Die Hecke ist weg...

Das Langstrumpf-Prinzip

Heute berichtete die Allgemeine Zeitung Mainz über die Rodungsaktion, von der ich letztens hier berichtet hatte. Und hieraus offenbart sich mir das Langstrumpf-Prinzip.

 

Artikel in der Allgemeinen Zeitung Mainz
Artikel in der Allgemeinen Zeitung Mainz

Beim Lesen kam mir der Begriff des „Langstrumpf-Prinzips“ in den Sinn. Was das ist? – Seht selbst…

Zum Thema Fledermäuse: Während wir bemängeln, dass durch den Wegfall der Hecken Leitstrukturen und Nahrungsgrundlagen für Fledermäuse zerstört wurden, spricht die VG-Verwaltung davon, dass am Graben keine Quartiere oder Wochenstuben vorhanden seien. Da es sich hier um Hecken und kleinere Bäume ohne Höhlen oder künstliche Quartiere handelt, waren hier natürlich auch weder Quartiere noch Wochenstuben betroffen. Wohl aber Leitstrukturen und Nahrungsgrundlagen. Die Fledermäuse nutzten diesen Korridor nachgewiesen zur Jagd. Das Gebiet wurde im letzten Jahr mehrfach mit dem Echometer abgegangen und dabei jagende Fledermäuse geortet. Das ignoriert man gekonnt.

Weiterhin wird davon berichtet, dass ein Fachbetrieb die Heckenpflanzen „auf den Stock“ gesetzt hätte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Hecken wurden fast bodengleich abgeschnitten und rundherum selbst der Grasbewuchs bis unter die Grasnarbe entfernt. Die lose Erde liegt an der Böschung und wird beim nächsten Regen im Graben landen. Verbliebene Bäume wurden mit der Kettensäge verstümmelt, Äste so abgeschnitten, dass ein Teil des Astes abreißt und somit eine große Wunde entsteht. Andere Äste wurden mehr abgerissen und weniger abgesägt. Bildmaterial zur Dokumentation liegt uns vor. Und dies ist aus Sicht der Verbandsgemeinde fachgerecht?

Ganz klar: Man handelt eindeutig nach dem „Langstrumpf-Prinzip“
Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt…

Doch wir werden diesem Treiben nicht tatenlos zusehen und stets den Spiegel vorhalten, damit das grüne Mäntelchen, das man sich gerne überzieht fällt.

13 Gedanken zu “Das Langstrumpf-Prinzip

  1. So läuft das ja wohl überall. Bei mir hat man ja gerade einen großen Teil alter Schlehen für eine Wegeverbindung platt gemacht, die schon lange geplant war. Naturschutzaspekte sind dabei sekundär. Ich habe zwar noch ein paar Eingaben gemacht, aber eins der wenigen naturbelassenen Flächen hier in der Gegend ist nun weg. Wenn geschnitten wurde früher, dann sah es so aus, wie du es beschreibst. Die Äste werden nicht abgesägt, sondern eher zerfetzt. Sehe ich öfter. Soll wahrscheinlich ein neues Austreiben verhindern?? Auch dieses radikale auf den Stock setzen und dann auf lange Strecken gleichzeitig. Irgendwie ist so vieles kontraproduktiv. So wie das, was du hier schilderst, da sind Fledermäuse, und die anderen nehmen das nicht wahr. Es müßte viel mehr Zusammenarbeit unter Naturschutzaspekten geben. Wir reden von Artensterben und dem Rückgan von Vielfalt und weiterhin macht man mehr kaputt, als daß man gewachsene Strukturen erhält. Vermutlich hätte der Schnitt nicht so radikal ausfallen müssen, wenn man regelmäßig etwas getan hätte. Ich drücke auch die Daumen, daß ihr was bewirken könnt! LG

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    • Das klingt ja auch nicht gut bei Dir. Dabei sind Schlehen so schön und nützlich – für die Insekten, aber auch speziell für Falter und ihre Raupen. Es ist einfach unbegreiflich, wie man von Artenschutz reden kann, im Regenwald oder anderswo einfordern, und selbst vor der Haustür die letzten Naturflächen platt macht. – Anders kann man es nicht nennen. Ich hoffe, wir kommen hier weiter und können etwas bewirken. Zumindest öffentliche Aufmerksamkeit haben wir schon mal erreicht. Es kamen etliche Rückmeldungen, die unseren Vorwurf unterstützten. LG Torsten

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  2. Ich find es schon gut, sich die Weelt so zu machen, wie sie einem gefällt… doch wem gefällt sowas? Die Hecke hätte mir besser gefallen. Klingt nach extrem schlampig ausgeführter Arbeit. Bewi uns gibt es auch viele Anlagsfirmen oder Gärtner, die einfach Pflanzen beschädigen oder verstümmeln und dann behaupt, die seien beschnitten oder sinnvoll zurückgeschnitten.

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