Angezapft…

Vorletzten Freitag hatte ich einen „blinden Passagier“ bei mir. Er hat sich einfach an mir festgeklammert, sich ein schönes Plätzchen gesucht und mich angezapft…

Was hier ein bisschen lustig klingt, blieb dann leider dann doch nicht so folgenlos.

Zecke

Denn dieses achtbeinige, eklige Wesen hatte es offenbar in sich.
Obwohl ich die Zecke relativ früh und sauber entfernte, mit Hilfe eine Zeckenkarte und ohne ihr aufs Hinterteil zu drücken, ließ sie mir scheinbar etwas zurück: Borreliose

Nachdem der Stich am Samstag relativ unspektakulär wirkte und sogar die Schwellung etwas zurückging, der kleine Bluterguss verschwand, begann er am Mittwoch plötzlich wieder zu jucken, was für mich ein eindeutiges Signal war: Ab zum Arzt

Das Resultat ist nun ein Bluttest, ein Ergebnis gibts Montag. Dafür habe ich bereits meine Drei-Wochen-Ration Antibiotikum bekommen, wovon ich nicht begeistert bin. Aber noch weniger bin ich von diesen tückischen Keimen begeistert, die in ein paar Monaten oder sogar Jahren plötzlich richtig böse Erkrankungen nach sich ziehen können.

Was ich besonders tückisch fand: Man hört ja immer davon, dass man nach einem Zeckenbiss vor allem zum Arzt gehen sollte, wenn die so genannte Wanderröte eintritt. Die war bei mir gar nicht vorhanden, und ich erfuhr dass sie nicht bei allen Betroffenen eintritt. Vielmehr kann auch der Juckreiz ein deutliches Zeichen sein, der dann erst Tage nach dem Stich wieder einsetzt.
Die Wanderröte ist bei mir seit gestern nun auch eingetreten, sie ist eine Art von Ekzem. Aber das Antibiotikum scheint zu wirken.
Auch Fieber, Erkältungssymptome und Abgeschlagenheit können Tage bis Wochen nach dem Stich auftreten, und sowohl auf FSME als auch auf Borreliose hinweisen. Davon bin ich zum Glück verschont geblieben und ich hoffe, die Sache verläuft nun ohne Probleme.

Ich kann daher nur empfehlen, im Zweifel lieber zum Arzt gehen!

Natürlich ärgerte ich mich sehr über diese kleinen, fiesen Biester. Und ich hörte von Bekannten auch, wie sie sagten: Das sind ja wohl die sinnlosesten Tiere, Plagegeister, und die braucht keiner.
Und dann informierte ich mich mal, denn dass es ein einziges Wesen gibt, das keinen Sinn in den Ökosystemen macht, würde mich doch sehr wundern.
Schon entdeckte ich, dass Zecken vor allem eines sind: Futter für Vögel. Sie werden auch selbst von bestimmten Pilzen besiedelt, Fadenwürmer befallen und töten sie. Auch eine bestimmte Wespenart legt Eier auf die Tiere, damit ihr Nachwuchs sich von ihnen ernähren kann. Sie haben also auch einen Nutzen in der Natur, ähnlich wie Steckmücken: Mückenfledermäuse freuen sich über sie ebenso wie bestimmte Vogelarten.

Und irgendwie habe ich mich in der Zwischenzeit wieder mit den Tieren versöhnt. Natürlich möchte ich gerne, dass sie mir fern bleiben. Und ich werde nun nur noch eng anliegende, helle Kleidung anziehen, wenn ich ein Gebiet betrete, in dem man die Tierchen vermuten würde: In hohem Gras und hohen Wildkräutern, im unteren Bereich von Hecken oder Bäumen. Zecken springen nicht, sondern lassen sich fallen oder werden einfach beim Vorbeigehen an Grashalmen abgestreift, um dann auf der Kleidung zu landen.
Da sie dann eine gewisse Zeit brauchen, um ein passendes Plätzchen zu finden, ist es sinnvoll sich direkt zeitnah abzuduschen UND danach abzusuchen.

Dann kann man auch wieder einigermaßen sicher raus und die wunderschöne Natur genießen.

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