Der nächste bitte…

Es reißt wirklich nicht ab: So langsam entwickelt sich das Nebengebäude hier zum Lazarett. Nachdem das Huhn noch immer ein wenig mit Durchfall zu kämpfen hat, es ihm aber ansonsten deutlich besser geht, kam heute ein schwer verletzter Patient: Eine wilde Katze! Ihr hat man offenbar ein Stück Nase abgebissen. Also ein echter Notfall…

Sie tauchte schon letzten Mittwoch auf und hatte eine blutige Nase. Doch sie ließ sich leider nicht einfangen, fauchte und machte keinen Hehl daraus, dass man sich selbst eine blutige Nase holen würde, sollte man sich entscheiden, ihr auch nur einen Schritt zu nahe zu kommen.

Gleichzeitig konnte sie auch nichts fressen. Sie hatte ganz offensichtlich starke Schmerzen, konnte auch nicht so richtig atmen. Sie war also ein Fall für eine Wildtier-Falle. Das Tierheim gab uns eine und so stellten wir sie auf. Anfangs verschwand der Patient und ich dachte schon: Das wars jetzt, er hat seine sieben Leben aufgebraucht. Doch heute Morgen hatte ihn das Katzenfutter doch in die Falle getrieben, auch wenn er es nicht fressen konnte.

Also gings zum Tierheim, bei dem heute jedoch leider kein Tierarzt zur Verfügung stand. Deshalb bat man uns, doch bitte mit der Katze in den tierärztlichen Notdienst zu fahren. Und den hatte mein Tierarzt, der sich sichtlich „freute“, so eine „Wildkatze“ als Patient zu haben. Doch er gab sich alle Mühe, ihr wenigstens ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel zu verabreichen. Mehr war nicht drin, sonst wären die Finger ab gewesen…

So nahm ich die Streuner-Katze mit nach Hause – zusammen mit der Quittung über die 215 Euro die die Behandlung kostete. Ich hoffe, dass die Gemeinde diese Kosten wieder erstatten wird, denn eigentlich sind sie und das Tierheim für die Behandlung von Fundtieren zuständig. Ansonsten ist es eben so und die 215 Euro waren trotzdem eine gute Investition: Der 2-3 jährige Kater mit dem schönen Gesicht – und dem wilden Wesen – hat nämlich heute Abend damit begonnen, Katzenmilch zu schlabbern. Und dann hat er als Nachtisch eine kleine Dose Katzenfutter verputzt. Offenbar gehts es aufwärts mit ihm. Nur die Nase sieht noch sehr beschädigt aus. Der Tierarzt tippte übrigens auf einen Biss durch einen Marder. Na wenn ich den erwische, dann bekommt er das in Rechnung gestellt. 😉

 

9 Gedanken zu “Der nächste bitte…

    • Danke Dir, es geht auch inzwischen deutlich aufwärts. Der Kater ist schon wieder in Freiheit und das Huhn wird am Wochenende zurück in den Garten gebracht. – Und erst mal der Raum grundgereinigt, in dem das Huhn war. Da riecht es jetzt wie der Misthaufen auf dem Bauernhof. 😉 Liebe Grüße Torsten

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    • Danke 🙂 Also der Patient ist wieder genesen und ist schon wieder in Freiheit. Momentan kämpfe ich noch darum, die Behandlungskosten von der Verbandsgemeinde zurück zu erhalten. Denn eigentlich ist das ja ihre Aufgabe, und sie hat hierzu auch einen Vertrag mit dem Tierheim abgeschlossen. Schlimm, dass man am Ende auch noch kämpfen muss, wenn man einem Tier etwas Gutes tut. Aber ganz ehrlich: Ich würde es wieder tun, denn die Katze kann ja nun absolut gar nichts dafür.

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      • Es war ja so, dass ich die Falle vom Tierheim ausgeliehen hatte, da ich den Kater nicht einfangen konnte. Am Sonntag ging er dann in die Falle und ich bin mit ihm zum Tierheim gefahren. Die haben mich dann gebeten, mit ihm zum Tierarzt zu fahren, der Bereitschaft hat, da ihr Tierarzt erst wieder am Montag im Haus sei. Also bin ich zu diesem Tierarzt gefahren, der dann zufälligerweise auch mein Tierarzt war. Und er hat die Wochenendpauschale genommen plus Behandlungskosten. Das Ordnungsamt ist ja eigentlich zuständig für verletzte herrenlose Tiere oder Wildtiere. Aber schon am Freitagmorgen, bevor ich den Kater fangen konnte, hatte ich bei ihnen angerufen, da beim Tierheim ein Band lief und man auf das Ordnungsamt verwies. Doch auch beim Ordnungsamt lief ein Band, auf das ich draufsprach. Auf den Rückruf warte ich noch heute. Und auf die Antwort auf meine Mail mit Bitte um Erstattung ebenso. Aber ich werde es nicht darauf beruhen lassen, da es ja eigentlich die Pflicht der Verwaltung wäre, sich darum zu kümmern und die Kosten zu tragen. Und mit den 200 Euro könnte ich meine neuen Naturschutzprojekte finanzieren. 🙂 Schade finde ich nur, dass man am Ende auch noch der Dumme ist, wenn man hilft und sich mit dem Schweigen der Behörden herumschlagen muss. Naja, wenn da nichts mehr kommt mache ich die Sache mal öffentlich. 😉

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    • Ja, es ist nicht ungefährlich, auch nicht für meine Katze. Streuner übertragen ja leider auch Krankheiten. Aber ich konnte ihn nicht einfach so seinem Schicksal überlassen. Ich habe mit aller Vorsicht gearbeitet, Handschuhe getragen und die Hände desinfiziert. Die Bereiche in denen er saß habe ich danach mit Essig gereinigt. Ich hoffe, das reicht aus. Und die Finger habe ich nie in die Nähe der Falle gestreckt. Denn dann hätte ich wahrscheinlich selbst zum Arzt gehen müssen. 😉

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