Ente gut – alles gut?

Jetzt geht das ja schon wieder los! 3G, 2G, 2G+, volle Intensivstationen in Krankenhäusern, und leere Blicke in den Gesichtern vieler. Isolation, Angst, Abstand – nach verblüffend sorglosen Wochen und Monaten. Die überraschenden Erkenntnisse des Jahres: „Im Herbst und Winter verbreiten sich Viren schneller als im Sommer“, dicht gefolgt von: „Wenn man alle Regeln lockert, infizieren sich mehr Menschen.“ Aber woher soll man das auch wissen? – Vielleicht von den ganzen Ärzten und Forschern? Hätte man doch besser mal auf sie gehört – oder wenigstens auf den gesunden Menschenverstand? Dann ist da irgendwo noch die Schuld der Ungeimpften – und nicht die Frage nach den Kindern, die ungeschützt wieder bibbernd in den Klassenräumen sitzen müssen und sich massenhaft infizieren, und es natürlich auch weitergeben. Kurz: Es steht ein neuer Corona-Winter bevor. Und irgendwie kommt man sich vor wie Phil Connors in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, wenn der immer wieder mit dem Lied „I Got you Babe“ vom Radio geweckt wird, oder?

So geht’s mir zumindest und ich möchte hier gar nicht näher auf irgendwelche Fragen nach der Schuld oder der Unschuld aller Akteure eingehen.
Was mir nur kurz in den Sinn kommt sind diese ursprünglichen Planungen, dass Geimpfte und Genesene ohne Maske, Abstand und Kontaktdatenerfassung auf Weihnachtsmärkten feiern sollten. Auch wenn Wissenschaftler und Mediziner das gar nicht gut fanden. Als gäbe es ein verfassungsmäßiges Recht, zwischen Räuchermännchen und gebrannten Mandeln ohne jegliche Mund-Nasen-Bedeckung, kuschelnd in Menschenmassen, unter Einhaltung der strengen Datenschutzbestimmungen, seinen Glühwein trinken, und einen Teil davon dem rempelnden Passanten auf die Jacke kippen zu dürfen…

Menschen die mit irgendwelchen absurden Theorien versuchen, das Virus zu verharmlosen, ignorieren die wissenschaftlichen Fakten und werden zu recht dafür kritisiert.
Doch wer wissenschaftliche Fakten ignoriert, um dann ohne Not Schutzmaßnahmen aufzuheben, ist der viel besser? Man kann ja auch mit Maske, Abstand und Kontaktdatenerfassung einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken, oder?
Und diese Frage nach der Wissenschaft betrifft auch andere Themen unserer Zeit. Wer beispielsweise die geballten Warnungen der Forschung vor einem ungezügelten Klimawandel ignoriert, nur damit er noch ein paar Jahre länger Kohle verfeuern oder mit dem Verbrenner-Motor fahren kann, ist der nicht auch zu kritisieren und endlich ins gesellschaftliche Abseits zu stellen?

Nein, das ist eben nicht so! Denn es kommt scheinbar drauf an, ob diese wissenschaftlichen Fakten einen Vorteil verschaffen, oder eine Einschränkung bedeuten. Der gute alte Eigennutz spielt wieder eine Rolle.
Nur: So kann man Wissenschaft nicht nutzen. Außer man heißt Pippi Langstrumpf, weil dann macht 2 mal 3 halt 4, und 3 macht 9. Affe und Pferd sitzen im kunterbunten Haus und schauen aus dem Fenster raus. – Garantiert ohne Maske!

Doch eigentlich wollte ich ja gar nicht so sehr auf das Thema eingehen, sondern vor allem ein bisschen Mut und Zuversicht verbreiten. In vielen Gesichtern spiegelt sich die Tristesse des Herbstes und ich vermisse ein Lächeln – so kommts mir zumindest vor.

Baum im Nebel

Klar, es sind halt auch schwere Zeiten für viele.
Aber der geniale Karl Valentin traf es auf den Punkt, als er sagte:
„Ich freue mich wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue regnet es auch.“

Eichenblatt mit Tautropfen

Blatt mit Adern und Tautropfen

Blatt von Kapuzinerkresse mit Tautropfen

Ich denke, man kann sich natürlich nicht über die Pandemie freuen, aber über andere kleine Dinge, die wir sonst als selbstverständlich hingenommen haben. Oder über die Tatsache, dass wir in Deutschland über ein (noch) funktionierendes Gesundheitssystem verfügen, über Sozialsysteme, dass Frieden herrscht, wir zu Essen und Trinken haben, Strom und Wasser. Für viele Menschen in anderen Ländern ist das alles keine Selbstverständlichkeit. Und auch dort wütet das Corona-Virus.

Wenn wir Zuversicht in uns tragen, und ein Lächeln im Gesicht, dann schenken wir auch dem Gegenüber ein gutes Gefühl, Hoffnung und Kraft. So wie diese beiden hier gestern im Laubenheimer Ried. 😉

Stockentenpaar - Schabel an Schnabel

Ja, es ist nicht immer einfach mit der Zuversicht. Heißt es am Ende wirklich: Ente gut, alles gut?
Mit dieser Frage beschäftigt sich auch dieses Lied.

Ein Gedanke zu “Ente gut – alles gut?

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