Baumschnecke

Augen auf!

Die Corona-Krise ist in den Medien sehr präsent. Doch es gibt ein anderes, auch sehr drängendes Problem. Darüber berichtet man aber nur am Rande. Man könnte nun aus dieser Corona-Krise wachsen, und die geplanten Fördermaßnahmen für die Wirtschaft mit gesundem Menschenverstand umsetzen. Das Problem ist jedoch, dass dieser Menschenverstand spätestens dort aussetzt, wo Egoismus und Gier beginnen.

Ich weiß, das Problem ist bekannt, aber seine Ausmaße zeigen sich gerade wieder in erschreckenden Dimensionen. Dies ist ein Video des Waldsterbens im Harz.

Der Wald rund um den Brocken ist praktisch abgestorben – so lauten die Meldungen.
Grund ist die Dürre, die seit drei Jahren in Deutschland herrscht. Mit dieser kann ein reiner Fichten- oder Kiefernwald nicht umgehen. Das heißt, er stribt zunächst nicht zwangsläufig ab. Doch zu solchen Trocken- und Hitzezeiten tauchen vermehrt Borkenkäfer auf. Diese haben ein leichtes Spiel, wenn den Bäumen das Wasser fehlt. Die können dann nämlich ihren wirkungsvollsten Schutz gegen die Käfer nicht einsetzen: Das Harz
So fressen sich die Käfer in die Borke oder gar in die Stämme, zerstören die Leitungsbahnen des Baumes und er stirbt binnen weniger Zeit ab.

Der Klimawandel bedroht unsere Existenz mehr als das Corona-Virus es jemals könnte!

Es sind Auswirkungen des Klimawandels, die sich hier massiv zeigen. Und sie betreffen längst nicht „nur“ die Wälder. Sie bedrohen die Landwirtschaft und somit die Lebensmittelversorgung von uns allen. Und letztlich wird eine anhaltende Dürre auch unsere Versorgung mit Trinkwasser gefährden.

Es ist also an der Zeit zu handeln. Dies könnte nun die Poltik ganz aktiv tun.
Sie stellt Milliarden Euro zur Verfügung, um die Wirtschaft vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu schützen.
Würde sie hier deutliche ökologische Auflagen machen, wäre eine Steuerungswirkung für deutlich mehr Klimaschutz möglich.

  • Was wäre denn, wenn man eine Kaufprämie für besonders sparsame, minimalistische und kompakte Autos einführt, während die großen Sprit-Schleudern keinen Zuschuss bekommen? – Garantiert wird es jedoch umgekehrt sein!
  • Was wäre denn, wenn man die Installation von Solaranlagen auf Wohnhausdächern oder an Balkongeländern (durch Mieter)  mit Hilfe von hohen finanziellen Zulagen fördern würde? – Vermutlich wird man das nicht tun, und somit weder dem Handwerksbetrieb, dem Stromverbraucher noch dem Klima einen Gefallen tun.
  • Wie wäre es, wenn man die kleinbäuerliche und vor allem ökologische Landwirtschaft fördern würde, anstatt den Großkonzernen Milliarden Subventionen in den Rachen zu werfen? – Nein, das liegt nicht im Interesse der großen Lobbygruppen.
  • Wäre die Corona-Krise nicht ein weiterer Grund, die Massentierhaltung zu verbieten und im Gegenzug die kleinbäuerliche, artgerechte und ökologische Viehhaltung zu fördern? – Auch das wird Frau Klöckner nicht tun. Sie vertritt einzig die Interessen der „Tierindustrie“.
  • Ja, man könnte sogar das MERCOSUR-Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten stoppen. Durch dieses wird der europäische Markt für südamerikanisches Rindfleisch geöffnet. Im Gegenzug werden Chemiekonzerne ihre Pestizide nach Südamerika verkaufen, wo sie in den großen Plantagen für die Viehwirtschaft eingesetzt werden. Und diese Plantagen zerstören den Regenwald.
  • In Deutschland spricht man noch immer von der Wieder-Aufforstung bestehender Wälder. Man hält weiterhin an der Monokultur fest. Diese wird jedoch den Extremen des Klimawandels nicht widerstehen können. Wir brauchen naturnahe Mischwälder mit hitze- und trockenheitsresistenten Baumarten, Totholz, Sümpfen und renaturierten Mooren.
  • Eine gewaltige, naturnahe Aufforstung könnte nicht nur das Waldsterben stoppen. Es könnte auch dazu beitragen, dass der Klimawandel nicht so stark ausfällt, wie es bereits jetzt berechnet wurde. Wälder und Moore filtern Unmengen CO2 aus der Luft und binden sie. Sie sind sehr wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel.  Gleichzeitig sind sie wichtig für die Artenvielfalt und die Luftreinheit, sie dienen als Wasserspeicher und Lebensraum für Tier UND MENSCH. Dies aber nur, wenn wir ihnen ihren natürlichen Charakter zurückgeben. Wenn wir ihr Bodenleben reaktivieren, ihnen ihre Vielfalt zurückgeben und ihre Natürlichkeit.

Es ist nun wichtig zu verhindern, dass wir vor lauter „Corona“ den Wald nicht mehr sehen, vor lauter Pandemie die gewaltigen Krisen nicht aus den Augen verlieren. Denn der Klimawandel wartet nicht darauf, bis wir einen Impfstoff gefunden haben. Er wird mehr und mehr traurige Realität. Und je länger wir warten, desto gewaltiger und unaufhaltsamer werden seine Folgen!

Jetzt ist die Zeit umzusteuern – nur nicht so langsam wie diese Baumschnecke hier…

Baumschnecke2

 

2 Gedanken zu “Augen auf!

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