REGEN

Ganz aus dem Häuschen…

Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder ein paar seltene Gäste in meinem Garten gesehen. Sie hatten sich über viele Wochen „eingeschleimt“ und nur darauf gewartet, dass es los geht. Heute waren sie dann richtig aus dem Häuschen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich glaube, mit ihnen haben sich viele andere über das gefreut, was vom Himmel gefallen ist: REGEN

Ja, es hat endlich mal wieder geregnet hier in Rheinhessen. Die Felder und Wege waren dermaßen ausgetrocknet, dass es staubte. Die Landwirte sind sehr besorgt und befürchten schon jetzt Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent! Und das Ende April, wo die trockene Jahreszeit ja erst vor der Tür stehen sollte. Es ist unglaublich! Und das Seltsame ist: Die Wenigsten nehmen das wahr. Ja, ich habe heute sogar schon wieder das Bedauern in den Stimmen der Radio-Moderatoren gehört, dass es ja jetzt nicht mehr so sonnig bleibt, sondern regnet. Bäh, wie öde…
Da frag ich mich immer: Was trinkt ihr eigentlich? Trinkt ihr nicht auch Wasser? Und glaubt ihr, das wächst im Supermarktregal, direkt in PET-Flaschen?

Der Regen heute war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber doch hat er einige aus ihrem Schlaf gelockt…

Weinbergschnecke
Schau mir in die Augen…  🙂 Eine Weinbergschnecke
Gebänderte Wegschnecke
Schwarzmündige Bänderschnecke
Gelbe Wegschnecke
Weißmündige Bänderschnecke – hier sieht man auch wieder die Augen an den oberen Fühlern, die unteren sind zum Tasten da.
Aus dem Häuschen - geht auch ohne Häuschen... Die Nacktschnecke
Aus dem Häuschen – geht auch ohne Häuschen… Die Rote Wegschnecke 😉
Eine Baumschnecke an der Hauswand. Die hats noch nicht mitbekommen und sitzt praktisch eingeschleimt noch auf dem Trockenen
Eine Baumschnecke an der Hauswand. Die hats nicht mitbekommen und sitzt praktisch eingeschleimt noch auf dem Trockenen

 

Der Trick mit dem Trocken-Schlaf, oder wie man ihn nennen möchte, sichert den Schnecken ein Stück weit das Überlebenm, wenn es nicht regnet. Der Mensch und andere Tiere können dies allerdings nicht. Wenn ihnen das Wasser fehlt, sitzen sie auf dem Trockenen und es mangelt ihnen früher oder später auch an Nahrung. Denn ohne Regen kein Wasser, und ohne Wasser keine Nahrung. – Diese Tatsache scheint vielen Menschen noch immer abhanden gekommen zu sein, wenn sie sich am besten das ganze Jahr über trockenes, warmes, sonniges Wetter wünschen…

Die Landwirte stellt die Trockenheit vor große Probleme. Diese sind jedoch teilweise auch hausgemacht. Denn wer auf seinen Feldern nur die Kultur aussät, den restlichen Boden jedoch unbedeckt lässt, das Bodenleben durch Dünger und Pestizide praktisch auslöscht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn aus seinen Feldern Wüsten werden.

Die Permakultur hat einen Grundsatz: Die Erde darf nie unbedeckt sein. Es soll dort immer etwas wachsen oder zumindest eine Schicht mit organischem Material liegen. Das macht uns die Natur doch schon vor. Im Wald ist das zu sehen. – Vorausgesetzt es handelt sich nicht um reinen Fichten- oder Kiefernwald. Die Nadelbäume behalten in der Regel ihre Nadeln auch im Winter, es entsteht also keine Laubschicht. Und sie verdrängen außerdem oftmals den Unterbewuchs anderer Pflanzen. Mit der Folge, dass der Boden in solchen intensiv genutzten Wäldern eben unbedeckt ist, weitaus weniger belebt und somit deutlich weniger widerstandsfähig gegen Trockenperioden.

Im Garten lässt sich die Permakultur sehr gut anwenden. Man kann unter Bäumen und Sträuchern Gehächseltes, Grünschnitt und Laub liegen lassen, aber auch im Gemüsebeet. Dadurch bleibt die Erde feucht, wird in einem Kreislauf mit Nährstoffen versorgt und zugleich wird ein natürliches Bodenleben gefördert.

Eine besondere Art, den Garten an den Klimawandel anzupassen, ist das Kraterbeet. Der Nabu berichtet in diesem interessanten Artikel über diese Art von Bewirtschaftung. Verschiedene Bodenzonen sorgen dafür, dass die Pflanzen genau richtig sitzen und zugleich mit Wasser versorgt werden. Da ich nächstes Jahr eine größere Veränderung in meinem Garten plane, werde ich versuchen, die Idee eines solchen Kraterbeets mit einem Erdtreibhaus zu kombinieren. Mal sehen was dabei herauskommt.

Zuerst werde ich in den kommenden Tagen jedoch ein Milpa-Beet anlegen. Dabei werden die positiven Eigenschaften von Mais, Bohnen und Kürbis untereinander kombiniert.  www.smarticular.de bietet hier eine tolle Übersicht.
Ich verwende Bantam-Mais, verschiedene Bohnen-Sorten und Zucchini. Und werde hier natürlich darüber berichten.

9 Gedanken zu “Ganz aus dem Häuschen…

  1. Interessant – von einem Kraterbeet hatte ich noch nicht gehört. Muss ich mir merken, wenn ich mal wieder etwas verändere im Garten.
    Und die Schnecken mag ich ja, diese faszinierenden Lebewesen. Schade, wenn sie ihren Appetit an Pflanzen auslassen, die man gerne wachsend hätte. Aber sie sind ja auch wichtig, als Nahrung für Vögel, Igel und andere. Und als Bestäuber ja auch. 🙂

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  2. Ja, die Wahrnehmung der Menschen ist schon sehr verschieden. Ich musste herzlich lachen. Wahrscheinlich ist das manchen schon zu abstrakt, dass Wasser irgendwo herkommen muss. Schnitzel sind ja auch nur rosa Klumpen aus der Plastikschale.

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    • Und da gibts ja auch noch die lila Kühe eines Schokoladenherstellers… 😉 Ja, in meinem Umfeld habe ich auch schon solche Erfahrungen gemacht was Nahrungsmittel angeht. Diese Entfremdung, dass manche sich gar keine Gedanken darüber machen. So richtig bewusst ist es vielen nicht, wie sehr unsere Nahrungsmittelversorgung vom Klima und von der Natur abhängt.

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