Weihnachten mordfrei

Jedes Jahr geschieht das Gleiche: Kurz vor Weihnachten muss ein Wesen schon in jungen Jahren dran glauben. Es wird nieder gemetzelt. Und ich rede dabei nicht „nur“ von den Puten oder Gänsen, was wirklich grausam genug ist! Nein, heute rede ich auch von Klimaschützern.

Ja, ich bin in den letzten Jahren auch öfters der Tradition gefolgt, bin mit der Säge losgezogen und habe einem Verbündeten gegen den Klimawandel kurzerhand abgesägt. Die Rede ist natürlich vom Weihnachtsbaum und ich war selbstverständlich nicht im Wald unterwegs, sondern auf einer Fläche, wo man selbst Bäume schlagen darf.
Ich kann mich noch erinnern, dass mein Großvater vor etwa dreißig Jahren einige Male Weihnachtsbäume mit Ballen gekauft hat, die der dann nach den Festtagen nicht entsorgt, sondern eingepflanzt hat. Zwei der Bäume sitzen noch im Garten. Auch wenn sie nicht sehr groß geworden sind, sind sie doch kleine Klimaschützer.
Warum also nicht gerade heute den Weihnachtsbaum mit Wurzel kaufen?
Nun, das ist leider gar nicht so einfach. Denn die meisten die man kaufen kann sind geschlagen. Oder sie haben einen Wurzelballen, der sich jedoch bei näherem hinsehen als ein Haufen Erde entpuppt, in dem der abgeschlagene Baumstamm steckt. Hierauf macht dann auch der Verkäufer deutlich aufmerksam: Keine Anwachsgarantie!

Also musste ein Baum her mit echter Wurzel, der auch in diesem Topf gewachsen ist. Ich habe einen gefunden und heute kam er mit der Post. Ich weiß, das war nicht die ökologisch sinnvollste Variante. Aber immerhin stammt er aus Deutschland, was man von den vielen anderen geschlagenen nicht behaupten kann. Sie kommen zum Großteil aus Dänemark (!) Dort gibt es große Betriebe, die in Monokultur Weihnachtsbäume großziehen. Hier wird natürlich sehr viel Gift und Dünger versprüht, da die Bäume in dieser Einöde sonst krank würden.

 

Nordmann-Tanne im Topf
Nordmann-Tanne im Topf

Nun weiß ich natürlich nicht, ob meine Nordmann-Tanne auch einen Giftcocktail abbekommen hat. Aber eines ist sicher: Bei mir wird sie es gut haben und darf nach Weihnachten weiter wachsen. Denn irgendwie passt der tote Baum im Wohnzimmer nicht so richtig zum Fest des Lebens und der Nächstenliebe.
Ich hoffe, dass der Baum dann auch den Klimawandel gut verkraften wird. Eigentlich wollte ich mir eine Serbische Fichte kaufen, die trockenheitsresistenter ist. Aber leider verträgt diese die warmen Temperaturen im Wohnzimmer nicht. Daher wurde es diese Nordmann-Tanne.

Zwar weiß ich bisher noch nicht, wohin ich diese Tanne pflanzen werde. Aber vielleicht ist das auch eine gute Gelegenheit, sich noch einmal nach einem neuen Grundstück umzusehen. Auf dem dann die nächsten Weihnachtsbäume landen können, und noch einige andere, heimische Laubholzarten. Die Natur würde es freuen… Vielleicht könnte man hier sogar eine waldartige Fläche anlegen nach der Miyawaki-Methode.

Wie schön belebt Bäume und Baumstämme sein können, durfte ich letztens im Hühnerauslauf wieder bewundern. Gewachsen ist dieses Wunder auf dem Stamm des alten Kirschbaums der Sorte „Büttners Knorpelkirsche“.

Flechten
Flechten

 

Flechten und Moose
Flechten und Moose

 

Flechten, Moose, Gras...
Flechten, Moose, Gras…

Zwar müssen die beiden Hennen und der Hahn aufgrund der Geflügelpest wieder im Stall bleiben. Aber sie haben dort genug Platz. Und im Auslauf wird sich in der hühnerfreien Zeit sicherlich auch ein bisschen Bewuchs entwickeln. – Den die drei verfressenen Vögel aber binnen eines Tages wieder dem Erdboden gleich machen werden. 🙂

3 Gedanken zu “Weihnachten mordfrei

  1. Ich hoiffe, es macht dir nichts aus, wenn ich hier mein Link reinpaste, wie wir es machen, ansonsten kannst du ihn ja löschen: https://newvisionspublications.wordpress.com/2020/12/30/einfache-weihnachtsdekorationen-selbst-gemacht-und-was-das-mit-echter-julehygge-zu-tun-hat/
    Aber uns ergeht es ähnlich wie dir, und da man ja sowieso so vieles im Garten hat, was sowieso abgeschnitten werden muss, sogar in einem wilden Garten wie unserem, da passt das gut – und noch dazu ist die ganze Weihnachtsdeko kostenlos und macht keinen Müll

    Gefällt 1 Person

    • Danke Dir für den Link zu dem sehr interessanten Artikel. Ja, man kann sehr viel selbst machen und es sieht auch noch richtig toll aus. Ich finde Upcycling spannend, wegen dem Nachhaltigkeitsgedanken. Man tut was Gutes für die Umwelt, und spart auch noch Geld. Sehr schön. 🙂

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