Das Leben

Eigentlich wollte ich bei der „Stunde der Gartenvögel“ mitmachen und Vögel zählen. Aber ich musste erst mal die Giersch-Invasion in meinem Garten eindämmen. Der Regen der letzten Zeit hat dieses Kraut nämlich in die Höhe schießen lassen, ebenso die Brennnesseln. Und das gefällt den Pflanzen drumherum nicht wirklich. Außerdem musste ich einsäen und einpflanzen. Salat, Möhren, Spinat und Radieschen wurden frisch gesät – Tomaten, Mais, Paprika, Romanesco, Blumenkohl und Kohlrabi vorgezogen und jetzt gepflanzt. Ich es nicht ein Wunder, wie das Leben nach den kargen Monaten plötzlich die Welt in ein grünes, buntes, zwitscherndes und summendes Paradies verwandelt?

Der Star unter meinem Dach hat offenbar Junge. Ich habe es gestern zufällig entdeckt, die Kleinen gehört, und ihn gleich mal fotografiert. Er hat ganz schön zu kämpfen, immer wieder in diesen Hohlraum zu schlupfen. Aber es klappt von Tag zu Tag besser. Und er hält sein Nest sauber, wie man hier sieht.

Star

 

Aber nicht nur das Staren-Paar hat Nachwuchs…

Kohlmeise mit Nachwuchs

Und auch der hat ganz schön Hunger.

Kohlmeise beim Füttern

Ein Blick in den Teich zeigt zwar keinen Nachwuchs, dafür aber einige neue Bewohner. So wie diesen dicken Teichfrosch, mit einem hellgrünen Streifen auf dem Rücken.

Teichfrosch

Und diese Kröte ist auch noch relativ neu. Nach dem Ruf zu urteilen könnte es eine Erdkröte sein. Allerdings ist sie verblüffend dunkel in der Färbung, und auch der hohe Stand aus dem Wasser irritiert mich ein wenig. Daher bin ich mir noch nicht so ganz sicher

Erdkröte

Das gesellschaftliche Leben scheint nun auch wieder anzulaufen. Ob es besonders klug ist, bereits so große Öffnungsschritte zu gehen, obwohl erst 11% der Menschen in Deutschland geimpft sind? Und obwohl selbst Geimpfte erkranken und andere Menschen (auch nicht geimpfte) infizieren können?

Gestern berichtete man, dass ein deutsches Reiseunternehmen wieder eine Kreuzfahrt in Griechenland startet. – Ist es schlau, auf einem Kreuzfahrtschiff (geimpfte) Menschen reisen zu lassen, die dann, neben vielen Bildern, vielleicht auch eine Virusvariante als Souvenir für Geimpfte und nicht Geimpfte mit nach Hause bringen?
Ach ja, und wie war das noch mal? – Wir sollten etwas aus der Pandemie lernen, dass wir mit unserer Welt schonender umgehen müssen. Weil sie sonst drauf geht – und wir mit ihr?

Vergessen? Verdrängt? Geht der Wahnsinn weiter? Die ersten Schritte werden schon wieder getan.

Letztens traf es das Satire-Magazin Extra3 mit einem Post auf den Punkt, als es sagte:

Wenn wir etwas aus über einem Jahr Pandemie gelernt haben, dann: Nichts!

Ganz davon abgesehen nagt die soziale Isolation und diese dauernde Anspannung natürlich an sehr vielen von uns. Das ist nicht zu bestreiten. Das geht mir ja auch selbst so.

Ein Lichtblick für mich ist nun ein Festival. Ja, es gibt ein echtes Festival in kürze, das jedes Jahr in Mainz stattfindet. – Dieses Jahr selbstverständlich nur online, aber immerhin.

Und es ist ein wirklich tolles Festival. Ich kann es nur empfehlen. Vielleicht kennt es der eine oder andere von euch?

Das Open Ohr-Festival

Es kostet zwar 17 Euro pro Person, aber zumindest die Vor-Ort-Version ist absolut empfehlenswert. Schaut euch mal die Website an, auch das Programm.

9 Gedanken zu “Das Leben

    • Ja, da hast du recht. Und ich finde es immer wieder verblüffend. Momentan mache ich eine Ausbildung zum Wildbienenbotschafter des BUND und hier wurde auch gesagt, dass etwa von einer heimischen Pflanze zehn Tierarten abhängen. Das zeigt, wie sehr alles miteinander verknüpft ist. Und dass Lavendel zwar viele Bienen anlockt, aber noch lange nicht den vielen spezialisierten Wildbienen oder Faltern hilft. Ein naturnaher Garten kann so viel bewirken und so viel Leben anlocken.

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      • Ich habe ganz gezielte Bepflanzungen vorgenommen rund um mein Sandarium . Durch fragen und lesen habe ich mir etwas Wissen angeeignet, dabei sicherlich auch einiges falsch gemacht. Ich sage mir aber, etwas falsches zu machen ist immer noch besser als nichts zu machen. Wobei ich aber jetzt schon Insekten in meinem Garten sehe, die ich vorher noch nicht mal kannte. Sicherlich sind auch welche dabei die ich zuvor übersehe habe. Ich führe ähnlich wie bei der Vogelbeobachtung ein Tagebuch und bin erstaunt wie sich diese Aufschreibungen täglich vermehren.
        Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Ausbildung. Ich selbst bin seit vielen Jahren Natur und Landschaftswächter und habe dazu meine Ausbildung bei der Landschaftsbehörde mit einer Prüfung ablegen müssen.

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      • Ja, ich habe mir auch ein paar Bücher zum Thema gekauft, ein Webinar mitgemacht und jetzt die Ausbildung des BUND. Aber ich probiere auch aus und es ist z.B. verblüffend, wie ein blühender Brokkoli, der letztes Jahr keinen Kopf ausgebildet und den Winter überstanden hat, unzählige Wildbienen anlockt. Ich habe mir sagen lassen, auch eingepflanzte Lauchstangen aus dem Supermarkt würden im Spätsommer eine Blüte ausbilden und seltene Wildbienen anlocken. Das steht zwar so in keinem Ratgeber, aber es scheint zu funktionieren.
        Sehr interessant ist die Ausbildung zum Landschaftswächter. Bei uns gibt es solch eine Ausbildung leider nicht, soweit ich weiß. Ich bin gespannt auf das zweite Ausbildungs-Wochenende. Dann sollte eigentlich eine Exkursion stattfinden, aber ich denke vor Ort wird hier nichts möglich sein. Also wird es wohl auch per Webinar durchgeführt, was es bei der Artenbestimmung etwas komplizierter macht.

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      • Also in NRW gibt es in jedem Regierungsbezirk Landschaftswächter. Oft werden sie von Fischereiverbände oder Naturschutzverbände dem Umweltamt vorgeschlagen . Von dort bekommt man eine Einladung die dem Zweck dient, ob die vorgeschlagene Person für dieses Amt geeignet ist . Die melden dich dann zur Schulung an . Es folgen eine Vielzahl von Seminare zu verschiedensten Themen zb Gewässerkunde oder Wildpflanzen . Der Abschluss ist dann die Prüfung und die Ernennung zum Landschaftswächter. Ich mache das jetzt schon seit fast 20 Jahre.

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      • Sehr interessant. Bei uns in Rheinland-Pfalz gibt es das – so weit ich weiß – nicht. Zumindest nicht in der Region Rheinhessen. Wir haben hier in der Gemeinde erst seit etwas mehr als einem Jahr einen Umweltbeauftragten, der aber nur beratende Funktion hat…

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