Mutter Erde

Wer tötet die Dickhäuter?

Bilder des mysteriösen Elefantensterbens in Botswana gingen in der letzten Zeit um die Welt. Tiere verschiedener Altersgruppen brechen während des Laufens einfach zusammen und sterben. Andere sind lethargisch, schwach und laufen nur noch im Kreis. Es gibt viele Spekulationen. Der Klimawandel könnte die Ursache sein, aber auch die Gier nach Elfenbein oder gar Rinderfarmer.

In einem interessanten Artikel von Spektrum wird u.a. darüber berichtet, dass die Todesursache weiterhin rätselhaft sei. Einiges spreche gegen den Einsatz von Giften. Es weise aber auch nichts auf übliche Krankheitserreger hin, die den Dickhäutern das Leben kosten können: Milzbrand oder Herpes-Viren
Die Wasserstellen könnten nicht mit Toxinen von Bakterien belastet sein, denn sonst hätten auch andere Tierarten Symptome, die sie ebenso nutzen.

Was ich jedoch sehr viel erschreckender finde sind die Fakten, über die Spektrum berichtet.

Der Mensch spielt Russisches Roulette

So gab es wohl vor einigen Jahren in Kasachstan eine Infektion bei Antilopen mit ansonsten nicht gefährlichen Erregern. Diese breiteten sich aufgrund von Trockenheit und Hitze plötzlich massiv aus und töteten 200.000 Tiere.

Wir sehen bei uns vor der Haustür, wie sehr sich Nagetiere massiv ausbreiten aufgrund der viel zu milden Winter und der warmen Temperaturen. Und Nager verbreiten die verschiedensten Krankheitserreger.
In Sibirien taut der Permafrostboden und es werden beste Voraussetzungen geschaffen, dass dort alte und neue Erreger zu Keimen mutieren, die sich explosionsartig verbreiten und somit ganze Populationen bedrohen könnten.

Kurz gesagt: Wandeln sich die Ökosysteme, entstehen völlig neue Nischen aber auch viele neue Gefahren. Harmlose Erreger könnten zur Seuche werden. Für Tier und Mensch. Wir spielen durch den Klimawandel tatsächlich Russisches Roulette.

Der Mensch mordet

Wie sehr ein Weitblick fehlt, zeigt die zögerliche Reaktion der Regierung Botswanas. Am liebsten hätte man die toten Elefanten „unter den Teppich gekehrt“. Schließlich wollte man sogar wieder vermehrt den Abschuss der Tiere freigeben, da es angeblich genügend gäbe.
Aber auch Wilderer sind nicht nur mit dem Gewehr unterwegs. Sie töten mit Giften, nutzen Zyanid. Sie legen vergiftetes Futter aus, das die Elefanten fressen und daran jämmerlich verenden.
Den Rinderzüchtern kommen die Dickhäuter ebenso in die Quere und so nutzen sie wohl ihr ganzes Repertoire im Pestizid-Giftschränkchen, um der Konkurrenz den Todesstoß zu versetzen.

So könnten auch diese beiden Gruppen verantwortlich für das Sterben von fast 400 Tieren sein. In Afrika gab es Millionen Tiere. Aufgrund von Jagd, Lebensraumverlust, Krankheiten und Wilderei sind es nun geschätzte 300.000. Dabei sind Elefanten sehr soziale und empfindsame Wesen. – Offenbar deutlich empfindsamer als die „Krone der Schöpfung“ Mensch. Sie trösten einander. Auch sind es sehr soziale Tiere, was man beim Menschen anhand viel zu vieler Beispiele leider nicht durchgehend behaupten kann.

Die Spezies Mensch übertrifft in großen Teilen nur mit einer Fähigkeit gesamte Tierwelt: Das Ignorieren des Offensichtlichen, und somit die weitere Vernichtung der Welt, die seine eigenes Spezies selbst am Leben erhält.

Und das Erschreckende ist: Die jenigen, die sich dem Treiben in den Weg stellen, werden ebenso aus dem Weg geräumt. Der Spiegel berichtet, dass im Jahr 2019 weltweit 212 Menschen ihr Leben ließen, weil sie sich für den Naturschutzeinsetzten. Das zeigt, wie weit die Gier führt. Und diese steht wiederum in Verbindung mit dem momentanen Wirtschaftssystem.

Ein Gedanke zu “Wer tötet die Dickhäuter?

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