Geplatzte Mandarine am Baum

Geplatzte Vitaminbombe?

Heute habe ich meine ersten rheinhessischen Mandarinen „geerntet“, nachdem sie vor einiger Zeit schon aufgeplatzt waren. Die Früchte sahen ganz dekorativ aus und deshalb ließ ich sie am Baum hängen. Denn ich glaubte, dass diese exotischen Früchtchen nicht genießbar sein würden. Als ich sie nun erntete und schälte erlebte ich jedoch eine Überraschung…

Seit vielen Jahren liefert mir mein Zitronenbaum eine regelmäßige Massenernte. Alleine im Herbst und Winter 2019/2020 konnte ich zehn dicke Früchte ernten, und es hängen jetzt noch zwei dran.

Zitronenbaum
Zitronenbaum

Außerdem hat bei mir jeweils ein Baum von Blutorange, Orange und Mandarine seine Heimat gefunden. Auch Kumquats wachsen ganz gut, von denen ich letztes Jahr etwa zwanzig ernten konnte. Das ist viel, der Baum ist ja noch klein.

Was mögen die Exoten?

Offenbar fühlen sich die Bewohner der Subtropen ganz wohl bei mir an der Hauswand, an der sie jedes Jahr von Frühling bis Herbst stehen. Es ist die Südwest-Seite, die Wand ist aber nicht so stark beschienen. Im Sommer bekommen die Bäume fünf bis sechs Stunden direkte Sonne ab, bis sie hinterm Nachbarhaus verschwindet. Das scheint den Bäumchen aber ganz gut zu gefallen.
Was ihnen jedoch nicht passt ist das kalkhaltige Wasser aus unserer Wasserleitung. Und auch das Oberflächenwasser, mit dem ich sie ab und zu gegossen hatte, führte zu gelblich-verblassenden Blättern und schlechtem Wuchs. Das hängt mit dem Kalk im Wasser zusammen, der die Wurzeln der Bäumchen schädigt.
Zitrusfrüchte mögen am liebsten Regenwasser. Mit dem habe ich sie dann auch gegossen. Und wenn das mal fehlt muss eben die Osmose-Anlage mit ihrem destillierten Wasser einspringen.
Im Frühling und Sommer mögen die Bäumchen Feuchtigkeit, jedoch niemals Staunässe. Wenn es ihnen zu nass wird werfen sie massiv ihre Blätter ab. Staunässe ist nach meiner Erfahrung ihr größter Feind.

Ihr bester Dünger ist kostenlos!

Was sie besonders gern mögen ist natürlich Dünger. Den habe ich mal eine Zeit lang in flüssiger Form gekauft, dann als Langzeit-Düngestäbchen. (Beides von Neudorff als Biodünger) Doch was ihnen auch sehr gut tut und die eine oder andere Düngegabe überflüssig macht, ist einfacher Kaffeesatz. Den verteile ich in den warmen Monaten immer auf der Erde in einer Schicht von 1-2 Zentimetern Dicke, mische ihn unter, und schon sind die Exoten glücklich.

Die Bäume blühen übrigens herrlich, besonders ihr Geruch ist wunderbar süß und man nimmt ihn sofort wahr. Auch die Bienen fliegen drauf, was einem ja recht sein kann, da sie an der Bestäubung beteiligt sind. Allerdings können sich Zitrusbäume auch selbst bestäuben, ebenso funktioniert die Windbestäubung ganz gut.

Cool bleiben

Kommt der Herbst und werden die Nächte kälter, müssen sie an einen wärmeren aber hellen Ort umziehen. Je wärmer die Umgebungstemperatur ist, desto heller muss es für sie sein. Ansonsten nehmen sie einem das sehr übel. Daher stehen sie bei mir in einem Vorbau vom Haus, der unbeheizt ist, und in dem es auch ab und zu mal ein bis zwei Grad unter Null geht. Hier scheint es ihnen besser zu gehen als in einem dunkleren, kühlen Raum, in dem ich sie mal überwintern wollte, und wo sie extrem ihr Laub abwarfen.

Im Winter gilt speziell die Devise: Besser zu wenig als zu viel Wasser. Ansonsten faulen die Wuzeln recht schnell und die Exoten überstehen das im Zweifel nicht oder nur sehr angeschlagen. Man kann sehr gut erkennen wenn sie durstig sind. Beginnen sich ihre Blätter auf der Längsseite rechts und links nach oben zu rollen, fehlt garantiert Wasser. Dann freuen sie sich über eine kleine Gabe, wobei sie im Winter die Staunässe noch schlechter vertragen als im Sommer. Auch Dünger brauchen sie dann keinen. Zu wenig Wasser kann aber auch dazu führen, dass die Pflanze ihre Früchte abwirft. – Kein Wunder, ehe sie Schaden nimmt, lässt sie lieber ihre Früchte fallen, um in sie kein Wasser mehr stecken zu müssen.

Doch nun zurück zu meinen Mandarinen…

Nachdem vor einigen Wochen die Blutorange ihre einzige dicke Frucht abgeworfen hatte, brachte das Schälen nur ein trockenes, strohiges Fruchtfleisch zu Tage. Würden mir mit den Mandarinen nun auch das gleiche Schicksal blühen? Sehr genießbar sahen sie von außen ja nicht aus.
Doch dann schälte ich sie und ihr Fruchtfleich war alles andere als trocken und strohig. Es war richtig saftig und verblüffend süß! Jetzt freu ich mich schon auf die beiden weiteren, geplatzen Vitaminbomben. – Sind sie doch nachhaltig-regional produziert, und auch noch sehr lecker. 🙂

Leckere Mandarine
Leckere Mandarine

2 Gedanken zu “Geplatzte Vitaminbombe?

    • Hallo, also die Bäumchen habe ich gekauft. Ich habe letztes Jahr auch ein paar Pflanzen aus Kernen gezogen, um sie nach dem Schnitt der gekauften Bäume vereideln zu können. Vielleicht kann ich dieses Jahr hier einen Versuch starten, wenn sie groß genug sind.

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