Einhornkehlchen und Kack-Attack

Heute bin ich dem Aufruf des NABU gefolgt und habe Wintervögel gezählt. Und das Ergebnis war für mich überraschend…

Neben der neuen Art im Titelbild, die ich entdeckt habe 😉 konnte ich verhältnismäßig viele Arten und auch einzelne Tiere zählen.

Die Zählung habe ich in meinen zwei Gärten aufgeteilt. – Eine Stunde hinterm Haus, und eine im Garten, der im Feld liegt. Hier meine Ergebnisse:

… von hinterm Haus

– zwei Kohlmeisen
– drei Blaumeisen
– eine Amsel
– fünf Haussperlinge
– ein Rotkehlchen (auch Einhornkehlchen genannt)
– drei Saatkrähen

Das war eher negativ überraschend, da ich eigentlich mit mehr Arten und Tieren gerechnet hatte. Ein Zaunkönig flatterte in der Vergangenheit noch durch den Garten, aber heute wollte er sich nicht zählen lassen. Ebenso war der Schwarm Spatzen, der normalerweise um die 15 Tiere umfasst, nur zu Fünft unterwegs. Ich hatte allerdings bereits um 11 Uhr mit dem Zählen begonnen, es war noch recht kalt und Sonntagmorgen. Bestimmt waren da einige Vögel noch nicht aus den Federn gekommen… 😉

Verschlafen sah sie noch aus, diese Amsel im Feuerdorn…

Amsel im Feuerdorn

…und die Blaumeise war noch mit der Morgenwäsche beschäftigt…

Blaumeise kratzend

Im anderen Garten ging es um 13:40 Uhr los, da schien die Sonne, es war zwar immer noch recht kalt und windig, aber dafür trocken. Und schon tauchten sie auf, die Massen…

– sechs Kohlmeisen
– zwei Blaumeisen
– ein Eichelhäher
– ein Buntspecht
– ein Grünspecht
– fünf Amseln
– zehn Wachholderdrosseln
– drei Haussperlinge
– ein Rotkehlchen (kein Einhornkehlchen)
– drei Saatkrähen – wer weiß, vielleicht die gleichen von heute morgen…? 😉
– vierzehn Stare
– eine Elster
– ein Buchfink
– und zwei Mäusebussarde

Sie waren nicht alle im meinem Garten, aber überflogen ihn oder saßen draußen in den Sträuchern am Graben. Hier ein paar Fotos, wobei diese erste Amsel wirklich kriminell war. Sie saß über mir in der Hecke, ich bemerkte sie zunächst gar nicht, denn sie gab keinen Mucks von sich. Dafür etwas anderes, Ekliges, das dann meine Jacke traf… Ich konnte sie noch fotografieren. Grinste sie etwa? 😉

Amsel

Dann suchte sie jedenfalls das Weite…

Amsel im Abflug

Auf der Suche war diese Kohlmeise – entweder nach einem warmen Schlafplätzchen, oder sie hielt bereits vorausschauend nach einem Nistplatz Ausschau. Wohnraum ist bekanntlich knapp, und bei den Vögeln noch knapper.

Kohlmeise an Nistkasten

Dieser Star war definitiv auf der Suche nach Futter an den Meisenknödeln.

Star im Winterkleid

Und dann flog er hoch zu seinen Kollegen im Walnussbaum.

Stare im Walnussbaum

Die Blaumeise löste ihn an den Knödeln ab…

Blaumeise

Ein großer Schwarm aus mindestens zehn dieser Tiere flog immer wieder über meinen Garten und landete in der Baumgruppe am Regenrückhaltebecken ganz in der Nähe. Vermutlich waren es Wachholder-Drosseln.

Wachholder-Drossel

Draußen suchte der Buntspecht nach leckerem Futter, und wartete wahrscheinlich darauf, dass der Mann mit der Kamera wieder verschwand. Und er sich über die neu aufgefüllten Meisenknödel hermachen konnte.

Buntspecht

Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass so viele verschiedene Arten und auch zahlenmäßig so viele Tiere unterwegs waren. Ein Bergfink war dieses mal nicht dabei, ihn hatte ich nur mit der Wildkamera vor die Linse bekommen. Aber alles in allem bin ich sehr zufrieden über die Artenvielfalt.

 

 

19 Gedanken zu “Einhornkehlchen und Kack-Attack

  1. toll, dass du trotz zählung, sogar zeit gefunden hast zu fotografieren. wirklich schöne vögel und fotos dabei. ich mache gerade einen kurs, in dem das zeichnen von vögeln thema ist. dürfte ich zwei deiner fotos als inspirationsvorlage verwenden? und zwar wäre das der star und das andere foto das über dem buntspecht. ich kenne mich leider mit den namen nicht so gut aus.
    sag bitte, ob das okay für dich ist, wenn ich sie verwende, ich respektiere und akzeptiere natürlich auch ein nein.
    ich finds super, dass du das zählen mitgemacht hast. ich könnte die vögel leider gar nicht benennen und demzufolge mich da gar nicht so beteiligen, ich finds aber toll, dass du da mitgemacht hast. und in folge sogar positiv überrascht warst von der vielfalt. das lässt doch zumindest etwas hoffen.
    einen schönen abend dir, liebe grüße aus berlin, m.

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    • Hallo und schön dass dir die Fotos gefallen. 🙂 Wow, Du willst sie als Inspirationsvorlage nehmen? Natürlich kannst du das sehr gerne machen – das würde mich besonders freuen. Wirst du die Zeichnungen auch bei dir im Blog veröffenltichen? Ich mag deine lebendige, detailreiche und schöne Art zu zeichnen sehr gerne. Und da würde mich natürlich interessieren, wie du den Star und die Wachholder-Drossel zeichnest. 🙂 Wird bestimmt sehr schön.
      Und mit dem Bestimmen der Vögel habe ich mir auch teilweise schwer getan. Den Buchfink und die Wachholder-Drosseln musste ich erst mal suchen, damit ich auch wusste, welche Vögel das waren. Was mich besonders positiv überrascht hat: Wir liegen ja hier in einer Weinbau-Region mit richtig viel industrieller Landwirtschaft, gleichzeitig wird hier gebaut ohne Ende, es landen Gifte in der Natur. Und man denkt eigentlich, es steht nicht gut um die Vielfalt. Sicher ist das auch so in vielen Bereichen. Aber dass hier nun so viele Arten aufgetaucht sind, und auch so viele Tiere, lässt wirklich ein wenig hoffen. Es lässt ja auch ein kleines Stück auf die Insektenbestände schließen, wenn es auch nicht aussagekräftig ist…
      Dir auch einen schönen Abend und liebe Grüße aus Rheinhessen 🙂

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      • lieber tobias, danke fürs kompliment, freue mich, dass dir meine zeichnungen gefallen und ich habe schon oben zu meinem blog und der ersten zeichnung verlinkt. das dürfte der star sein, wenn ich das richtig erkannt habe. 🙂 wacholderdrossel klingt sehr poetisch, das muss ich schon sagen. wer sich die namen ausdenkt, der muss eine poetische ader haben.
        was die vielfalt angeht, freue ich mich mit dir. ich sah mal in einer doku, dass bäume unterirdisch miteinander kommunizieren und sich austauschen über die umgebung auch. ich kann mir vorstellen, dass die vögel das auch machen. „bei grünschreiber in der ecke, da können wir uns niederlassen“. vielleicht haben sie das gesungen. 🙂
        einen schönen abend an dich!
        danke noch einmal an dich! liebe grüße aus berlin.

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      • Hallo, das freut mich sehr! 🙂 Ich schaue mir gleich mal den Star an. Stimmt, es gibt viele poetisch klingende Namen in der Vogelwelt, aber auch bei den Faltern. Das habe ich letztens erst wieder festgestellt. Da gibt es den Schönbär oder das Federgeistchen. 🙂
        Ja, Bäume kommunizieren miteiander und ich glaube, in der Natur ist sehr vieles vernetzt. Das ist ein richtig spannendes Thema. Auch die Vögel werden sagen, da gibts gutes Futter, Hecken und ab und zu wird man sogar noch fotografiert – und wird zum Star. 😉
        Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße aus Rheinhessen. – Übrigens von Torsten… 🙂

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      • oh nein, torsten, nicht tobias. verzeihung torsten! das muss ich natürlich korrigieren bei mir im text und natürlich in mir! 🙂 entschuldige vielmals.
        die falternamen gefallen mir auch sehr. das ist ja ein ganzes arsenal an poesie! 🙂
        ich denke auch, dass die tiere miteinander kommunizieren und ihr wissen weiter geben. warnungen mitteilen usw.
        dir auch ein schönes wochenende und noch mal sorry wg. des namens, lieber torsten! und danke dass ich die fotos als inspiration nutzen durfte. es war mir eine freude. liebe grüße, m.

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      • Ach was, kein Problem. 🙂 Alles gut
        Oft werde ich auch mal zum Carsten gemacht. 😉
        Ja, wenn man sich so umschaut, ist es wirklich verblüffend, wie viel Poesie in den verschiedenen Artnamen steckt. Ich lese gerade das Buch „Besonders: Schmetterlinge“. Der Autor ist Ökologe und bringt gleichzeitig ganz viel Kreativität mit ein. Er beschreibt die Falter, indem er sie interviewt oder sie einfach zu Wort kommen lässt. Ich mag solche kreativen Kombinationen sehr, da sie sowohl informieren als auch emotional ansprechen. Und ich denke, so kann man Menschen gleich auf zwei verschiedenen Ebenen erreichen.

        Aber noch mal zu deinen tollen Zeichnungen: Ich würde gerne in meinem Beitrag mit der Vogelzählung noch einen Link zu deinen Zeichnungen setzen – also dem Star und der Wachholderdrossel. Ist das okay für dich?
        Liebe Grüße Torsten 🙂

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      • lieber torsten, ich danke dir, dass du meinen kleinen namentlichen fehltritt verzeihst. 🙂 ich schreib jetzt einfach torsten, torsten, torsten, torsten. so, ich hoffe, jetzt sitzt es *lach*.

        das, was du über dein schmetterlingsbuch schreibst klingt hochinteressant! ich mag das auch, so wie auch wie heißt er noch mal, der mit den bäumen? wohlleben, glaub ich. da ist es auch so eine lebendige art, wie er erklärt und erzählt. ich mag das total! ich schau gleich mal, ob ich was zu dem buch finden kann. vielleicht gibt es das in der bibliothek. danke fürs erwähnen!

        was die zeichnungen angeht, ja, die darfst du gerne verlinken, also mit hinweis, dass diese von mir angefertigt sind, also mein blog verlinken. dann gerne.

        liebe grüße aus b von m. 🙂

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  2. Jemand in der Nachbarschaft bat mich, insektenvorkommen zu melden.
    Meine fast tägliche „Arbeit“ mit Auswerten der Fotos plus Bestimmung schluckt schon sehr viel Zeit, dass ich dem nicht nachkommen kann.
    Mit Vögel kenne ich mich kaum aus, der Star mit der feinen Zeichnung ist superb 😀

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    • Ja, die Insektenbestimmung ist sehr schwierig. Das kann ich mir vorstellen. Ich bin ja auch Wildbienenbotschafter des BUND und hierbei hatten wir auch einen Exkurs zur Bestimmung von Wildbienenarten anhand bestimmter Körpermerkmale und der Flügel. Ein wenig konnte ich hier bestimmen, aber das war mir dann irgendwann zu komplex. Mit der Bestimmung von Vögeln kenne ich mich auch nicht so gut aus. Aber besser als mit der Bestimmung von Bienen. 🙂
      Ja, der Star sieht wirklich toll aus in seinem Winterkleid. Er hat sich richtig in Schale geworfen. – Ist ja auch ein echter Star… 😉

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    • Ja, ich finde auch. Und für mich war diese Vielefalt schon überraschend.
      Wir haben hier seit einigen Jahren ganzjährig Stare. Ich denke, das hängt einerseits mit den sehr milden Wintern zusammen, andererseits auch damit, dass die Tiere sich hier im Herbst in den Weinbergen die Bäuche mit Trauben vollschlagen können. Früher gab es „Starenabwehr“, mit Heulern und Böllern. Das wird allerdings seit einigen Jahren nicht mehr praktiziert. Und seitdem scheinen die Stare hier im Winter zu bleiben und evtl. auch Schwärme als Teilzieher zu uns zu kommen.

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      • Ich erinnere mich an die Schussanlagen und „Starenflieger“ vom Neusiedler See – wochenlang scheusslich, dann fingen einige Weinbauern an mit Einnetzen.
        Ich denke, die futterflexiblen Stare und andere, Vögel, die nicht auf Fluginsekten spezialisiert sind, wandeln sich mit dem Klima zu „Ausweich-Ziehern“ statt im Voraus viele Kraft mit weiten Zügen zu verschwenden.

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