Wilma ist krank

Wilma ist krank…

Heute habe ich meine ersten wärmeliebenden Pflanzen in die Freiheit entlassen. Auf einigen Fensterbänken standen seit zwei Monaten insgesamt fast zwanzig Tomaten-Sorten, aber auch Tomatillios und Tulsi-Basilikum. Die Paprika-Pflanzen hatte ich bereits ins Treibhaus gestellt, ebenso Chili und Andenbeeren. Neben meiner Auspflanz-Aktion musste ich mich aber auch um eine Patientin kümmern – mit Kamillentee und pürierten Möhren hoffe ich, dass sie bald wieder fit ist.

Seit vorgestern ist Wilma etwas angeschlagen. Sie ist die Leithenne und mit ihren vier Jahren leider schon ganz schön alt. Zumindest hat mir das vorgestern mein Tierarzt erzählt, den ich mit ihr besuchen musste. Denn sie stand teils apathisch in der Ecke, fraß nichts mehr und an der Kloake erkannte ich auch: Sie hatte ordentlich Durchfall. Der Arzt tippte auf einen Wurmbefall und gab ihr ein entsprechendes Mittel. Gleichzeitig bereitete er mich aber auch darauf vor, dass Hühner ihrer Rasse – sie ist eine Sussex-Henne – nicht sehr alt würden. Da es sich dabei um eine hochgezüchtete Hybrid-Rasse handele, die über 300 Eier im Jahr legen, sei ihre Lebenszeit auch entsprechend kürzer. Er warb für die Araucana, eine der ursprünglichsten Hühnerrassen die es noch gibt. Zwar würde die nur 180 Eier legen, die Tiere kosten wohl auch deutlich mehr als eine Sussex-Henne, aber es sind eben auch ursprüngliche Tiere mit höherer Lebenserwartung.

Wilma

Carlos
Carlos lässt sie nicht aus dem Auge…

Wahrscheinlich werde ich seine Empfehlung beherzigen, wenn es denn mal soweit sein sollte. Doch meiner Wilma wünsche ich natürlich noch ein langes Leben. Sie legt zwar fast keine Eier mehr, aber gehört einfach mit dazu. Carlos der Hahn war vorgestern drauf und dran, meinen Vater zu attackieren, als der vorsichtig Wilma packte und in die Transportbox für den Tierarztbesuch stecken wollte. Ich musste ihn mit einem Stab vorsichtig abdrängen, sonst hätte wohl auch mein Vater verarztet werden müssen. Es ist eigentlich ein ganz lieber Hahn (mal abgesehen von den Attacken gegen Emma) Aber wenn ihm jemand seine Leithenne entführen möchte, dreht er schon mal am Rad…
Er war richtig glücklich, als sie dann später wiederkam und tänzelte um sie herum. Und bleibt immer in ihrer Nähe, sobald man das Außengehege betritt. Wilma frisst noch immer nicht und ihr Stuhlgang sieht alles andere als gesund aus. Aber ich konnte sie zumindest dazu animieren, ein wenig Wasser von der Pumpe zu trinken (das lieben die Hühner) Der Karotten-Smoothie war nicht so überzeugend, aber ich habe der ganzen Hühner-Gruppe einfach eine Schüssel mit Kamillentee hingestellt. Der soll nicht nur beim Menschen gesund für Magen-Darm-Probleme sein. Und ich hoffe nun, dass sie sich wieder erholt. Sie steht teilweise dösend in der Ecke, aber reagiert aktiver. Hoffen wir das Beste…

Das vertikale Beet

Ja, und dann waren da auch noch meine Paprika-Pflanzen, die ich in meinem neuen vertikalen Upcycling-Wärmefallenbeet eingepflanzt habe.
Eine Palette dient als Gerüst, die Fächer habe ich mit einem Holzbrett und einem Reststück Teichfolie mit Löchern drin ausgekleidet. Die Teichfolie, die ich auf die Palette getackert habe, soll als Wärmefalle dienen, sich aufheizen und den wärmeliebenden Paprika den letzten Kick geben. Ich hoffe, es wird ihnen nicht zu heiß werden…
Damit sie in den ersten Tagen in Freiheit vor den starken Sonnenstrahlen geschützt sind, habe ich ein Stück Fliegengitter-Stoff angebracht und oben zwei Teich-Pflanztöpfe über die beiden Paprika-Pflanzen gestülpt.

Paprika-Paletten-Hochbeet
Paprika-Paletten-Hochbeet

Das vertikale Konzept funktioniert bereits bei den Erdbeeren ganz gut. Die Pflanzen habe ich dieses Jahr neu gekauft und sie stehen nach nur zwei Wochen teilweise in voller Blüte.
Angeordnet habe ich die Paletten folgendermaßen: Ich habe zwei an der Oberseite aneinandergeschraubt, sodass die Füße die Fächer ergeben. Dies habe ich zwei weitere Male wiederholt und schon entstand das vertikale Paletten-Beet.  Die Fächer sind dabei nach Südosten und Südwesten ausgerichtet, sodass mit dem Sonnengang genügend Licht auf sie fällt.

Erdbeer-Paletten
Diese vertikalen Beete haben gleich mehrere Vorteile: Es kommen nicht so leicht Schnecken an die Beeren, die Früchte liegen nicht auf der Erde und faulen. Und vor allem kann ich so die vertikale Ebene ausnutzen. Ich habe nun in diesem Bereich knapp 50 Erdbeerpflanzen angebaut. Wenn ich sie direkt in die Erde gepflanzt hätte, wären meine restlichen Gemüsepflanzen zu kurz gekommen, da mir einfach der Platz fehlt. Von daher erscheint mir dieses Konzept als sehr gut und nachhaltig.

Tomatillio
Die Tomatillio-Pflanze blüht…

Die Paletten erfüllen für Jahre noch einen Zweck, die Teichfolie kann ich ebenso noch einsetzen. Mal sehen wie die Ernte wird.

Und jetzt geht es gleich zurück zu Wilma, der Tee ist schon aufgesetzt… Hoffen wir das Beste, ich ahne allerdings nichts Gutes. Denn so wirklich erholt hat sie sich offenbar nicht. Und sie will einfach nichts fressen.

13 Gedanken zu “Wilma ist krank…

  1. Das Sozialleben der Hühner ist viel interessanter, als es der „Verbraucher“ glauben möchte. Ich wünsche Wilma viel Glück, und dir eine interessante Planungsphase für den Fall dass …

    Bei uns passt es leider nicht mit Hühnern, aber anlässlich eines Besuchs in einem Park in Gent / Belgien verliebte ich mich in einige wildlebende Parkhühner, die sogar Küken führten, „Ardenner“, die noch eine sehr ursprüngliche und aktive Lebensweise im Freiland beherrschen, zu der eine gute Flugfähigkeit und somit das Schlafen auf Bäumen gehören. Bei ihnen sind auch die Hennen etwas farbenfroher,

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    • Danke, es hat scheinbar gewirkt. Wilma frisst wieder, war noch nicht so richtig, aber es geht deutlich aufwärts.
      Das mit den wildlebenden Parkhühnern klingt ja auch sehr interessant. Ich wollte meinen auch das Brüten ermöglichen, aber es sind Sussex, also eine hochgezüchtete Rasse. Und irgendwie kommen sie nicht in Brutstimmung. Vielleicht klappt das irgendwann mit den Araucana. Die haben wohl noch die ursprünglichen natürlichen Instinke und Verhaltensweisen.

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  2. Danke, dass Du auch meinem Blog folgst, das macht es für mich viel leichter, deinem zu folgen.
    Jetzt kennen wir uns noch gar nicht, aber darf ich dich schon etwas fragen?
    Wie ich sehe, tust du ähnliche Dinge wie wir, scheinst aber mit dem einen oder anderen bereits mehr Erfahrung zu haben und Hühner haben wir leider noch keine.
    Dafür aber Tomaten- und Paprikapflänzchen.
    Ich überlege gerade, wann ich sie nach draussen pflanzen kann, denn ich habe sie gerade separiert und in grössere Töpfe gepflanzt, Als ich das das letzte Mal ǵetan hatte, habe ich beobachtet, dass die Hälfte der kleinen Pflänzchen das nicht überlebt hat, die andere Hälfte zwar noch lebt, aber nicht grösser geworden ist, während die, die noch viel zu dicht in dem Topf zusammenstehen, dreimal so gross geworden sind. Alle Pflanzen stehen noch in der guten Stube, wo es warm ist.
    Jetzt meine Farge an dich: Woran liegt das? Brauchen sie immer nach dem Umtopfen erst ein oder zwei Wochen bis sie wieder weiterwachen, oder habe ich sie zu viel gegossen oder was kann es sonst sein?
    liebe Grüsse aus Dänemark von Liv

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    • Hallo Liv, entschuldige bitte, ich hatte den Kommentar noch nicht genehmigt und daher wurde er nicht angezeigt. Das ging irgendwie unter…
      Also erst mal vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, wir haben da einige Gemeinsamkeiten in den Projekten, die wir tun. Und ich finde es immer sehr spannend, zu lesen, welche Erfahrungen andere gemacht haben. So kann man sich gegenseitig inspirieren und austauschen.
      Zur Frage mit den Tomaten: Ich wohne ja in Rheinhessen, also es ist hier relativ mild. Daher habe ich schon vor zwei Wochen einige Tomatenpflanzen nach draußen gepflanzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Temperaturen von unter 8°C einen deutlichen Wachstumsstopp nach sich ziehen. Wenn es dann noch feucht ist, also Regen oder Nebel, bekommen die jungen Pflanzen bereits die Schwarzfäule und gehen ein. Das Problem hatte ich vor ein paar Jahren.
      Seitdem schütze ich jede Pflanze gerade in der Anwachsphase mit einem Mini-Schutz aus Plastikfolie. Was sehr gut geht ist die Noppenfolie einer bereits gebrauchten, gepolsterten Post-Versandtasche, die ich dann an der Unterseite aufschneide und über die Pflanze stülpe, mit vier kleinen Stäben fixiiere. Es tut aber auch eine stabile Plastiktüte. Die Folie ist zwar nach oben offen, aber sie hält die Kälte von der Seite ab und schützt die Pflanze sehr gut.
      Ich setze die Pflanzen immer so tief, dass die unteren beiden Blättchen mit der Erde abschließen, also deutlich tiefer als sie vorher in der Erde waren. Am Stengel der Tomaten bilden sich dann zusätzliche Wurzeln und sie kann schneller anwachsen.
      Aber zurück zu der Frage mit dem stockenden Wachstum. Das Problem habe ich auch, also sie brauchen glaub ich einfach 1-2 Wochen, bis sie sich an den neuen Standort gewöhnt haben.
      Letztes Jahr hatte ich eine Besonderheit: Da ist mir auch die Hälfte der Pflanzen nach dem Umtopfen eingegangen. Die andere Hälfte stockte und ich bekam erst Ende Juni die ersten Tomaten. Ich kann nicht sagen, was genau die Ursache war, aber ich vermute, es lag an der gekauften Pflanzerde. Dieses Jahr habe ich gut verrotteten Kompost genommen und die Pflanzen sehen richtig gut aus. Ich werde in den kommenden Tagen die restlichen Tomaten auspflanzen – sobald es etwas trockener wird, denn momentan regnet es hier (zum Glück endlich nach langer Trockenheit)
      Rund um die Tomaten werde ich ein paar Basilikum-Pflanzen setzen. Die sollen eine sehr gute Mischkultur für die Tomaten sein.
      Liebe Grüße aus Rheinhessen von Torsten

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  3. Danke für deine Kommentare und die ausführlichen Anleitungen.
    Das war sehr hilfreich und ich kann sehen, was ich vermutlkich falsch gemacht habe.
    Ja, ich höre auch sehr gerne von Leuten, die auch so ähnlich leben wie wir.
    Bei Euch ist es aber sich viel wärmer, nehme ich an.
    Dänemark ist ja ein Inselstaat; bei uns ist es immer feuchter und kältger.
    Aber einiges gedeiht hier auch.
    Ich hab heute mal ein Video von unserem teich gepostet. Wir haben nämlich Entenbesuch.
    Obst gedeiht bei uns ganz prima, aber was den Gemüsegarten betrifft, bin ich eher noch ein anfänger.

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    • Oh, da schau ich gleich mal vorbei und sehe mir das Video an. Vor ein paar Jahren war ich mal in Dänemark, auf Seeland in Dianalund nahe Odense auf einem Bio-Bauernhof. Das war ein Traum! Das was ich gesehen habe war toll. – Sehr nette Menschen (speziell der Vermieter), schöne Natur, Hügelgräber, die Kreidefelsen auf der Insel Mön. Und klimatisch fand ich es auch sehr angenehm. Hier im Rhein-Main-Gebiet wird es immer wärmer und extremer. Letztes Jahr hatten wir mehrere Tage 40°C und das war eine Katastrophe. Es war früher schon mild. Aber heute gibt es praktisch keinen Schnee und nicht mehr viel Frost im Winter. Das finde ich sehr schade. So, und jetzt schaue ich mal auf Deinem Blog vorbei. Viele Grüße und noch einen schönen Tag.

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  4. Ja das ist wirklich schade mit dem Schnee.
    Wir haben auch nicht mehr viel davon
    und dabei fahren wir doch so gerne Ski (Langlauf).
    Wenn Schnee ist, kann mir hinterm Haus gut über die Felder rutschen.
    Kann sehen, dass du auf unserem Blog warst; schön Dir auch bei uns begrussen zu dürfen!
    Der Brombeerhof ist unser Zuhause. Hab heute noch weitere Bilder und ein kleines Video gepostet, denn die Butterblumen und die Gänzeblümchen tauchen alles in ein Blütenmeer und irgendwie bin ich ganz verliebt darin.
    Wie du sehen kannst, haben wir auch einen Verlag. Für den schreibe ich meistens. Die Brombeerhof-Seite liegt mehr oder weniger brach, da wir ja wegen der Corona-Krise z.Zt. geschlossen haben.
    Überigens, da du von Møn redest, mit dem Auto sind es nur 10 Minuten von uns aus bis zur Insel. Man muss aber über mehrere Brücken, da wir auch auf einer Insel wohnen.
    wünsche Dir auch noch einen schönen Tag
    viele Grüsse von Liv

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    • Ich dachte bei euch gäbe es noch öfters mal Schnee. Das ist schade, ich mag den Winter eigentlich ganz gerne, und vor allem auch den Schnee. Der Brombeerhof sieht richtig schön aus. Ich schaue gleich nochmal vorbei. Irgendwie habe ich zwar Deine Blog abonniert, aber bekomme scheinbar keine Mails, wenn Du etwas neues Postest. Ich muss bei mir nochmal nach den Einstellungen schauen.
      Ja, ich habe mir schon einige Bücher angeschaut. Da ist viel Interessantes dabei. Ich muss mal schauen, momentan habe ich noch einige Bücher hier, die ich gekauft aber noch nicht gelesen habe. Wenn ich Nachschub brauche, weiß ich wo ich vorbeischauen kann. 🙂
      Ich bin ja auch Autor, schreibe aber vorwiegend Krimis und Gedichte. Zuletzt übrigens auch einen „nordischen“ Krimi, der zumindest zur Hälfte auf Island spielt.
      Das ist ja schön, dass ihr so nahe an der Insel Møn wohnt. Ich fand die Landschaft dort richtig schön. Stimmt, wir mussten damals auch über einige Brücken fahren, bis wir zur Insel kamen. Aber der Besuch hatte sich wirklich gelohnt.
      Schönes Wochenende und viele Grüße Torsten

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  5. Das letzte mal hatten wir vor 2 Jahren so ricvhtig Schnee, abner dann glücklicherweise 2 oder 3 Wochen so viel, dass wir auf den Feldern mit den Skiern herumrutschen kommten. Skifahrfen wäre wieder was anderes, aber das hat uns genügt.
    Danke für deine netten Worte bezüglich unserer Bücher. Hab jetzt auch mal bei dir geschaut. Das sieht auch sehr iuteressant aus. Interessant war auch, festzustellen, dass wir anscheinend ne Menge gemeinsam haben. Aber hoffentlich ist es auch eine Tendenz, dass es immer mehr Menschen gibt, die bewusster werden, sowohl was Umweltschutz, Wirtschaft, Gesundheit, Philosophie und Psychologie betrifft.
    schönes Wochenende wünsche ich dir auch

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