Lichtblicke

Die letzten drei Wochen waren sehr hektisch. Die Heckenrodung hat mich einige Zeit beschäftigt – tatsächlich wie mental. Eigentlich war ich in lezter Zeit sehr ausgeglichen, doch zusammen mit den Hecken riss man mich auch aus dieser Ausgeglichenheit. Der Blutdruck stieg in nie gekannte Höhen. Dann war noch einiges anderes drumherum, und gestern meine taumelnde Katze als medizinischer Notfall. – Ja, es war einiges los…

Aber erst mal eins nach dem anderen. Die Rodung der Hecke beschäftigte mich einige Zeit lang. Gestern war internationaler Tag der Artenvielfalt. Alle reden darüber, und doch haut man bei nächster Gelegenheit gleich mal eine ganze Hecke weg. Man muss sich sogar noch Kommentare anhören wie: Dann ist der Graben auch endlich mal wieder sauber.

Wenn man so etwas hört, denkt man, man lebt in Parallelwelten. Wie kann man denn so blind sein und eine solche Meinung vertreten? Es kann nicht alles im Steinvorgarten-Stil gestaltet werden. Oder am besten kanalisieren wir gleich alle Gräben und betonieren die letzten Grünflächen zu, malen Bäume und Vögel an die Wände, und freuen uns aufgrund dieser schönen Ordnung?
Zum Glück gibt es aber auch Menschen, die nicht so denken und die sich sehr wohl an den vollkommen überzogenen Rodungen empören. Man hört einige Kritik daran, doch warum beschweren sich diese Leute nicht direkt bei denen, die das Unheil angeordnet haben – und es wieder tun werden?

Die Presse wird nun über das Thema berichten und ich hoffe, es wird sich dadurch etwas bewegen. Wenigstens der kleine Laubhaufen, den wir für den Igelschutz aufgeschichtet haben, wird wohl nun respektiert und nicht auch noch abtransportiert. Es lebe der Arten- und Umweltschutz…
Und wir wollen tatsächlich den Regenwald in Brasilien schützen, wenn wir es nicht mal schaffen, vor unserer eigenen verdammten Haustür harmlose Hecken wachsen zu lassen? Weil sie uns zu hässlich sind, wir lieber Ordnung und Sauberkeit schaffen wollen? Und während wir diese Unordnung beseitigen, lassen wir die weggeworfenen Plastikverpackungen im Graben natürlich zurück. Die verstopfen ihn dann nicht, und sind nicht hässlich?!

Nein, ich reg mich nicht auf. Es ist nicht gesund, mit einem Blutdruck von über 170 durch die Gegend zu laufen. Und Stress gibts momentan genug. Gestern ging es hier z.B. richtig rund.
Meine Katze kam vom Vormittagsschlaf aus dem Körbchen und taumelte. Das heißt, sie schüttelte den Kopf und kippte dann mit den Hinterbeinen weg. Zwar kam sie wieder auf die Beine, aber taumelte ein paar Schritte entfernt wieder.
Alles natürlich kurz vor der Mittagspause aller Tierärzte, nur die Tierklinik war noch eine Option, aber die liegt etwa 40 Kilometer entfernt. Da sich die Probleme von Cindy wieder besserten, warteten wir bis eine Tierärztin um 14:15 Uhr wieder geöffnet hatte und fuhren zu ihr. Sie tippte auf eine Durchblutungsstörung, vielleicht auch einen Mini-Schlaganfall. Dann gab sie Cindy hochdosiertes Vitamin B und Cortison und ich nahm sie wieder mit heim. Zwar taumelte sie nicht mehr, aber schlief fast den ganzen Nachmittag, den Abend und die Nacht durch. Dafür konnte ich nicht schlafen, denn meine Cindy ist seit 11 Jahren bei mir und ich hänge sehr an ihr.

Cindy
Cindy

Heute Morgen dann kam der Lichtblick: Sie taumelte noch immer nicht und wollte sogar wieder „Gassi gehen“, also am Geschirr durch Garten und Hof, wie wir das immer machen. Insgesamt war ich eine Stunde mit ihr unterwegs und entdeckte dabei auch im Garten diesen weiteren Lichtblick.
Krokusse, Schneeglöckchen – das Leben erwacht.
Und so frustrierend es manchmal erscheint, irgendwo taucht dann so ein Glücksmoment auf, der zeigt wie wichtig etwas im Leben ist – und wie dankbar man dafür sein muss, dass man es hat. Nichts ist selbstverständlich!
Man sieht das Leben, das sich seinen Weg bahnt – das Gute, das sich aus der Erde streckt. Man muss es nur sehen.

Und am Ende dieses Textes kommt mir dann noch ein Spruch in den Sinn, den ich letztens irgendwo gelesen habe:
Was ist schlimmer als einen Wurm im Apfel zu finden? –
Einen halben Wurm im Apfel zu finden!

Also: Immer positiv bleiben!

4 Gedanken zu “Lichtblicke

  1. deine sorge um cindy kann ich sehr gut nachvollziehen. meine katze war kürzlich auch einen tag lang nicht gut zurecht und ich habe mir auch voll die sorgen gemacht und die tierärztin kam dann her. am nächsten tag war sie wieder munter, also die katze, von der ärztin weiß ich es nicht. *lach* jedenfalls kann ich dein nächtliches wachbleiben sehr gut verstehen. es gehen einem dann so einiges durch und durch.
    schön, dass auch cindy schon einen tag später wieder gut zurecht war. dass du mit ihr an der leine gehen kannst, ist ja phänomenal. das muss man früh anfangen, und manche katzen mögen das gar nicht. meine zum beispiel. 🙂 aber manchmal gehe ich spazieren und es gibt in der nähe eine katze, die auch „gassi gehen“ darf mit ihrem frauchen.
    einen angenehmen abend dir. liebe grüße

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    • Ja, man leidet wirklich mit, wenn es der Katze oder dem Haustier nicht gut geht. Meine Cindy hat durch das „Vitamin-Doping“ scheinbar einen richtigen Schub bekommen und ist gestern durch die Gegend gesprungen wie eine junge Katze. 🙂 Ich habe sie an das Geschirr schon von Anfang an gewöhnt, da sie nur ein Auge hat und dadurch nicht so richtig abschätzen kann, wenn sie irgendwo balancieren muss oder wegrennen. Und da ich außerdem an einer dicht befahrenen Straße wohne, auf der schon einige Katzen ihr Leben verloren haben, ist sie eine Wohnungskatze mit Gassi-Gang. Meine vorherige Katze, die ich im Alter von einem Jahr von jemandem übernommen hatte, wollte ich auch ans Geschirr gewöhnen. Also habe ich sie einmal probeweise angeleint, sie hat sich schlagartig auf den Boden gelegt und ich hatte Mühe, das Geschirr wieder zu lösen. 🙂 Ohne dass sie mir die Hände verkratzt hat. Und von dem Moment rannte sie schon, wenn sie das Geschirr sah… Cindy ist da vollkommen entspannt und kennt es ja auch nicht anders. Schönes Wochenende und liebe Grüße

      Gefällt 3 Personen

      • freut mich sehr zu lesen, dass cindy wieder so fit ist. ja, man leidet mit, absolut.
        das mit dem geschirr ist, glaube ich, eher selten. schön, dass cindy das erlaubt. vielleicht gibt es ihr ja auch ein bisschen mehr sicherheit, wer weiß.
        schönen freien tag, und liebe grüße zurück

        Gefällt 1 Person

      • Ja, die Tierärztin hat sie nun auch auf Diät gesetzt, was ihr nicht so gut gefällt. Die Blutuntersuchung ergab, dass sie für ihre 11 Jahre richtig fit ist, aber halt ein bisschen zu pummelig. Also heißt es jetzt erst mal Diätfutter. Bis jetzt nimmt sie es auch an. 🙂
        Ohne Geschirr hätte ich mich auch nicht getraut sie raus zu lassen. Wir hatten schon öfters Freigänger oder Streuner-Katzen, und fast alle wurden früher oder später auf der Straße überfahren… Und Cindy ist sowieso mit ihrem einen Auge etwas unsicher in manchen Situationen. Liebe Grüße Torsten

        Gefällt 1 Person

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