Schlüsselschneckevon hinten

Auf der Suche nach der Blauen Schnecke

Heute brach ich auf eine Expedition in die „Unterwelt“ auf. Genau genommen begab ich mich auf die Suche nach einer Kindheitserinnerung. Ein wenig inspiriert von den Schnecken, die mir in den letzten Tagen vor die Kamera gekrochen sind, kam mir dieses mysteriöse eine Tier von einst in den Sinn: Die Blaue Schnecke

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, dass ich diese Tiere im Garten als Kind oft gefunden habe. Ihre Häuschen waren Platt wie ein Teller, die glänzten so schön und schimmerten braun wie Malzbier in der Sonne. Und ihr Körper hatte eine blaue Farbe. Das weiß ich noch ganz genau.

Doch die Tiere habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Vielleicht gab es sie ja gar nicht mehr? Der Garten hatte sich schließlich verändert, die ganzen Fichten waren gefällt worden, hinzu kommt die Trockenheit und der Klimawandel. Vielleicht lebten sie nur noch in meiner Erinnerung, und nicht mehr im Garten.

Doch ganz so leicht wollte ich nicht aufgeben. Ich begab mich auf die Suche nach den Tieren. Und als erstes stellte ich mir die Frage, wo ich denn diese blauen Schnecken immer gefunden hatte.

Da war noch ein weiteres Detail in meiner Erinnerung. Zusammen mit diesen besonderen Weichtieren saßen da immer auch solche Schnecken mit ganz spitzen Häuschen. Aber saßen die im Gestrüpp? Unter Steinen?

Ich hob einfach mal ein paar Steine an meinem Teich hoch und entdeckte dort tatsächlich ein paar schleimige Tierchen.

Drei Wegschnecken
Drei Wegschnecken

Naja, das war jetzt nicht das, was ich gerne gesehen hätte. Die rechte Schnecke habe ich beim Futtern gestört. – Ich hoffe nicht, dass das mein Blumenkohl war, der etwas angefressen wirkt.
Doch nicht alle Schnecken fressen Salat oder Kohl. Viele vertilgen nur abgestorbene Pflanzenteile oder Totholz. Hauptsächlich die Spanische Wegschnecke ist ein Schädling. Die anderen Schneckenarten sind nützlich, denn sie beseitigen nicht nur Pflanzenreste. Sie sorgen auch für ein funktionierendes Ökosystem, denn sie sind Teil des Bodenlebens. Sie sorgen für Umsetzung von organischem Material und Düngung des Bodens.

Wie man seinen Salat vor Schnecken schützen kann, das zeigt der Nabu in diesem Artikel. Und dazu zählt definitiv kein Schneckenkorn! Dieses bekämpft zwar tatsächlich Schnecken, ist aber auch giftig für Igel, die Schnecken fressen. Und ich selbst habe mal die Erfahrung gemacht, dass mit Schneckenkorn vergiftete Spanische Wegschnecken aufgrund der Austrocknung in meinen Teich gekrochen sind. Der wurde dann milchig-trüb, denn eisenhaltiges Schneckenkorn ist auch sehr schädlich für Gewässer. Daher kommen mir nur Schneckenkragen, Schneckenzäune und Kaffeesatz in den Garten…

Doch zurück zu meinen blauen Schnecken. Wo konnte ich noch suchen? Unter Steinen schienen sie ja nicht zu sitzen. Also bliebt noch das Totholz. Richtig, ich hatte die Schnecken damals immer in der Nähe des Komposts gefunden, unter Grünschnitthaufen oder sogar Stämmen, die mein Vater dort abgelagert hatte.
Also suchte ich nun nach altem Holz. Im Vorbeigehen sah ich einen Ziegelstein und dachte mir: Ich schaue trotzdem mal drunter. Schaden kann es ja nicht…

Gefleckte Schlüsselschnecke
Die Gefleckte Schlüsselschnecke

Ja, die sah so ähnlich aus. Aber das war sie nicht. Ihr Häuschen glänzte nicht. Und ihr Körper wirkte allenfalls grau, nicht blau. Also musste ich weitersuchen. 🙂

Der Nabu hat übrigens eine tolle Übersicht, was die häufigsten heimischen Schnecken betrifft.

Ich ging zum Totholzhaufen im Garten, wo noch einige Stücke der Fichtenstämme lagern. Dort würde ich bestimmt eher fündig werden. Ich hob ein Stück des Holzes an und – siehe da… Die Schnecken mit den sptzen Häuschen hatten sich hier verkrochen. Das heißt, das waren ähnliche, denn die Häuschen in meiner Erinnerung waren schmaler, länger und heller braun. Also es waren nicht diese „Turmschnecken“.

Schließmundschnecke
Schließmundschnecke

Ich suchte weiter. Doch außer noch mehr Schließmundschnecken und einigen Nacktschnecken, sowie gefühlt tausenden Kellerasseln, fand ich nichts.
Gerade als ich schon aufgeben wollte, fiel mein Blick auf den Igel-Kasten, der im Hof steht. Unter ihm ist ein kleiner Spalt zwischen dem Boden, da er auf Holzlatten steht. Ich hob ihn also wie beiläufig an – und da war sie endlich! Diese eine blaue Schnecke. Schnell holte ich sie und setzte sie auf eine Unterlage. Dann machte ich ein paar Bilder und setzte sie natürlich wieder zurück.

Glanzschnecke
Endlich: Die Glanzschnecke…      Da saß sie, noch unwissend, dass sie gleich ein Fotoshooting haben würde… 😉
Glanzschnecke
Auf der Unterlage konnte man sie deutlich besser erkennen.
Glanzschnecke
Und hier sieht man auch den blauen Schimmer, den ich immer in Erinnerung hatte. Ich meine, sie wären früher noch blauer gewesen, aber vielleicht ist das auch die Erinnerung aus der Kindheit, wo bekanntlich immer alles größer, bunter und schöner war.

3 Gedanken zu “Auf der Suche nach der Blauen Schnecke

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