Mies drauf

Ein perfekter Tag für Bodensteine

Heute war vielleicht ein Tag… Irgendwie ist ziemlich viel schief gegangen. Ich war ohnehin genervt und angespannt wegen Wilma, meinem Huhn, das gestern leider noch immer sehr in den Seilen gehangen hat. Das war eine explosive Mischung, die mich – als eigentlich relativ entspannter Mensch – ziemlich an die Grenze gebracht hat. Ich war sowas von mies drauf. Kopfschmerzen taten ihr Übriges und am liebsten hätte ich mich einfach den Rest des Tages auf die Couch gelegt.

Nach der Arbeit im Homeoffice ging ich dann aber doch lieber erst mal in den Garten zu den Hühnern. Ein bisschen Bewegung und frische Luft würde mir ganz gut tun.
Und schon wurde ich positiv überrascht: Der Kamillentee, das gute Zureden und natürlich das Medikament des Tierarztes hatten offenbar Wirkung gezeigt. Wilma geht es besser. Sie trinkt weiterhin Brunnenwasser, was die ganze Hühnerschar ja liebt. Und sie beginnt nun auch damit, Legemehl zu picken. Zwar ist sie noch etwas zurüchaltend, aber es scheint aufwärts zu gehen.

Auch mit meiner Stimmung ging es ein wenig bergauf.
Ich nutzte die Gelegenheit, um den Stall mal wieder gründlich zu reinigen, direkt auch mit Essig, der ja desinfizierend wirkt. Morgen wird er noch mit Kalkfarbe behandelt, was einen zusätzlich desinfizierenden Effekt hat. Zur Sicherheit bringe ich morgen auch noch Kotproben zum Tierarzt, damit er im Zweifel auch die anderen Tiere noch behandeln kann. Die sehen zwar fit aus, aber man weiß ja nie…

Als ich nach diesem ersten Lichtblick des Tages und der Stallreinigung durch den Garten ging, warf ich noch einen Blick auf die Paprika-Pflanzen, die sich wohl im vertikalen Beet ganz wohl fühlen. – Keine gelben Blätter, keine Anzeichen von Hitzestress vor der schwarzen Teichfolie…

Ja, und dann fiel mir plötzlich etwas Buntes ins Auge, das auf meinem Igelkasten lag, der direkt am Gartenzaun steht. Und – siehe da: Es war ein Bodenstein. 🙂

Bodenstein
Bodenstein

Dieser ist eine Aktion, an der sich die Einwohner Bodenheims beteiligen können. Man nimmt einen Kieselstein, bemalt ihn mit einem Motiv und legt ihn einfach irgendwo in der Gemeinde aus. Das Ziel: Einem anderen eine Freude zu bereiten, einen Lichtblick in Zeiten der sozialen Distanzierung geben, jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und so auch Kontakte untereinander schaffen, ohne direkt in Kontakt treten zu müssen.

Bodenstein Rückseite
Der Künstler verewigt sich auf der Rückseite, wie hier zu sehen.

Ich finde die Idee so toll und der Stein hat wirklich seine Wirkung nicht verfehlt. Er hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert an einem Tag, an dem sonst fast alles schief gegangen ist. Es gibt schon sehr viele verschiedene Steine, die im Umlauf sind. Ich habe welche mit den Simpsons drauf gesehen, mit Snoopie, mit abstrakten Mustern, Tieren, Pflanzen, Blüten. Und ich habe mir eines vorgenommen: Diesen schönen Stein werde ich behalten und am Wochenende selbst den einen oder anderen bemalen, um einem anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Denn das Einzige, das sich vermehrt wenn man es verteilt, ist das Glück!

 

 

2 Gedanken zu “Ein perfekter Tag für Bodensteine

    • Hallo, ja die Idee finde ich auch sehr gut. Es gibt wohl auch bereits in anderen Gemeinden eine solche Aktion. Und der Name „Bodenstein“ leitet sich von Bodenheim ab, wo ich wohne. 🙂 Ich finde, auf diese Art kann man untereinander in Kontakt treten, den Kindern macht es auch Spaß. Und der Finder wird glücklich, wenn er so ein kleines Kunstwerk in den Händen hält.

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