Nahe der Nahe

Heute war ich wieder in der Region unterwegs. Zwischen Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein führt ein schöner Weg entlang der Nahe. Ein Stück weit wird er von einer Allee beschattet und man kann den Fluss nur manchmal über schmale Pfade erreichen. Später wird die Landschaft offener. Und plötzlich sprach mich hier jemand an und ich bekam eine schängelnde Seltenheit zu Gesicht, und somit vor die Kamera.

Doch eins nach dem anderen. Nach dem Start der Wanderung in Bad Kreuznach führte der Weg zunächst an den Salinen vorbei. Dort riecht es salzig und die Luft ist sehr angenehm. Speziell für Menschen mit Atemwegserkrankungen soll das sehr gut sein. Ich lief an den imposanten Bauwerken entlang und nahm ein paar kräftige Atemzüge dieser etwas seltsam riechenden Luft.

Salinen

Weiter ging es an einer vom NABU angelegten Wiese vorbei. Dort blühte auch diese wunderschöne Distel.

Distel

Ein Stück an blühenden Wegrändern und einer Baustelle vorbei führte der Weg schließich auf eine schöne Allee. Hier hatte man in jedem dritten Baum einen Singvogel-Nistkasten aufgehängt, was ich etwas übertrieben fand. Aber in Bad Kreuznach fand man auch eine Straße, in der etwa alle zehn Meter auf beiden Straßenseiten ein 30er-Schild stand, mit dem Zusatz „Lärmschutz“. Und die 30 hatte man mit Streifen durchgestrichen. Da standen also geschätzte 80 neue Schilder auf einer Straßenlänge von einigen hundert Metern, die man ungültig gemacht hatte. Von daher wunderte mich nichts.

Ich ging weiter und genoss diese schöne Allee. Sie hatte einen gewissen Charme und nebenan rauschte die Nahe.

Allee

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Graureiher
Neben Höckerschwänen mit ihrem Nachwuchs, Nilgänsen, verschiedenen Enten und Komoranen sah ich auch diesen Graureiher.

Und dann kam plötzlich im offenen Gelände am Ufer der Nahe eine Frau auf mich zu und sagte, ob ich mal eine Würfelnatter sehen möchte. – Bitte was?! Dachte ich, und folgte ihr zum Ufer der Nahe. Und dann konnte ich es nicht glauben. Dort saß doch tatsächlich eine Schlange auf einem Felsvorsprung.

Würfelnatter

Würfelnatter

Und die sah mich auch noch richtig frech an. Aber das war nicht alles. Sie war nicht allein… 🙂 Da war noch eine… Und noch eine…

Würfelnatter

Und dort noch zwei…

Zwei Würfelnattern

Die hier bezüngelten sich. Schlangen nehmen mit der Zunge Duftmoleküle wahr, erkennen Feinde, Bedrohungen, Futter und natürlich auch Partner oder Rivalen.

Zwei Würfelnattern, eine züngelt

Und die beiden konnten sich wohl gut riechen…

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Was ich besonders toll fand: Alle Passanten und Interessierten gingen so vorsichtig auf die Schlangen zu, dass sie nicht verschreckt wurden. Es lag eine richtige Begeisterung in der Luft, aber auch Respekt vor den bedrohten und seltenen Tieren. Die Würfelnattern kommen wohl in Westeuropa nur noch an drei Orten vor. Einer ist dieses Schutzgebiet an der Nahe.7

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Gefährlich können die Tiere übrigens vor allem Fischen werden, denn die stehen auf ihrer Speisekarte ganz oben. Dem Menschen können sie nichts tun, sie sind nicht giftig.

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Eine der vielen Schlangen – es waren sicher mehr als zwanzig Tiere – hat sich auch offenbar gehäutet.

Haut

Der Platz an der Nahe ist natürlich ideal, da die Tiere hier besonnte und strömungsarme Bereiche mit Sandufer vorfinden, aber auch Steine und geeignete Plätze, um sich am Ufer niederzulassen. Und vor allem finden sie in der Nahe eines: Fische

Aber nicht nur Schlangen saßen hier herum. Auch diese neugierige Eidechse linste um die Ecke, und mir direkt in die Kamera.

Eidechse

Die hier war nicht ganz so fotogen und schneller weg.

Eidechse

Ich ging nach einer etwa zwanzig Minuten langen Foto-Session weiter und gönnte mir zum Abschluss der Wanderung noch ein Eis. Und einen Blick auf die Burg Rheingrafenstein. Sie wurde im 11. Jahrhundert erbaut, 1688 im pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen gesprengt und die Steine später für den Bau der Salinen in Münster am Stein verwendet…

Burg Rheingrafenstein

Aber auch die Felsen rundherum sind sehr imposant.

Felsen an der Nahe

Dann gings wieder heimwärts, mit der Gewissheit, dass in jedem Tag neue Wunder stecken können. Und dass man nicht in die Ferne schweifen muss, wenn das Gute tatsächlich so nah liegt. Man muss nur genau hinschauen, und vielleicht schaut sogar jemand zurück… 😉

Eidechse

2 Gedanken zu “Nahe der Nahe

  1. da hast du ja eine schöne wanderung gemacht. die fotos sind klasse! bei den schlangen hätte ich vermutlich das weite gesucht, weil ich nicht wußte, dass sie nicht gefährlich sind für menschen, einfach so, weil sie gefährlich aussehen. danke fürs teilen und ein gutes wochenende dir.

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