Satt!

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… Ja, bald ist Weihnachten. Noch eine Woche. Aber Besinnlichkeit? Nein: So wie nervig flackernde, bunte Weihnachtslämpchen, strömen unzählige Nachrichten aus allen Richtungen auf mich ein. Und leider sind es keine guten. Die will auch keiner, gilt doch der Leitsatz im Journalismus: Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.

Man kann ja gar nicht mehr den Fernseher einschalten, ohne mindestens einmal täglich – mit dramaturgischer Hintergrundmusik begleitet – einen steril gekleideten Intensivmediziner vor einem Patienten mit Beatmungsschlauch zu sehen. Danach lässt sich irgendein Virologe zu einer düsteren Prognose hinreißen, während ein anderer genau dem widerspricht und etwas ganz anderes prognostiziert, was nicht weniger düster klingt.

Da kann man noch so viele Zimtsterne und andere Plätzchen futtern – irgendwann brennt auch dem mental Stärksten das Birnchen am Leuchter durch und er sitzt im Dunkeln. Außer düsteren Nachrichten laufen hauptsächlich stumpfsinnige Wiederholungen trauriger oder brutaler Filme. Offenbar hat die hypnotisch anmutende Dauerberieselung mit den Katastrophenszenarien unzähliger Virologen und anderer Spezialisten viele Programmplaner in eine depressive Phase gestürzt, und sie können einfach nicht anders, als solch ein Jammerspiel aufzutischen.
Was will man damit bewirken? Wem soll das nutzen?

Das Virus wird sich jedenfalls weder zu Tode langweilen, noch aus dem Fenster stürzen. So werden wir das nicht los!

Irgendwie fühle ich mich in letzter Zeit immer mehr gesättigt und überwältigt von der ganzen Flut der (oft auch völlig überflüssigen) Information. Mein Kopf fühlt sich voll an und blockiert.

Der Advent galt früher auch als Fastenzeit – so wie wir es noch heute von vor Ostern kennen. Und nun habe ich kurzerhand beschlossen, diese Tradition wieder aufleben zu lassen.

Ich mache eine Woche lang „Digital Detox“
Kein Internet, kein Smartphone, auch keinen Fernseher und Radio.

Ich auf das Ergebnis gespannt, darauf wie ich mich danach fühle und was ich mit der Zeit anfange…

Nun wünsche ich euch vorab ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Weihnachtsstern im Rotkohlstrunk

Und ich beginne genau jetzt! 😊

Seestern

8 Gedanken zu “Satt!

  1. Das einzige Mittel das hilft: freiwillige mediale Selbstbeschränkung.
    Einmal am Tag Nachrichten genügen sowieso, das ganze Jahr hindurch, und digital lässt sich sicherlich einiges abstellen, zum Beispiel indem man das Handy wirklich nur noch zum Telefonieren benutzt. Manchen Kontakt mag das vergrätzen, aber es hilft. Gute Erholung!

    Gefällt 3 Personen

  2. lieber grünschreiber,

    ich verstehe dich gut – was zu viel ist, ist einfach zu viel. es kommt einem schon zu den ohren raus und immer ist es diese „höher, schneller, weiter und auf jeden fall schlimmer-xxl-geschichte.“

    du hast das sehr schön geschrieben, hat mir sehr gefallen, besonders dieser part:
    „Da kann man noch so viele Zimtsterne und andere Plätzchen futtern – irgendwann brennt auch dem mental Stärksten das Birnchen am Leuchter durch und er sitzt im Dunkeln. Außer düsteren Nachrichten laufen hauptsächlich stumpfsinnige Wiederholungen trauriger oder brutaler Filme. Offenbar hat die hypnotisch anmutende Dauerberieselung mit den Katastrophenszenarien unzähliger Virologen und anderer Spezialisten viele Programmplaner in eine depressive Phase gestürzt, und sie können einfach nicht anders, als solch ein Jammerspiel aufzutischen.
    Was will man damit bewirken? Wem soll das nutzen?“

    wenn fragen aufkommen und nach antwort suchen, das finde ich immer gut sich da auf den weg zu machen.

    hab eine gute woche, genieße die auszeit in der schönen umgebung in der du lebst.

    liebe vorweihnachtliche grüße aus berlin, m.

    Gefällt 2 Personen

    • Danke dir 🙂 Gut, dass es mir nicht alleine so geht. Ich habe die Auszeit wirklich sehr genossen und werde das auch in Zukunft ausdehnen. Grundsätzlich schaue ich mir keine Nachrichten mehr an, höre sie nur im Radio. Und es gibt so vieles draußen zu entdecken, da kommt sowieso kein Fernsehprogramm mit. 😉 LG aus Rheinhessen und schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Torsten

      Gefällt 1 Person

      • nein, dir geht es nicht alleine so. mir geht es auch so. nur dass es grad so kalt ist, hält mich davon ab, viel öfter draußen zu sein, wenn ich frei habe.
        das stimmt, was du über die natur sagst.
        komm auch gut rüber in das nächste jahr. liebe grüße aus der hauptstadt. m.

        Gefällt 1 Person

  3. Ja genau, nervig flackernde bunte Lichter… und auch die negativen Nachrichten.
    Davon wird jeder depressiv, wenn man sich dem direkt und intensiv aussetzt.
    Schau mal hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Reiz%C3%BCberflutung
    Ganz ehrlich, Reizüberflutung ist auch eine gute Methode, andere unterm Drücker zu halten.
    Daher ist es wichtig, dass man versteht, was es ist, wie es dazu kommt und dass man nicht krank ist, sondern dass es sich hier um Menschenrechte handelt, die übertreten werden. Denn andere konstant zu berieseln und sie zu zwingen, das alles aufzunehmen, geht gegen die grundliegenden Menschenechte. jeder hat ein Recht, nur das aufzunehmen, was er will und ansonsten seine Ruhe haben zu wollen
    liebe Grüsse und eine schöne, entspannte Weihnmachtszeit wünscht dir Liv

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Liv, ja, ich habe nun wirklich eine passende „Dosis“ an Nachrichten gefunden. Einmal im Radio reicht, online bekommt man ja zwangsläufig auch einiges mit. Von daher reicht das absolut aus. Nachrichten im Fernsehen schaue ich praktisch gar nicht mehr. Liebe Grüße Torsten

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