Mainzer Sand

Heute war ein Großteil des Schnees geschmolzen. Trotzdem bot sich ein kleiner Ausflug nach Mainz an. Denn hier existiert eine wunderschöne Landschaft: Der Mainzer Sand. Er ist nicht nur fürs Auge ein Juwel, sondern auch für die Artenvielfalt. Aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit halten sich hier teilweise ganz selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. So  blüht hier z.B. eine der seltensten Pflanzen in Deutschland: Die Sand-Lotuswurz. Ihr nächster Standort ist hunderte Kilometer entfernt. Trotz allem soll die angrenzende Autobahn A63 ausgebaut werden, und bedroht daher dieses wertvolle Naturschutzgebiet. – Einfach unfassbar!

Es ist für mich jeden Mal ein phänomenaler Anblick. Man verlässt das Hochhausviertel durch eine Unterführung hinter sich und steht nach etwa 100 Metern über eine asphaltierte Straße vor einer steppenartigen Landschaft. In der letzten Eiszeit wurde sie geformt, Sand und Dünen ließen die Gletscher hier zurück. Natürlich entstand auf diesem besonderen Boden auch eine spezielle Artengemeinschaft. Ameisenlöwen, Sandwespen, verschiedene Falterarten und andere selten gewordene Tiere kann man hier sehen.

Wenn man ein Stück des Rundwegs läuft offenbart sich einem ein kontrastreiches Bild.

Mainzer Sand vor Hochaussiedlung
Mainzer Sand vor Hochaussiedlung

Sehr nah befindet sich dieses Kleinod an der letzten Bebauung, und auf der anderen Seite führt die Autobahn vorbei, die Richtung Wiesbaden führt.

Autobahn ganz nah...
Autobahn ganz nah… Was man hier nicht erkennen kann: Sie führt direkt an dem Naturschutzgebiet vorbei.

 

Besonderer Lebensraum

 

Kiefern
Einzelne knorrige und alte Bäume stehen mitten in der savannenartigen Landschaft

 

Viele Tiere finden hier einen Lebensraum vor. Heute sah ich nur einen Grünspecht, hörte das "Revier-Hämmern", es flogen ein paar Rabenkrähen herum, sowie Kohlmeisen. Aber bald tobt hier wieder das Leben.
Viele Tiere finden hier einen Lebensraum vor. Heute sah ich nur einen Grünspecht, hörte das „Revier-Hämmern“, es flogen ein paar Rabenkrähen herum, sowie Kohlmeisen. Aber bald tobt hier wieder das Leben.

 

Mistel
Halbschmarotzer in einer Kiefer: Die Mistel wächst hier und entzieht dem Wirt „nur“ Wasser, aber keine Nährstoffe.

 

Baumleiche
Eine vermeintliche Baumleiche wird mit der Zeit zum Lebensraum. Unzählige Insekten leben von dem abgestorbenen Holz, legen ihre Eier hinein. Die Larven fressen sich durch das Holz, schlüpfen. Zurück bleiben Bohrlöcher, die wiederum von Wildbienen oder anderen Insekten genutzt werden. Auf Spechte folgen Meisen, aber auch Fledermäuse und andere Tiere. Wenn man die Natur denn machen lässt…

 

Moospolster
Das grüne Polster zwischen dem Gras ist übrigens Moos.

Moos

Bleibt zu hoffen, dass dieses Juwel erhalten bleibt und nicht durch den Ausbau der Autobahn großen Schaden nehmen muss.‘
Näheres zum Mainzer Sand gibts hier.

Kiefer in der savannenartigen Landschaft

5 Gedanken zu “Mainzer Sand

    • Ja, das ist ein kleines Paradies, finde ich. Ich war auch schon im Sommer dort, da ist es besonders schön, wenn es blüht. Und es gibt wohl noch einen zweiten und größeren Teil, hat mir letztens eine Freundin gesagt. Den werde ich mir auch noch demnächst anschauen und hier berichten. 🙂

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