Ist denn nichts genug?!

Das ist eine Frage, die mir in den letzten Tagen immer wieder durch den Kopf geht. Und dann frage ich mich, warum mir diese Frage nicht schon viel früher in den Sinn gekommen ist.

Korrupte Politiker die sich mit Maskendeals eine goldene Nase verdienen. Minister möchten versehentlich bestellte und unwirksame Masken am liebsten an Obdachlose, Hartz IV-Empfänger und Behinderteneinrichtungen verteilen. Andere Minister halten am Rasen auf Autobahnen fest. Und selbst zum Wetter passt die Frage: In Kananda wirds 50°C heiß, am Polarkreis 30°C. In Madagaskar leiden die Menschen unter einer Dürre, in Kanada brennen die Wälder, und hier ertrinken die Menschen nach sintflutartigen Regenfällen.
Jeder weiß, dass bisher noch viel zu wenige Menschen gegen Corona vollständig geimpft und somit geschützt sind. Trotzdem läuft die Mehrheit arglos durch die Gegend, reist durch die Weltgeschichte, scheinbar auch um neue Varianten einzusammeln und sie als Souvenir mitzubringen. Offenbar hat man aus eineinhalb Jahren Corona vor allem eines gelernt: NICHTS!
Selbst in meinem Garten wächst nach einigen Tagen Regen so viel Unkraut, dass ich das Gemüse fast nicht mehr finde. Dafür hunderte Spanische Nacktschnecken.

Ja ist denn nichts genug? – Wenn ich mir unseren neuen, selbsternannten Klimaschutz-Kanzlerkandidaten anschaue, offenbar nicht. Er redet davon, dass die Koalition so viel Klimaschutz betrieben hat, wie sonst keine Bundesregierung in den letzten Jahren. – Bitte?! Vergleicht er tatsächlich die Große Koalition mit der Großen Koalition? Oder wie lange regiert diese noch mal?
Und ist das nicht die Bundesregierung, die die eigenen Klimaschutzziele nur deshalb erreicht hat, weil Corona über die Welt hereingebrochen ist und dadurch die Emissionen sanken? Ist das nicht die Bundesregierung, deren Verkehrsminister sich seit Jahren sowohl gegen höhere Abgasnormen als auch gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen oder ein Verbot von Kurzstreckenflügen sträubt? – Weil er eben selbst ein Raser ist? Und die Landwirtschaftsministerin, hält die nicht an der Massentierhaltung fest, obwohl die eine treibende Kraft beim Klimawandel ist? – Angeblich, damit sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen Fleisch leisten können. Wie gnädig, jetzt denkt man an die Armen, während man sich ansonsten nur mit reichen Großkonzernen an einen Tisch setzt. Ein Wirtschaftsminister hält an der Kohle fest, obwohl die gar keine Zukunft hat, um einige Zehntausend Arbeitsplätze zu retten, opfert Dörfer und somit Heimat – während man vor Jahren durch die Deckelung des Solarstroms dafür gesorgt hat, dass die Solarproduktion nach China abwandert und 100.000 Arbeitsplätze verloren gingen. – Ohne mit der Wimper zu zucken. Außerdem hält man am Freihandelsabkommen mit Südamerika fest, das die Vernichtung des Amazonas als Kohlenstoffspeicher und vor allem Lebensraum vorantreiben wird.

Und zur Krönung – ja, ist denn nichts genug – stellt sich dieser Klimaschutz-Kanzlerkandidat hin und bricht in schallendes Gelächter aus, während fünf Meter weiter der Bundespräsident den Angehörigen und Opfer in den Hochwassergebieten seine Anteilnahme ausspricht!

Aber der Witz an der Geschichte ist: Den Umfragewerten scheint es nicht zu schaden. Offenbar funktioniert das Denunziantentum ganz gut, das die große Koalition gegenüber den Grünen an den Tag legt. Man sucht gezielt nach kleinen Skandälchen, die am Ende gar keine sind. Um von dem eigenen Sumpf, den man um sich herum angelegt hat, abzulenken. Wichtige Themen wie Klimawandel, Artensterben, soziale Ungerechtigkeit, Gesundheit, Bildung, Digitalisierung – diese will die Mehrheit offenbar gar nicht mehr hören. Vielmehr gibt man sich mit Banalitäten zufrieden, als wäre die Frage nach der Zukunft mit einer Seifenoper zu lösen.

Alle haben Trumps Taktik verurteilt. Und nun spielen sie bei uns das gleiche Spiel, denn wenn das bei Trump funktioniert hat, warum nicht auch hier?

Ich frage mich: Wie viele Wetterextreme müssen noch kommen? Wie viele Menschen noch sterben? Wie viele Häuser weggerissen werden? Und wie viele Kondolenzbesuche von scheinheiligen Politikern erfolgen?

Ist denn nichts genug?!

Nein, ich glaube kaum!

12 Gedanken zu “Ist denn nichts genug?!

      • Ja, es sind schon viele Kippeffekte erreicht – der Permafrost schmilzt, viele Gletscher gehen verloren, die Regenwälder werden zerstört, Wälder brennen. Aber wenn man sich anschaut, wie sehr die Natur sich wieder ihren Raum zurückholt und in einer solchen Vielfalt auftaucht – vorausgesetzt man lässt sie einfach tun… Das ist irgendwie meine Hoffnung. Wir müssen nur jetzt endlich handeln. Sonst wird die Zeit wirklich irgendwann knapp. Nicht für die Erde, sie wird sich im Laufe der Jahrtausende wieder erholen. Aber für uns Menschen und viele Arten ist es nicht fünf vor sondern fünf nach Zwölf… LG und schönen Sonntag noch. Torsten

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  1. Wählen gehen – wählen gehen – wähle gehen …. und ich hoffe, dieser ungeeignete Kanzlerkandidat demontiert sich bis dahin noch weiter, bevor es zu spät ist, und nimmt die nicht minder ignoranten Witzeerzähler, mit denen er beieinander stand, gleich mit in die Versenkung.

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    • Vollkommen richtig! Ich hoffe auch, dass Herr Laschet sich selbst demontiert und sich somit die Mehrheiten endlich ändern. Dann wären Scheuer, Klöckner und Co. auch hoffentlich endlich raus und könnten sich dann voll ihren eigentlichen Arbeitgebern widmen…

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  2. moin, ja, es ist genug, endlich ist es genug! und bald sind wahlen und ich hoffe, dass die leute auch hingehen! was das reisen u.a. angeht – impfen scheint ja nicht zu helfen, wie ich gestern las, ist ein brit. poltiker, trotz doppelter impfung daran erkrankt. was ich nicht verstehe ist, warum man fussballstadien öffnet und alles öffnet und erlaubt und dann sich beklagt, dass die zahlen wieder steigen. dass die leute genug haben, ist verständlich, finde ich. und nun wird alles noch erlaubt, die zahlen steigen wieder und der nächste lockdown steht vor der tür. ich kann mich nur wiederholen und, wie ich sehe, auch puzzleblume merkte es an: wählen gehen! die menschen sind nicht unbelehrbar, nur manchmal etwas träge und bequem.

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    • Ja, ich kann natürich auch verstehen, dass die Menschen genug haben. Und wieder mehr Freiheiten sind natürlich auch wichtig. Aber wie du schon sagst – es wird alles geöffnet, man diskutiert sogar darüber ob man die Maskenpflicht abschaffen soll. Man öffnet Stadien und erlaubt aus meiner Sicht viel zu viel. Dass Gastronomen, Künstler und Kultureinrichtungen, aber auch Tourismusbetriebe, in großer Not sind ist auch absolut nachvollziehbar. Nur welchen Sinn macht es, alles über das richtige Maß hinaus zu öffnen, damit am Ende wieder alles schließt. Und zum Wählen: Ja, wählen gehen ist das Wichtigste. Hoffen wir, dass die Mehrheit erkennt, wo die Prioritäten liegen müssen und dass diese Regierung seit vielen Jahren, anstatt Lösungen zu bieten, selbst neue Probleme schafft oder vergrößert. LG Torsten

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  3. Wie scheußlich das alles ist! Ungeheuerlich, mit welcher „Wegguckmentalität“ Menschen bereit sind, durchs Leben zu gehen. Alles aus Bequemlichkeit und Eigennutz. Wo bleiben Selbsterkenntnis und das schlechte Gewissen? Gut verborgen unter „man“ und „alle anderen“. Ist ja auch unbequem, auf Dinge zu verzichten und seine Lebenshaltung zu verändern, das muss man wollen! Ehrlich gesagt glaube ich nicht daran, dass sich dieser Zustand der Lethargie so schnell in eine positive Richtung ändert. Populismus prägt den Zeitgeist, nicht dass da noch mit Argumentation etwas zu bewirken wäre. Eher schlägt die Gleichgültigkeit gegenüber den drängenden Problemen unserer Zeit in Leugnung und Abwehr um. Bin da sehr pessimistisch.

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    • Ja, wenn man sich so umhört und umschaut, macht das oftmals keinen Mut. Die Mehrheit in meinem Umfeld steckt auch noch immer in der „TEAM-Mentalität“: Toll – Ein – Andrer – Machts!“. Oder sie verzichten dann mal eben nicht, „weil man ja nicht auf alles verzichten“ kann. Und verbieten lassen sie sich auch nichts. Und dann gibts auch auch immer noch die Erkenntnis-Resistenten, die sagen: Starken Regen gabs früher auch schon. Und Eiszeiten. Und heiße Sommer… Es ist schon erschreckend, finde ich. Es gibt zwar auch Positiv-Beispiele, aber ob das ausreicht, um die Erde Menschheit und viele andere Arten zu retten?

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