Ziegen

Die armen Ziegen und der Bock…?

Regen! Erleichterung macht sich breit in Australien und bei allen, die die katastrophalen, apokalyptischen Brände auf dem Kontinent mitverfolgt haben. Bisher ist eine Fläche von der Größe Bulgariens von den Feuern zerstört worden. Zwar ist der Kontinent für seine Pyrophyen bekannt – also die an Feuer angepassten Pflanzen. Auch die Ökosysteme leben seit Jahrtausenden in diesem Wechselspiel des Wachstums und der Zerstörung, profitieren davon. Doch diese Brände sind anders! Sie sind verheerend, flächendeckend, die Trockenheit ist beispiellos, ebenso die Hitzerekorde. Deshalb fielen nach Schätzungen des WWF mindestens 1,25 Milliarden Tiere den Feuern zum Opfer.

Es könnten durchaus einige Bestände von Tierarten derart zurückgegangen sein, dass sie aussterben werden. Das Leid, das durch die Feuer verursacht wurde, lässt sich nicht in Worte fassen. Verbrannte Tiere, verkohlte Kängurus und Koalas, verletzte und verängstigte Tiere, verwaiste Jungtiere, …
Dem Feuerinferno folgt nun eine Zeit des Hungers. Denn zwar sind viele Baumarten vorm Feuer geschützt und treiben nach einiger Zeit wieder aus. Auch benötigen viele Arten das Feuer, damit ihre Samenkapseln aufbrechen und den verbrannten Boden als Nährboden nutzen. Doch sind die Wildtiere, die überlebt haben, von der Flucht und dem Feuer geschwächt, sind vielleicht verletzt oder krank. Und so werden viele an Hunger und Durst sterben, und an ihren Verletzungen.

Damit dies nicht geschieht und verletzte Tiere versorgt werden können, brechen unzählige Helfer in die Krisengebiete auf. Auch aus Deutschland wollen Tierretter helfen. Hier ein Interview des ARD-Magazins „Live nach neun“ mit zwei engagierten Tierschützern, die schon in Deutschland eine Tierrettung betreiben und nun nach Australien aufbrechen.
Natürlich sind sie auch auf Spenden angewiesen:
Berufstierrettung Rhein-Neckar, Sparkasse Donnersberg
IBAN: DE25 5405 1990 0007 0322 61 – BIC: MALADE51ROK
PayPal:info@tierrettung-rhein-neckar.de

Es ist sehr wichtig, den überlebenden Tieren zu helfen und so vielleicht für der Erhalt ihrer Art beizutragen. Noch wichtiger ist es jedoch, an die Zukunft zu denken…

Schreckliches Leid mussten und müssen die Tiere in Australien durchleben. Ein Anwohner beklagt in diesem Video den Tod seiner armen beiden Ziegen und des Bocks, während er vor dem Grill steht und dort Fleisch brutzelt. Dann schiebt er hinterher: Hoffentlich zahlt die Versicherung.

Tja, die armen beiden Ziegen und der Bock…
Irgendwie trifft es diese Szene auf den Punkt und mir stellt sich die Frage: Wie können wir das Leid dieser Tiere so beklagen, während in unserer Massentierhaltung täglich milliardenfach Kühe, Schweine, Hühner, Puten und andere Tiere über deutlich längere Zeit unsägliches Leid ertragen müssen? Wie können wir in den Supermarkt gehen, uns Fleisch kaufen, es in die Pfanne werfen und glaubwürdig das Leid der Tiere in Australien betrauern?

Irgendwie ist diese Doppelmoral so unglaublich. Sie ist verheerend, mindestens so sehr wie die Feuer in Australien. Denn sie sorgt dafür, dass wir nichts an unserem Handeln ändern. Dass wir täglich die Qual von Milliarden Tieren finanzieren, durch unseren Konsum. – Sei es durch den Kauf von Fleisch, von Milch und Milchprodukten, von Eiern oder Leder. Und wir finanzieren mit der Massentierhaltung vor allem auch den Klimawandel, der so viel Leid über unsere Welt bringt und noch bringen wird.

Ein Gedanke zu “Die armen Ziegen und der Bock…?

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