja, und dann hatte ich auch noch was über den Kaffeesatz geschrieben. Der hat nämlich etwas Wunderbares hervorgebracht.

Austernpilz

Leckere Austerpilze! Gewachsen auf purem Kaffeesatz. Was jedoch wichtig war: Man musste den Kaffeesatz vorher gut durch erhitzen, damit keine anderen Pilzsporen oder Keime mehr vorhanden waren. Erst dann mischte ich das mycel-geimpfte Pilzsubstrat hinein, befeuchtete es und ließ es bei 20°C und teils abgedeckt stehen. Nach einiger Zeit bildete sich auf dem Kaffeesatz eine weiße flauschige Schicht. Und es war definitiv kein Schimmel. Da ich einen transparenten Eimer (mit Löchern drin und Untersetzer drunter!) als Gefäß benutzt hatte, sah ich, dass das Mycel auch in tieferen Schichten den Kaffeesatz durchzog. Schließlich stellte ich das ganze kühl und schon sprossen die Pilze aus dem eigentlichen Abfall.

Und all das zeigt mir einmal mehr das Wunder dieser Welt: Das Leben findet immer einen Weg, egal wie öde, trist oder lebensfeindlich etwas ist: Am Ende wird es siegen!

Daher: Es lebe das Leben. 🙂

8 Gedanken zu “Das Leben

    • Ja, hier ist es auch relativ mild. Zumindest tagsüber, nachts wird es wohl in den nächsten Tagen noch mal frostig. Hoffen wir nicht zu sehr… Danke Dir für den Tipp, das könnte wirklich die Raume einer Achateule gewesen sein. Das wäre ja toll. Ich finde die Eulenfalter allgemein sehr schön.

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  1. Dein Garten hat vieles, das sich auch in meinem Garten wieder findet . Es ist besonders das Sandbeet ( Sandarium) das bei mir großes Interesse weckt. Ich habe schon im letzten Jahr solch ein Beet gebaut. In diesem Jahr ist eine weiteres und größeres dazugekommen , das etwa 8m x 3,5m groß . Ich habe auch wie du es gemacht hast, eine Steinaufschüt
    tung mit Steinen wie man sie von Kanälen kennt , also recht dicke Brocken verbaut. Einige Lücken haben wir mit Sagesand verfüllt um den Steinhaufen zu bepflanzen. In der Nähe habe ich auch einige Insektenhotels stehen , die zur Zeit recht gut bewohnt sind.
    Und nun komme ich zu einer Beobachtung für die ich keine Erklärung finde.
    Ein Großteil von weiblichen gehörten Mauerbienen verschwindet in Ritzen von der Steinaufschüttung und sind weg. Sie kommen zumindest nicht wieder an der Stelle raus wo sie eingeschleppt sind.
    Ich bin auf Grund meiner gesundheitlichen Probleme erst im letzten Jahr zu den Wildbienen gekommen und kann mir viele Dinge nicht erklären , genau wie dieses nicht.
    Vielleicht hast du ähnliche Beobachtungen gemacht.
    Ich würde mich auf eine Antwort freuen.
    Werner der Vogelknipser.
    Hab eine friedvolle Zeit.

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    • Hallo, das klingt richtig gut. Mein Sandarium ist leider nicht so groß, da mir ansonsten der Platz fehlen würde. Spontan kommt mir zu Deiner Beobachtung die Idee in den Sinn, dass die Wildbienen vielleicht Baumaterial aus dem sandigen Bereich holen, um damit ihre Röhren zu verschließen? Feine Lehmpartikel oder ähnliches? Und sie fliegen vielleicht in einer anderen Richtung wieder aus dem Steinhaufen heraus. Die Beobachtung ist jedenfalls sehr interessant. Das hatte ich bei mir bisher noch nicht. Vielleich konntest Du in der Zwischenzeit auch noch mehr erkennen? Das würde mich sehr interessieren.
      Leider habe ich momentan ganz viele Projekte, die ich noch fertigstellen muss und da hat die Antwort etwas länger gedauert.
      Ich wünsche Dir auch eine friedvolle und schöne Zeit. Viele Grüße Torsten

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      • Also an kleine Holzteilchen oder irgendwelche anderen Baumateralien zum verdeckeln ihrer Niströhren glaube ich nicht. Ich verfolge dieses Verhalten jetzt im sechsten Tag und noch immer krabbeln die weiblichen gehörnten Mauerbienen in dem Geröllhaufen meines Sandarium rum. Sie würden wenn sie Baumatremalien sammeln würden, eine direkten Weg zu ihrem Nest suchen. Das tun sie nicht , sie kreisen meistens im Bereich des Sandarium rum und kommen nach einer Weile zurück . Das gleiche Spiel beginnt von vorn. Vielleicht kann es ja mal irgendwann wer lösen um dieses Verhalten.

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      • Spontan würde mir jetzt einfallen, dass es vielleicht Männchen sind und sie warten, bis die Weibchen die Röhren verlassen. Etwas ähnliches habe ich bei mir auch schon mal beobachtet, also dass sie kämpfen und dann auch beide zu Boden fallen. Aber das würd enicht erklären, dass sie wegfliegen, und dann später erst wieder zurückkommen.

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