Jetzt wirds „trumpig“

Habt ihr auch die Diskussion zum Plan der Grünen in den Medien verfolgt, die den Benzinpreis erhöhen möchten? Speziell die aktuellen Bundesregierungs-Parteien wettern gegen diesen Plan. Doch wie war das noch mal? – Wurden in den letzten 15 Jahren die Benzinpreise etwa nicht erhöht? Oder die Strompreise?

Doch, natürlich! Und zwar sehr deutlich! Die Parteien, die jetzt davon sprechen, dass man solche Erhöhungen den Bürgerinnen und Bürgern sozial nicht zumuten könne, haben solche Erhöhungen selbst mitgetragen und beschlossen. Daran waren die Grünen gar nicht beteiligt. Sie haben zugelassen, dass die EEG-Umlage von energieintensiven Betrieben (Schlachtbetriebe, Massentierhaltung, aber auch viele andere Betriebe) nicht gezahlt werden muss. Dafür müssen die Bürgerinnen und Bürger umso tiefer in die Tasche greifen.

Und der Gag an dem aktuellen Grünen-Bashing: Während Herr Scheuer gegen eine Benzinpreiserhöhung wettert, hat Herr Laschet ganz deutlich gesagt, dass die Energiepreise steigen müssen, damit die Klimaschutzziele erreicht werden können. Also unter ihm gäbe es auch eine weitere Benzinpreiserhöhung!
Dass man hier über sozialen Ausgleich sprechen muss ist klar – das sagen übrigens auch die Grünen. Gab es einen sozialen Ausgleich zu den Benzinpreis- und Strompreiserhöhungen der letzten 15 Jahre? Mir ist keiner bekannt.

Das ist alles nicht nur verlogen. Man versucht nun dem grünen politischen Gegner Skandale in die Schuhe zu schieben, dabei hat man selbst genügend davon: Unionspolitiker bereicherten sich an Maskendeals und Herr Spahns Ministerium wollte wohl falsch bestellte, nutzlose Schutzmasken an Behinderteneinrichtungen, Obdachlose und Hartz IV-Empfänger verteilen. Ganz ehrlich: Da dreht sich einem doch der Magen um, oder? Das ist abscheulich. Anstatt dass sie mal in ihren eigenen Reihen kehren, Frau Klöckner, Herrn Scheuer & Co. zu den tatsächlichen Arbeitgebern schicken, denen sie ohnehin treu ergeben sind, suchen sie bei anderen.

Das soll hier natürlich keine Parteiwerbung werden. Vielmehr möchte ich mal kurz meine Meinung zu diesem ganzen Theater äußern. Eigentlich sollten wir uns um die wichtigen Dinge kümmern: Klimawandel, Artensterben, soziale Fragen, Bildung, Digitalisierung, Gerechtigkeit, Frieden, Zusammenhalt,…
Stattdessen suchen wir nach Schmutzwäsche, reden über nicht angegebenes Weihnachtsgeld, evtl. zu Unrecht erworbene Doktortitel, das Rasen von Politikern oder andere Nebensächlichkeiten.

Manchmal kommt man sich vor, als lese man keine Tageszeitung sondern ein Boulevard-Blatt, das über Skandale unter Prominenten und Königshäusern berichtet. Man könnte fast vergessen, dass diese Leute die Geschicke eines Landes steuern und unsere Interessen vertreten (müssten). Fast könnte man übersehen, dass es etliche Krisenherde gibt, um die man sich kümmern sollte, anstatt sich mit Banalitäten zu befassen.

Was mich jedoch noch mehr stört sind die vielen Lügen und bewussten Falschaussagen, mit denen man Stimmung gegen den politischen Gegner macht. Da hat man die AfD kritisiert, hat Trump als Lügner und völlig inakzeptabel dargestellt. Und am Ende verhält man sich keinen Deut besser.

Vielleicht ist es ja eine Taktik, mit der man von den eigentlichen Problemen ablenken will, die man lösen müsste, aber nicht möchte oder soll? Vielleicht sind es einfach nur pure Machtgier und Egoismus?
Dabei kritisiert man zu recht die Verrohung in den sozialen Medien und der Gesellschaft, das Cyber-Mobbing, die Drohungen gegen Amtsträger und die Gewaltaufrufe. Man kritisiert die Diskriminierung und die Anfeindungen. Und dann sät man selbst den Samen der Zwietracht und des Hasses.
Und das Schlimme ist: Die Medien müssten hier eigentlich sachlich berichten, tun es aber auch zunehmend reißerisch. Es zählen Auflagen und Klicks – nicht mehr Fakten und Informationen. Und es gibt schon lange den Slogan in der Branche: „Only bad news are good news“

Da stürzt man sich lieber auf einen Skandal, anstatt sich mit Recherchen zu beschäftigen. Und das ist eine große Gefahr für die Demokratie. – Vielleicht eine der größten.
Ich habe mir nun vorgenommen, solche Berichterstattung  und Zeitungen oder Websites gezielt zu meiden, die vermehrt auf Boulevard-Meldungen setzen, und sich so der BILD angleichen.

Wer Lust hat auf ein alternatives Magazin, dem kann ich das enorm-Magazin empfehlen (keine Werbung – und bitte dort wie immer die Datenschutzvereinbarung beachten!)

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