Es sind zwei!

Letzte Nacht hat meine Wildkamera den Beweis erbracht: Im Walnussbaum in meinem Garten sitzen zwei Vögel der Nacht. Das heißt, sie sind auch teils tagsüber aktiv. Ihr Ruf galt früher als Todessignal. Heute weiß man es besser, doch es mussten zuvor unzählige der Tiere qualvoll sterben, um Haus und Hof vor Unheil zu schützen. Überhaupt ist diese Eulenart stark bedroht, in Deutschland brüten noch etwa 6000 Paare. Das liegt vor allem an den schwindenden Lebensräumen, den fehlenden Nistplätzen und dem Einsatz von Pestiziden. Umso mehr freut es mich, dass ein Paar dieser Eulen meinen Walnussbaum offenbar als Nistplatz auserkoren haben.

Der Steinkauz legt Mitte April bis Mitte Mai bis zu sieben Eier ab und brütet sie aus.
Dazu benötigt er einen Nistplatz, den er heute in der aufgeräumten Kulturlandschaft oft nicht mehr findet. Daher habe ich zwei Niströhren eingerichtet, die ich im Walnussbaum angebracht habe. – Eine dient der Jungenaufzucht, die andere als Tagesunterschlupf.

Steinkauz

Der Lebensraum drumherum passt eigentlich ganz gut zu den Bedürfnissen des Kauzes. Es handelt sich um eine relativ offene Landschaft. Eine großen Ackerfläche grenzt südwestlich an den Garten, nach Osten und Westen befinden sich weitere Gärten mit Obstbäumen und Sträuchern. Umgeben ist das Gebiet mit Weinbergen und grenzt andererseits ans Wohngebiet. Nur die Pestizide im Weinbau machen wir etwas Sorgen.

Steinkauz

Feldmäuse bekommt der Steinkauz genügend zu futtern, die ganz oben auf seinem Speisezettel stehen. Auch kleinere Vögel und kleine Nager verspeist der Kauz, daneben Reptilien, Amphibien, teilweise auch Fische. Etwas Sorgen mache ich mir daher schon um die vielen Frösche in meinem Teich und die Eidechsen in der Trockenmauer. Doch hier werde ich noch für ein wenig Schutz sorgen.

Ein Kauz fliegt davon, der andere schaut ihm nach...
Ein Kauz fliegt davon, der andere schaut ihm nach…

Steinkäuze sind standorttreu und bleiben ein Leben lang zusammen. Ihr Revier begrenzt sich auf bis zu 100 Hektar. Weitere Infos, auch über Niströhren und Hilfsmaßnahmen für die Tiere, findet ihr in einigen tollen Artikeln des Nabu. Dort kann man auch seinen Reviergesang anhören.

Kauz auf der Röhre
Kauz auf der Röhre
Steikauz schaut aus der Röhre, der andere sitzt im Baum
Steikauz schaut aus der Röhre, der andere sitzt im Baum

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