Kleine Wunder zum dritten Advent

Ich wünsche allen einen schönen dritten Advent mit diesem kleinen Stern hier. Entdeckt habe ich ihn in meiner Wohnung und ich weiß, es sind noch mehr von ihnen da. Kleine Wunder kann man in dieser dunklen Jahreszeit sehr gut gebrauchen, wo draußen fast nichts blüht, die Vögel verstummt sind, und kein Insekt mehr durch die Gegend summt. – Von den Auswirkungen der unsichtbaren Gefahr ganz zu schweigen, die uns in den Medien jeden Tag zunehmend wieder in Angst auslösenden, hollywoodreifen Endzeit-Bildern vor Augen geführt wird.

Geht euch das auch so, dass ihr denkt: Meine Güte, ich weiß jetzt Bescheid?
Jeder, der das Fernsehen einschaltet und somit das tägliche Brennpunkt-Super-Sonder-Spezial auf allen Kanälen verfolgt, weiß doch wie schlimm es steht. Jeder, der von diesen Bildern aus den Intensivstationen ein flaues Gefühl und Angst bekommt, der hält ohnehin schon Abstand und sich an die Regeln.
Alle anderen, die sich nicht um das Problem scheren und auch keine Abstände einhalten – will man sie mit diesen Bildern von Ärzten erreichen, die in Schutzanzügen stecken wie im schönsten Hollywood-Endzeit-Szenario? Die denken doch eh, das sei alles keine Gefahr, frei erfunden oder sie seien resistent gegen dieses Virus, da sie schon gegen Fakten und klares Denken eine Resistenz entwickelt haben.

Wen will man denn da noch mit diesen Schreckens-Bildern erreichen? Oder besser gesagt: Verunsichern?

Wäre es nicht sinnvoller, wenn man den Verkauf von Böllern verboten hätte? Bisher untersagt man nur die Nutzung auf öffentlichen Plätzen, zu Hause im privaten Hof und Garten ist es nicht untersagt. Wo ist da die Logik, wenn sich unverbesserliche, feierwütige Leute dann eben auf ihren Privat-Grundstücken treffen, um Böller abzuschießen? Unabhängig von Haushalten, Anzahl oder Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. – Genau, nirgendwo! Da ist keine Logik!
Wo ist die Logik, die Kinder bis zum letzten Schultag vor den Ferien in die Schulen zu zwingen, damit sie sich schön noch infizieren können, um dann Oma und Opa ein tolles Weihnachtsgeschenk mitbringen zu können? – Auch hier fehlt sie.
Warum gibt es noch immer kein Konzept, auch darüber hinaus Kinder online zu unterrichten, zumindest jene in höheren Klassenstufen? In Finnland funktioniert das z.B. sehr gut. Die Infektionszahlen sind dort auch deutlich niedriger. – Oh Wunder…
In Deutschland schafft man es nicht trotz einem halben Jahr Vorlaufzeit, denn es wusste ja jeder: Da kommt eine zweite Welle! Wo ist da die Logik? – Sie fehlt grundlegend!

Angst lässt erstarren...
Angst lässt erstarren…

Darüber spricht irgendwie keiner in den Medien. Man ist so damit beschäftigt, die Angst zu schüren, die Leute mit (dramatischen und völlig sinnlosen) Bildern zu überfluten, sie am persönlichen Leid der Betroffenen teilhaben zu lassen wie in einer großen Unterhaltungssendung. Anstatt sich der Lösung zuzuwenden, hält man die Kamera aufs Problem. Und macht die Menschen, die ohnehin verängstigt sind, noch panischer.
Das ist wohl dem Leitspruch geschuldet, der sich im Journalismus festgesetzt hat:

Bad news are good news

Verbreitet man Angst, erreicht man die ursprünglichste Emotion des Menschen. Man sorgt so für Vorsicht, aber es ist ein schmaler Grat bis zur Panik, die den positiven Effekt umkehrt. Mit Ängsten spielt man momentan. Was man noch vor einiger Zeit (zu recht) an der AFD kritisierte, nämlich dass nie nur mit Ängsten spielt, macht man nun in großem Ausmaß selbst. Auch die Presse verdient durch die Ängste. Schließlich bedeuten jeder Klick und jede gekaufte Zeitung mehr Einnahmen. Und wer um sein Leben fürchtet, der gibt gerne mal was aus für neue Infos zum Virus.

Besinnliche Weihnachtszeit?

Ich wünsche mir einfach ein wenig mehr Besinnlichkeit, und dass die Menschen zur Besinnung kommen:
Ein strenger Lockdown für 2-3 Wochen ist okay. Panikmache ist nicht okay! Sie erreicht die falschen, sie treibt Menschen in die Angst und macht alles noch viel schwerer. Sie trifft psychisch kranke Menschen extrem hart, während die Unverbesserlichen das komplett ignorieren. Dabei muss man doch diese bestrafen und einschränken, nicht aber jene weiterhin in Angst und Schrecken versetzen, die es längst verstanden haben!

Angst ist ungesund, sie verursacht Stress. Dieser schwächt das Immunsystem. Und eine schwache körpereigene Abwehr kann ja nun wirklich keiner wollen.

Nach diesen Gedanken zum Thema, das momentan alles beherrscht, zurück zu den kleinen Wundern.
Der Stern im Beitragsbild ist tatsächlich ein Bewohner meines Meerwasser-Aquariums, ein Seestern.

Und nachts kommt noch ein anderes Wesen zum Vorschein. Mitten in der Dunkelheit habe ich mal das Licht im Becken eingeschaltet und siehe da: Eine See-Anemone findet sich im Lebendgestein. Wunder verstecken sich oft gerade in der Dunkelheit, in dunklen Zeiten. Vielleicht auch eine Chance, in Zeiten der Pandemie diese kleinen Wunder zu entdecken.

Anemone
Anemone

Übrigens: Ich habe in dieses Becken nur Lebendgestein und einige Einsiedler-Krebse gesetzt. Die Natur überrascht mich von Zeit zu Zeit immer mal wieder mit neuen Lebewesen, die plötzlich auftauchen. Seien es Borstenwürmer, Glasrosen, Seesterne oder eben Anemonen.

Zum Schluss möchte ich noch einen meiner langjährigen Mitbewohner zu Wort kommen lassen. Für alle Gestressten, denen die „Bad News“ einfach zu viel werden. Wenns dem nämlich zu bunt wird, taucht er einfach mal ab ins Unterwasser-Dickicht, und lässt das ganze Treiben hinter sich.
Im Zweifel also: Einfach mal den ganzen Zirkus abschalten.

Wels
Mr. Wels

2 Gedanken zu “Kleine Wunder zum dritten Advent

  1. Genau, online-Unterricht hätte die Zahlen niednig gehalten! Es ist so unnötig, dass so viele sterben müssen, nur weil bei uns die Unterrichtsministerin eine völlig unsinnige und sardistische Linie durchzog und sogar Infizierte in die Schule zwang! Was dein Becken betrifft: Das sind wirklich schöne Bilder, mit bezaubernden Lebewesen. Was den Garten betrifft: Du glaubst es nicht, gestern fand ich soagr noch Brombeeren! Ob die aber ganz reif werden, ist fraglich. Doch ansonsten ernsten wir immer noch Kartoffeln, Kräuter, Mangold, Möhren, Kohlrabi und Salat. Und blüihen tun bei uns noch mehrere Rosen. Und das in Skandinavien! Unglaublich

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    • Bei uns gibt es auch gerade wieder die Diskussion, ob die Schulen nach dem 10. Januar wieder geöffnet werden sollen. Dabei sind die Zahlen der positiv Getesteten sehr hoch, es gibt pro Tag teilweise über tausend Tote. Und trotzdem halten sie an dem Gedanken fest, dass man die Kinder doch vor Ort unterrichten muss .Es gibt Forderungen, die Schulferien bis Ende Januar zu verlängern, und diese zwei Wochen von den Sommerferien abzuziehen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie gehört werden. Ich fürchte beinahe schon, dass sie ab dem 11. wieder die Schulen öffnen. Man kann das einfach nicht verstehen. Online-Unterricht wäre bestimmt auch möglich, und ein Schritt in die Zukunft. Aber das wollen sie nicht. Lieber Präsenz-Unterricht, koste es was es wolle… Einfach völlig unverständlich.
      Ja, es ist einfach unglaublich, wie sich der Klimawandel bemerkbar macht. Sogar in Skandinavien noch Brombeeren und Kartoffeln. Bei uns ist es momentan mal einigermaßen winterlich. Heute schneit es, allerdings wird daraus bei uns in Rheinhessen meist Schneematsch oder er bleibt gar nicht liegen. Jedenfalls freue ich mich über den Niederschlag. Wir haben letztens für eine Baumpflanzung ein etwa 60 cm tiefes Loch ausgehoben. Die ersten 30 cm war die Erde noch etwas feucht, darunter staubtrocken. – Und das trotz Regenwetter. Gut, der Boden hat sehr viel Nachholbedarf. Es müsste über Wochen andauernd regnen, damit sich hieran etwas ändert. Nur fürchte ich, dass das nicht der Fall sein wird. Zum Glück haben wir einen Felsenahorn gepflanzt, der ohnehin mit weniger Wasser klarkommt.
      Ich wünsche Dir einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches Jahr 2021.

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