Nebeltau auf einem Blatt

Es wird knapp…

Momentan spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels hautnah. Es ist erschreckend, wie die Dürre um sich greift und sowohl unsere Wälder als auch unsere Ernten massiv bedroht. Doch es gibt auch Zeichen der Hoffnung. Immer öfter werden die Zeichen der Zeit erkannt. Ein sehr gutes Beispiel, wie Klimaschutz funktionieren und zugleich dem Menschen nutzen kann kommt ausgerechnet aus Pakistan.

Durch die Medien geistern momentan Zahlen, dass in Deutschland die Ernten von Getreide um 5 Prozent zurückgegangen ist. Ursache hierfür sind die Dürrejahre, die eindeutig einen deutlichen Zusammenhang mit dem Klimawandel haben.
Das ist schlimm für die betroffenen Landwirte – ganz ohne Frage. Doch ist das Problem auch oftmals hausgemacht. Auf den monokulturell angelegten Feldern in riesigen ökologischen Wüsten, kann der Boden einfach das Wasser nicht mehr speichern und es vor allem nicht halten. Es verdunstet.
Die Natur macht es uns vor: Ein Blick einen naturnahen Wald zeigt, dass nirgends die Erde unbedeckt bleibt. Überall steht Unterbewuchs, liegt Totholz oder Laub. Dort kann deutlich mehr Wasser gespeichert werden. Auch binden Bäume Niederschläge über längere Zeit in ihrem Umkreis. Nicht umsonst entstehen in Wäldern Quellen. Auf den Feldern, die man aufgrund des maximalen Ertrags komplett von Hecken, Sträuchern und Wildkräutern befreit hat, existiert diese Funktion einfach nicht mehr. Hinzu kommt, dass Wälder durch Verdunstung und wohl den Ausstoß bestimmter Moleküle selbst Regen produzieren. Gibt es keine intakten und naturnahen Wälder, fällt auch automatisch weniger Regen.

Die Dürre mit ihren Ernteeinbußen könnte jedoch einen neuen Blick auf die Millionen Tonnen Lebensmittel werfen, die jedes Jahr im Müll landen. Und deren Rettung – so wurde es heute höchstrichterlich bestätigt – eine strafbare Handlung darstellt. – Nicht ihre tonnenweise Entsorgung!

Dabei „verbraucht“ die Herstellung von 1 kg Rindfleisch 15.400 Liter Wasser. Das sind 123 Badewannen!  Ein Kilogramm Schweinefleisch benötigt 6.000 Liter, das sind immerhin 48 Wannen voll. Und selbst für die Produktion von einem Liter Kuhmilch müssen 1.000 Liter eingesetzt werden.
Somit wird klar: Wenn wir so weiter machen, wird das Trinkwasser definitiv knapp.

Wenn man sich jedoch umschaut, könnte man meinen, Wasser wäre unbegrenzt vorhanden. Durch die Corona-Pandemie bleiben viele Menschen zu Hause und richten sich im Garten einen Pool ein, der einige tausend Liter Trinkwasser fasst. Wir waschen unsere Autos mit Trinkwasser und spülen durch unsere Toiletten kostbares Nass. Gleichzeitig wird noch in viel zu wenigen Gemeinden die Regenwassernutzung aktiv gefördert, die hier Abhilfe schaffen könnte. Auch bestimmte, wassersparende Toilettensysteme werden nicht gefördert oder gefordert. In Neubaugebieten wird Regenwasser noch immer viel zu selten getrennt abgeleitet oder gesammelt. So könnte man meinen, wir sitzen auf einem gewaltigen Regenwasser-See, der nur für uns bestimmt ist.

Dabei ist es bei weitem nicht so. In Mittelhessen hat man nun damit begonnen, 50 Meter tiefe Trinkwasserbrunnen zu vertiefen, da dort tatsächlich das Wasser knapp wird. Nun bohrt man 200 Meter in die Tiefe und man fragt was, was man denn beabsichtigt zu tun, wenn auch diese Tiefe nicht mehr ausreicht.

In den Hochgebirgen hat man diese Möglichkeit nicht. Denn dort bezieht man das Trinkwasser entweder durch die Niederschläge oder durch die Gletscherseen. Da die Gletscherschmelze jedoch ungebremst voranschreiten, wird dort das Wasser bald knapp. Und da ein Teil dieser Gletscherseen auch große Flüsse wie den Rhein speisen, wird sich dieser Mangel fortsetzen.
Momentan versucht man, in den Gebirgen durch das künstliche Beschneien an ökologisch sinnvollen Stellen weiße Flächen zu schaffen, und somit das Erhitzen der Felsen zu verringern. Ob dies gelingt und wirtschaftlich über lange Sicht möglich sein wird, ist fraglich. In jedem Fall ist es einer von vielen Versuchen, den Klimawandel zu bremsen.

In Westpakistan hat man damit begonnen massenhaft Bäume zu pflanzen. Nachdem das Land in den letzten 15 Jahren die Hälfte seiner Wälder verloren hat, möchte man aufforsten. Man hat die Zeichen der Zeit erkannt. Durch das Billion-Tree-Project wird aufgeforstet. Hinzu kommt, dass viele Menschen aufgrund der Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren haben. Viele von ihnen haben nun die Möglichkeit, bei dem Projekt mitzuarbeiten und zumindest ein kleineres Einkommen zu beziehen.

9 Gedanken zu “Es wird knapp…

  1. Kein Problem, die Meisten leben nach dem Motto „nach mir die Sintflut“, somit rechnen sie auch damit, dass dann genugf Wasser kommt! Entschuldige den etwas bissigen Kommentar, doch es ist einfach so traurig, dass nicht mehr Menschen sich umweltfreundlicher verhalten

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    • Ja, ich kann das absolut nachvollziehen. Ich reagiere da auch langsam sarkastisch. Gerade habe ich auf Facebook eine Diskussion mit einem ortsansässigen Winzer geführt. Es ging darum, dass eine Mischung von Bäumen / Sträuchern in der Landwirtschaft zu mehr Erträgen führt, und dass Bäume ja auch Wasser in der Erde binden. Er fragte mich daraufhin, welche Probleme denn die Reben mit dem Klimawandel hätten. Ich sagte, dass es bereits in der Region viele Winzer gibt, die künstlich bewässern müssen, da ihnen sonst selbst große Rebstöcke absterben oder zumindest keine Beeren ausbilden. Daraufhin meinte er, das sei ja nur in bestimmten Lagen der Fall. Hier bei uns sei die Bodenbeschaffenheit anders. Außerdem sei die Trockenheit sehr gut für die Reben, keine Krankheiten, keine so hohe Bodendichte usw. Und die Flächen, die man den Landwirten bei der Flurbereinigung „weggenommen“ hätte, um dort Hecken zu pflanzen, würden heute von Leuten als Müllhalde genutzt. Ich habe ihm dann geantwortet, dass wir uns nach weiteren drei Jahren Dürre ja nochmal unterhalten könnten. Dann würden nämlich auch hier die Beeren sehr klein werden und irgendwann kann man daraus ja auch keinen Wein mehr herstellen – höchstens Rosinen. Bis jetzt kam keine Antwort mehr. Ich weiß nicht, wieviel noch passieren muss, damit die Menschen endlich wach werden. Dabei stellen bei uns momentan die Landwirte Schilder auf ihre Felder und schreiben drauf „Wir sind die Umweltschützer mit Ausbildung“. Oder „Wir versprühen keine Ackergifte – das ist Medizin für die Pflanzen.“ Und wer soll diese Märchen glauben? Bei so viel zynischen Aussagen von Landwirten, die am Insektensterben maßgeblich beteiligt sind (natürlich wie die Verbraucher, die von den Landwirten die billige Massenproduktion wünschen), fehlen mir einfach die Worte.

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      • Du hast mit allem vollkommen recht, leider. Medizin für Pflanzen… was für eine idiotische Werbenummer! Medizin vergiftet den Körper, also geben sie zu, dass sie die Umwelt vergiften. Trotzdem bringt es meiner Erfahrung nach gar nichts, mit solchen Leuten zu diskutieren, denn an einer Diskussion haben sie kein wirkliches Intresse. man muss leider auch sagen, die Bauern haben wirkliche Probleme, für die sie wirkliche Hilfe brauchen, denn es kann uns auch nicht damit gedient sein, dass alle Höfe aufgegeben und dann nur noch Gift aus Fernost importiert wird. Da muss die Gesetzgebung verändert werden und was du und ich selbst machedn können: wir können Vorbilder sein und für die Bauern neue Ideen recherchieren und ihnen diese informationen zuspielen. Es gibt beispielsweise Methoden, die weitaus umweltfreundlicher sind, die der durchschnittliche Bauer noch nicht kennt und solche können sowohl uns, der Natur und auch den Bauern helfen. Daher, obwohl ich total mit dir übereinstimme, was die Umweltverschmutzung der bauern bedtrifft, wir müssen ihnen helfen, und darauf dringen, dass die Politik eine ethischere Gesetggebung durchführt, die Mensch und Natur schützt und gleichzeitig dafür sorgt, dass der einheimische Bauer mit seiner Familie überleben kann. Denn was momentan los ist, wird darin resultieren, dass immer mehr Bauern aufgeben und dann kaufen Investoren uas Fernost unser Land auf und vergiften es so wie sie Lust haben und wir werden letztendliuch zu Sklaven und Flüchtlingen in unserer eigenen Heimat. Das ist bei uns teilweise schon geschehen, in dcen USA ist es ganz scvhlimm und auch in deutschlæand wird immer mehr an ausländische Investoren verscherbelt. Die einztigen Bauern sind dann nur noch schlecht bezahlte Angestellte, die dann so richtig die Umwelt vergiften.

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      • Da hast Du vollkommen recht. Die Landwirte müssen wirtschaftlich arbeiten und auch leben können. Und das wird schwierig bei den ganzen Dumping-Preisen. Umfragen besagen zwar, dass die Mehrheit bereit ist, mehr für Lebensmittel zu zahlen, sie gehen dann aber doch zum Discounter und folgen den Werbebotschaften billiger Produkte. Ein Freihandelsabkommen mit MERCOSUR wird dieses Problem noch verstärken und unsere Märkte werden überflutet von Produkten, die aus Staaten stammen, in denen die Umweltschutzvorschriften deutlich schlechter sind. Diese Produkte sind dann auch noch billiger und so werden sie die Produkte unserer Landwirte verdrängen.
        Leider habe ich nun schon einige Male die Erfahrung gemacht, dass die Landwirte Anregungen für nachhaltigere Vorgehensweisen einfach abtun oder kategorisch ablehnen. Offenbar denken sie, sie haben es schon immer so gemacht und lassen sich auch nicht in ihre Arbeit rein reden. Das ist schade. Es wäre so wichtig, wenn sie sich öffnen würden für einen Austausch. So würden die Verbraucher eher verstehen, was die Probleme der Landwirte sind, und die Landwirte könnten gleichzeitig neue Ideen sammeln. Und dann könnten Verbraucher und Konsumenten an einem Strang ziehen, man könnte gezielt konsumieren und die Landwirte darin untersützen, nachhaltiger zu wirtschaften. Das würde dann auch die Politik unter Druck setzen, hier aktiv zu werden. Es gibt ja schon entsprechende Ansätze (solidarische Landwirtschaft) aber leider haben diese nur ein Nischen-Dasein. Das müsste sich ändern. Und dann könnten auch alle profiteren. LG Torsten

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  2. Ich frage mich nur gerade, wie wir in dieser Dürre aufforsten wollen? Ich bin da bei allem ganz bei dir, nur ich bin gespannt, ob das hier funktioniert. Jedenfalls müssen wir mehr zurück zur Natur. Ein Großteil unserer Wälder geht gerade den Bach runter. Das wird dauern. Aber all diese Krisen bieten Chancen, es jetzt besser zu machen. Das Thema Wasserknappheit ist gruselig, was uns, was der Welt blühen könnte (auch das ganze Himalayagebiet wird nur durch Gletscherwasser gespeist). Wollen wir hoffen, daß wir vorher die Kurve kriegen….

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    • Ja, da hast Du recht. Das wird ein wirklich großes Problem. Ich glaube aber, wenn wir standortgerechte, einheimische und dürrerestistente Arten einsetzen, durch Mulchdecken und Totholzbereiche die Bodenfeuchte und das Bodenleben fördern, und auch ein Stück weit die Natur einfach mal selbst machen lassen, könnten wir den Kampf mit der Dürre gewinnen. Wie es allerdings in den Gebirgsregionen weitergeht ist fraglich. Wie Du schon sagst, wird das Himalaya-Gebiet vom Gletscherwasser gespeist. Aber auch z.B. der Rhein erhält viel Wasser aus den Alpen. Wenn dort die Wasserquelle verschwindet und gleichzeitig die Niederschläge immer weiter zurückgehen, um dann sintflutartig alles zu zerstören, könnte es kritisch werden. Ich denke aber, der Schlüssel zur Lösung ist der Wald. Er speichert Wasser, hilft auch bei Starkregen, und er produziert sogar seinen eigenen Regen. Wenn wir ihn nicht retten und neuen schaffen, sitzen wir bald auf dem Trockenen.

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      • Kürzlich zeigten sie Bilder aus dem Harz. Zwischen den Baumresten wuchsen Schößlinge von Buchen heran. Sie wollen jetzt die dort heimischen Arten fördern. Du hast Recht, wir müssen wirklich mehr die Natur machen lassen. Ist natürlich nicht immer so einfach, wenn Forstwirtschaft lange Zeit ein einträgliches Geschäft war. Da wir in Zukunft wahrscheinlich ganz andere Probleme bekommen, muß das in den Hintergrund rücken. Wahrscheinlich kann man sich bald als „Wasserquellensucher“ ausbilden lassen 😉

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