Steinkauz im Flug

Glück in meinem Garten

Etwas gespenstisch ist es ja schon, dieses Bild… Da fliegt der Steinkauz in der Morgendämmerung von der Niströhre direkt über die Wildkamera. Doch freut es mich riesig, dass das Steinkauz-Paar sich nun wohl definitiv dafür entschieden hat, sich in meinem Garten „Einzunisten“. 🙂

Nur 300-400 Brutpaare gibt es noch in Deutschland, 6.000 etwa bundesweit. Die Kleineule steht auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten und ihre Bestände sind gefährdet.

Ich habe mich nun ein bisschen in das Thema eingelesen und finde es richtig spannend, was dieser Vogel so alles draufhat und welche Geschichten mit ihm verbunden sind.
Am Bekanntesten ist wohl der Aberglaube, dass er mit seinem Ruf und seinem Auftauchen Menschen den Tod bringt. Er tauchte immer dann auf, wenn ein Mensch im Sterben lag. Dass er tatsächlich oft nur deshalb erschien, weil es üblich war eine Kerze ins Fenster zu stellen, wenn ein Mensch auf dem Totenbett lag, und der Kauz durch das Licht angezogen wurde, wusste keiner. Man hat ihn vielmehr in unseren Breiten abergläubisch gezielt mit dem Totenreich in Verbindung gebracht, ihn verfolgt und als Schutz vor dem Bösen ans Scheunentor oder die Hauswand genagelt.

Zwei Steinkäuze
Hier sind beide Steinkäuze zu sehen: Einer mit schlagenden Flügeln auf dem Ast, der andere sitzt auf der Niströhre am Eingang.

Das war grausam, doch der Vogel ist heute vor allem deshalb bedroht, da sein natürlicher Lebensraum immer weiter zerstört wird. Er ist ursprünglich ein Steppenbewohner, jagt oftmals auch zu Fuß und kann es von der Geschwindigkeit mit der einer Feldmaus aufnehmen. Diese steht auch ganz oben auf seinem Speiseplan. Außerdem frisst er kleine Singvögel, Insekten und Würmer, aber auch Eidechsen und Frösche. Auch der eine oder andere Fisch wurde durch den Steinkauz gefangen.

Kauz in der Morgendämmerung
Kauz in der Morgendämmerung: Zwar sind die Tiere nacht- und dämmerungsaktiv, ziehen sich tagsüber meist in ihre Niströhre zurück. Doch jagen sie auch teilweise tagsüber vom Ansitz aus.

Die etwa 22 Zentimeter hohe Eulen, die eine Flügelspannweite von etwa 60 Zentimetern erreichen, sind auf Landschaften mit einzelnen Kopfbäumen, alten Bäumen mit Höhlen darin und kurzem Grasland angewiesen. Streuobstwiesen sind die idealen Lebensräume für ihn. Doch diese Landschaften verschwinden immer mehr, und mit ihnen der Kauz. Für ihn verschwinden daher Ansitz-Möglichkeiten, aber auch Nisthöhlen in Bäumen. Zwar nutzt er auch Nischen an Gebäuden, doch auch die verschwinden immer mehr durch Sanierung und den Wegfall alter Gemäuer.

Wichtig ist es daher, Nisthöhlen zu bauen und dem Vogel zugleich Lebensräume zu erhalten. Der NABU bietet interessante Infos rund um das Thema, Einblicke ins Leben des Kauzes und auch einen Bauplan für Steinkauz-Niströhren.

Mitte bis Ende April legt das Weibchen 3-5 rundliche Eier ins Nest, bebrütet sie etwa 26 Tage lang. Dann schlüpfen die Kleinen und werden über 30 Tage von der Mutter gewärmt und „gehudert“. Schließlich verlassen sie die Niströhre und beginnen, die Welt zu erkunden.

Ich bin gespannt, wann die Kleinen ihren Kopf aus der Röhre strecken und hoffe, dass die Eltern und ihre Brut von natürlichen Feinden verschont bleiben. Dazu gehören neben großen Eulen vor allem auch Marder und der größere Waldkauz.

Wenn alles gut geht, stehen die Chancen gut, dass das Paar auch nächstes Jahr wieder brütet. denn die Tiere sind sowohl sich selbst als auch dem jeweiligen Revier treu.

Im antiken Griechenland war die Eule mit dem lateinischen Namen „Athene noctua“ übrigens Sieges- und Glückssymbol. Nicht umsonst trägt sie die Schutzgöttin Athens in ihrem Namen. Auf eine Griechische Münze hat sie es geschafft. Und selbst heute zeigt die griechische 1-Euro-Münze den Steinkauz und einen Olivenzweig.

 

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