Langgrab in Dänemark

Ikigai und Hygge

Was ist denn das jetzt schon wieder, dachte ich mir, als ich das Wort vor kurzem gelesen habe. Dann recherchierte ich ein bisschen und dachte mir, es hat etwas von Hygge. Da ich mich mit den Themen „Glück“ und „Nachhaltigkeit“ schon einige Male auf dem Blog beschäftigt habe, möchte ich das heute fortsetzen. Dazu möchte ich gerne einen Blick nach Japan und Dänemark richten.

Irgendwie erzählt uns heutzutage jeder, dass er uns glücklich machen wird.
Das neue Smartphone mit allen möglichen neuen Funktionen – und telefonieren kann man mit ihm auch noch…
Das neue Auto mit der Extra-Poriton Fahrspaß, 200 PS, Multimedia-Paket und Sprachsteuerung – bloß im Stau steht man auch mit ihm…
Immer neue Kleidung, Kosmetik, neue Möbel aus der Massenproduktion – nur die Qualität lässt zu wünschen übrig…
Das neue Joghurt macht angeblich glücklich, weil es ein gutes Bauchgefühl gibt. – Außer die Kuh, die die Milch liefert. Die leidet halt…
Reisen macht glücklich, sich die Welt ansehen, mit dem Kreuzfahrtschiff von A nach B schippern. Oder hetzen? – Sieht man so die Welt, oder sieht man nur das Arrangement der Reiseveranstalter? Das Unterhaltungsprogramm?
Möglichst oft in ferne Länder fliegen, um sagen zu können, dass man dort auch mal war, die Palmen und das Meer gesehen hat. – Dass man tausende Kilometer weit geflogen ist, um in einem Hotel mit Pool seinen Urlaub zu verbringen. Mit Blick aufs Meer und einigen Tagesausflügen, die mit der Realität der Menschen vor Ort nichts zu tun haben.

Kauf Dich glücklich?

Doch macht das wirklich glücklich? Und vor allem wen mach es glücklich? Den Käufer, den Verkäufer, oder den „Produzenten“? Der Käufer zahlt schließlich für den Konsum, der glücklich machen soll. Man arbeitet hier bewusst mit dem Belohnungszentrum in Gehirn, das tatsächlich bei Käufen und vor allem Schnäppchen ordentlich Glückshormone ausschüttet.
Danach wird es aber kniffliger. Wir investieren Lebenszeit, in der wir das Geld verdienen müssen, um uns Dinge kaufen zu können. Dinge, die uns am Ende vielleicht auch nicht glücklich machen.
Bleiben wir mal beim Auto: Kaufen wir einen überteuerten PS-Schlitten, mit dem wir im Stau zu der Arbeit stehen, die wir eigentlich gar nicht mögen, die wir aber machen, um uns überteuerte PS-Schlitten leisten zu können?

Es sind die Fragen nach dem wahren Glück, das völlig unabhängig vom Konsum entsteht. Glück entwickelt sich in uns selbst und es kann einfach so entstehen. Wie das funktioniert zeigen uns die Dänen…

Hyggelig werden

Ich war vor einigen Jahren auf einem Bio-Bauernhof in Dänemark und habe dort meinen Urlaub verbracht. Der Inhaber, ein Mann um die Vierzig, lebte dort mit seiner Frau, zwei Kindern, einem Hund, Hühnern, Rindern und Bienen. Er hatte sich für dieses Leben entschieden, ging raus aus der Theorie, rein in die Praxis. Dieser Mann strahlte trotz stressiger Arbeit und langem Arbeitstag eine derartige Ausgeglichenheit aus. Er war wahrscheinlich hyggelig. Das ist der Ausdruck für ein dänisches Lebensgefühl.
Er fühlte sich in der Situation wohl, er ging voll darin auf. Er lebte augenscheinlich in diesem jeweiligen Moment und war glücklich.
Was „Hygge“ bedeutet, darüber gibt es einen tollen Artikel auf utopia.de.

Glück durch Ikigai

Aus Japan stammt schließlich die Philosopie des Ikigai. Mit ihr kann man herausfinden, was eigentich der Grund ist, weshalb man jeden Morgen aufsteht. Ein Stück weit steckt Ikigai wohl auch in dem Bio-Landwirt aus Dänemark. Denn er wusste, weshalb er jeden Morgen aufstand, wofür er brannte.

Mit Ikigai stellen wir uns vier Fragen:

  • Was liebe ich?
  • Was braucht die Welt von mir?
  • Womit kann ich mein Geld verdienen?
  • Wo liegt mein Talent?

Daraus erkennen wir, worin unsere Leidenschaft besteht. Wir erkennen die eigentliche Lebensaufgabe, und was unsere Berufung ist. Daraus resultiert die Antwort auf die Frage, was eigentlich unser idealer Beruf oder unser Job wäre.

Wer etwas tut, das ihn glücklich macht, ist auch glücklich. Er läuft nicht den neuesten und vergänglichen Trends hinterher, verpulvert nicht seine Lebenszeit, um diese Seifenblasen zu finanzieren. Sondern er lebt im Hier und Jetzt, ist glücklich mit dem was er tut und nicht mit dem was er besitzt. Besitz ist am Ende Schall und Rauch, eine glückliche Zeit ist am Ende ein glückliches Leben.

Natürlich steckt noch mehr hinter der japanischen Philosophie:

  • Achtsamkeit
  • Dankbarkeit für die kleinen schönen Dinge
  • Stress vermeiden
  • In der Natur Zeit verbringen, denn sie lehrt uns Achtsamkeit und Glück

Mehr zu Ikigai findet ihr auch in diesem Artikel von Utopia.de.

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