Wer klopft denn da?

Als ich letzte Woche morgens, wie in den letzten Monaten immer, im Homeoffice bei offenem Fenster am PC saß, war da plötzlich dieses Klappern zu hören. Ich sah hinaus und konnte nicht erkennen, woher das stammte. Es kam irgendwo aus dem Bereich der Wildvogel-Futterstelle in meinem Hof. Da würde doch kein Specht sein Unwesen treiben? Nein, es knallte immer nur einmal, dann waren etwa 30 Sekunden Pause, und dann knallte es wieder. Was sollte denn das für ein komischer Vogel sein? Heute hörte ich es dann wieder klappern und hatte zum Glück die Kamera zur Hand.

 

Eichhörnchen
Was guckst Du?

Ein Eichhörnchen hat endlich den Futterkasten für sich entdeckt, den ich schon seit einigen Monaten am Baum hängen und aufgefüllt habe. So richtig im Blick hatte ich ihn nicht mehr, denn bisher hatte keines wirklich Interesse gezeigt. Doch nun hatte eines offenbar sowohl Hunger als auch das nötige Wissen, den Deckel zu öffnen. Sehr geräuschempfindlich scheint es nicht zu sein, denn bei jeder Nuss lässt es schön laut den Deckel runter knallen.

Das Eichhörnchen ist ja dafür bekannt, Nüsse zu vergraben und einen Teil nicht wieder zu finden. Das hat man ihm zumindest angedichtet und in die Ecke des Vergesslichen gestellt. Doch was wäre denn, wenn es ganz absichtlich einen Teil der Nüsse nicht wieder ausgräbt? Weil es vielleicht möchte, dass auch in Zukunft Futterbäume für seinen Nachwuchs vorhanden sind?

Eichhörnchen am Futterautomat
Deckel auf…
...und Futter raus
…und Futter raus

Nein – so viel Bewusstheit traut der Mensch einem Nagetier nicht zu… Alles Instikt, alles Zufall, das kleine Gehirn des Eichhörnchens kann sich einfach nicht so viel merken,…

Das große Gehirn des Menschen sollte sich inzwischen jedoch sehr bewusst darüber sein, wie wichtig es ist, dafür zu sorgen, dass seine Spezies auch in Zukunft genügend Futterbäume zur Verfügung stehen. Ansonsten ist nämlich bald „Ende Gelände“. Auch und gerade mit dem großem Hirn und den vielen Windungen.
Und ihm sollte ebenso klar sein, dass die Spezies Mensch nicht neben der Natur existiert, sondern Teil der Natur ist. Mit jeder ausgerotteten Art, mit jedem zerstörten Lebensraum, schadet die Spezies Mensch auch sich selbst.

Diese Tatsachen scheint das große Gehirn des Menschen nicht so gut zu verstehen, wie das kleine Gehirn des Eichhörnchens. Und somit wären wir auch direkt bei der Feststellung: Nicht die Größe macht es, sondern der Inhalt und der Aufbau. Und der scheint zumindest bei einem erschreckend großen Tiel der Spezies Mensch noch immer relativ egoistisch und primitiv ausgeprägt zu sein.

Hannes Jaenicke bringt es in seinem interessanten Interview auf den Punkt und sagt: „Der Mensch ist das dümmste aller Tiere.“

Und was sagt das Eichhörnchen?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

2 Gedanken zu “Wer klopft denn da?

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