Ein Tag im Falter-Paradies…

Meinen Urlaub habe ich genutzt und noch mal den Kalksteinbruch im rheinhessischen Gundersheim besucht. Hier war ich bereits im letzten Herbst, damals war es extrem neblig und die Felsformationen boten ein mysteriöses aber schönes Bild. Und ich hatte mir vorgenommen, dort noch mal im Sommer vorbei zu schauen. Dort soll es viele Schmetterlinge geben. Und tatsächlich musste ich teilweise aufpassen, dass ich auf keinen der unzähligen Falter trete.

Es war ein trockener, aber bewölkter und leider etwas windiger Tag. Dann fliegen die Falter nicht ganz so gerne. Trotzdem traute ich meinen Augen nicht, als ich den Pfad durch die Wiesen betrat.

20210819_13153520210819_134709

Überall blühten Acker-Mannstreu, Wilder Dost, Kartäuser-Nelken und viele weitere Wildblumen.

Acker-Mannstreu

Wachtelweizen
Sogar ein Wachtelweizen war dabei…

Kein Wunder also, dass es hier summte, zirpte und flatterte.

 

Wespe#

 

Zwei Wespen
Im Vordergrund eine Heuschreckensandwespe, im Hintergrund eine Feldwespe. – Kopfundgestalt – danke für die Hilfe bei der Bestimmung 🙂

 

Eine Schrecke - welche auch immer
Eine Schrecke – welche auch immer

Und dann flatterten mir auch viele Falter über den Weg. Einige konnte ich mehr oder weniger sicher bestimmen.

Weiblicher Nierenfleck-Zipfelfalter1
Wahrscheinlich ein Weiblicher Nierenfleck-Zipfelfalter
Weiblicher Nierenfleck-Zipfelfalter2
Und der gleiche noch mal mit geöffneten Flügeln. Hier wird auch klar, warum er diesen Namen trägt. Es ist der größte Zipfelfalter in Deutschland.
Ein brauner Falter
Das scheint ein Würfelfalter zu sein. Mehr kann ich allerdings nicht dazu sagen.
Kleiner Feuerfalter
Das ist ein Kleiner Feuerfalter – danke liebe puzzleblume für den Tipp 🙂
Ein Dickkopffalter
Dies ist definitiv ein Dickkopffalter. Welche Art genau kann ich nicht sagen – er ist nicht in meinem Bestimmungsbuch zu finden.
Blutströpfchen
Ein Blutströpfchen
Felsen
Nach der bunten Wiese ging es den Hügel hinauf, über eine Treppe.
Paarung der Bläulinge
Und dann saß da dieses Paar Bläulinge, das sich gerade liebevoll um die nächste Generation kümmerte. 😉
Rivale im Anflug
Das passte dem Rivalen nicht, der bitterböse war, und der offenbar mit allen Mitteln versuchte, seine Angebetete zu erobern.
Rivale im Anflug
Sie vermischten sich zu einem Knäuel, aber der auserwählte Bläuling ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Distelfalter
Und zum Schluss saß da noch dieser Distelfalter auf dem Dost. Kaum hatte ich ein Foto von ihm gemacht, flog er auch wieder davon – wie im Titelbild zu sehen.

Beim Anblick dieser wunderschönen Wiesen und den flatternden Bewohnern hätte man glatt vergessen können, dass wir uns mitten in einem Artensterben befinden. Und dass viele dieser Falter in ihren Beständen massiv zurückgehen.

Wenn man sich diese Tiere anschaut, ihre wunderschönen Farben und ihre grazile Körperform, muss man einfach feststellen: Ihr Verlust wäre das Verschwinden eines Wunders. Deshalb werde ich im Herbst in meinem Garten ein Schmetterlingsbeet anlegen, ein Kalk-Magerbeet. Das soll speziell auch bedrohte Arten anziehen. Ich bin gespannt wie und ob es funktioniert und werde euch berichten.

8 Gedanken zu “Ein Tag im Falter-Paradies…

    • Super, danke dir 🙂 Ich werde den Kleinen Feuerfalter gleich noch ergänzen. Ja, dieser Steinbruch inmitten von Weinbergen und Feldern rundherum ist ein echtes kleines Juwel. Er ist Naturschutzgebiet und wird, soweit ich weiß, vom BUND betreut. LG und schönen Sonntag

      Gefällt 1 Person

  1. Einfach wunderschöne Fotos! Jetzt weiß ich auch, wo man ein Blutströpfchen zu Gesicht bekommt. Im Bestimmungsbuch sieht er immer wie ein ausgedachter Schmetterling aus, als ob so etwas ausgefallenes nicht echt sein könnte… Dankeschön fürs Zeigen!
    Liebe Grüße, Natalia

    Gefällt 1 Person

    • Danke dir 🙂 Es gibt wohl auch einige verschiedene Unterarten. Auf unserer Patenschaftsfläche hatten wir vor einiger Zeit auch mal ein Blutströpfchen, aber das war schwarz und schimmerte bläulich. Die Natur hat schon wirklich viel zu bieten an Formen, Farben und Muster. Wunderschön. LG und schönen Sonntag. Torsten

      Gefällt 1 Person

  2. Die Heuschreckensandwespe wird im hintergrund von einer Feldwespe im Flug sicher beobachtet 😉
    Die langen hängenden Beine deuten ja bei der feldwespe, früher gallische feldwespe auf sie hin.

    Insgesamt eine reiche Ausbeute!

    Artensterben: Die selteneren Arten haben es schwer. Dennoch entdecke ich jede Woche etwa 2 neue Arten. Das ist aber meiner Aufmerksamkeit zu verdanken.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo und vielen lieben Dank. Auf eine Wespe hatte ich getippt, aber konnte sie nicht zuordnen. Ich ergänze das gleich. 🙂
      Ich finde es immer verblüffend, wenn man in solchen kleinen „Inseln“ eine solche Vielfalt vorfindet. Dieser Steinbruch liegt inmitten von intensiv bewirtschafteten Feldern und Weinbergen, die ja nicht wirklich durch Artenvielfalt auffallen. Und trotzdem findet man auf dieser kleinen „Insel“ so viele Arten.

      Gefällt mir

      • Ich suche ja auch Naturschutzgebiete auf. Da kenne ich einige in Main-Spessart.

        Vorgestern war ich auf einem Feldweg am Wald unterwegs, da gibt es auch ein grosses Maisfeld. Aber dennoch gibt es dort Hecken/Büsche und die üblichen „Verdächtigen“ wie Dost und Wilde Möhre ect. an den Feldrändern.
        Am gemeinen Dost sind meist Falter.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s