Ist es das wert…?

In Australien toben heftige Brände und man geht – stand heute – von bis zu einer halben Milliarde toter Wildtiere aus. Das ist eine Katastrophe für die Natur und diesen Planeten, die einige ohnehin bedrohte Arten an den Rand des Aussterbens bringen wird. Zwar sind Buschbrände in Australien ein natürlicher Prozess. Doch aufgrund von Kahlschlag in bestehenden Wäldern, aber auch fehlgeleiteter Forstwirtschaft, werden die Brände massiv begünstigt. Der Klimawandel tut sein Übriges und die eigenltich trockenen Monate stehen dem Kontinent mit Januar und Februar eigentlich noch bevor.

Ministerpräsident Morrison gibt den anderen die Schuld an der Apokalypse mit Feuerstürmen und verbrannter Erde, nachdem er die Buschbrände zunächst als natürlichen Prozess abtun wollte. Er will sich nicht am Klimaschutz beteiligen, sondern lieber eine der größten Kohleminen dieses Planeten eröffnen.
Sydney veranstaltet zum Jahreswechsel seelenruhig ein gewaltiges Feuerwerk, während um die Ecke eine Fläche größer als Belgien in Flammen steht, Menschen ihre Heimat und ihr Leben verlieren, Wildtiere ersticken oder lebendig verbrennen. Irre, oder?

Damit opfert Australien neben seiner einzigartigen Natur an Land auch noch das größte Korallenriff der Welt, denn dieses wird aufgrund des Klimawandels früher oder später (eher früher) absterben. Das Land wird seiner weltweiten Verantwortung nicht gerecht, sondern tritt den Klimaschutz mit Füßen. Ab und an zieht sich ein Politiker das „grüne Mäntelchen“ an und erzählt etwas von der Verantwortung, die jede Stadt im Klimaschutz habe. Das tat auch die Bürgermeisterin von Sydney – und ließ kurzerhand dem Silvesterfeuerwerk freien lauf…

Eine Kolumne auf Spektrum.de beleuchtet die Hintergründe der Brände und bietet spannende Fakten.

Australien hätte ein großes Potential, eine Energiewende zu schaffen. Solarstrom, aber auch die Windkraft, wären umweltfreundliche Alternativen zum Kohlestrom.

Doch auch wir hier in Deutschland sollten vor unserer Haustür kehren. Noch immer lehnt man ein Tempolimit auf Autobahnen ab, obwohl es hunderte Millionen Tonnen CO2 einsparen würde. – Plus die Menge, die Fahrzeuge mit niedrigerer Leistung allgemein einsparen würden, denn wer nirgendwo mehr 200 km/h fahren kann, der braucht auch keine hohe PS-Leistung unter der Haube. Noch immer möchte fast die Hälfte der Menschen nicht auch ihr eigenes Silvesterfeuerwerk verzichten, obwohl in einer Nacht 16% des im jährlichen Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubs in die Luft gepustet wird. – Vom CO2 ganz abgesehen. Alle wollen Klimaschutz, aber die Mehrheit will mit dem Flugzeug fliegen – und wenn möglich zum billigsten Preis und somit gleich mehrfach im Jahr. Die Mehrheit grillt jedes Jahr mit Holzkohle, von der 1/3 aus den Tropen stammt. Auch das Futter für gemästete Tiere stammt von dort gerodeten Regenwaldflächen – 60,2 Kilogramm Fleisch aß der Durchschnitts-Deutsche im Jahr 2018. Darin eingerechnet ist noch nicht mal das Fleisch, das im Müll landet. Das sind 346 Millionen Kilogramm, und das wären umgerechnet 45 Millionen Hühner, vier Millionen Schweine und 200.000 Rinder!

Wir alle sollten mal unsere Bedürfnisse hinterfragen und schauen, was wir wirklich brauchen. Worauf können wir tatsächlich verzichten?
Auf Luft zum Atmen, Wasser zum Trinken, auf Lebensmittel und eine lebensfreundliche Umwelt? Oder doch eher auf Chinakracher, Billigflüge, 200 km/h auf der Autobahn unser tägliches Schnitzel?

Die Zeit wird knapp! Und welche Hölle auf Erden wir uns mit dem Klimawandel selbst schaffen (und das ist erst der Anfang!), zeigt uns momentan ein kurzer Blick nach Australien. Wollen wir das wirklich?!

8 Gedanken zu “Ist es das wert…?

  1. „Wir alle“ lautet die Formel im Sinne von jedem einzelnen, der nicht sein Leben umzukrempeln braucht, um etwas zu ändern, sondern nur die Maßlosigkeit im eigenen Verhalten erkennen und drosseln sollte, dazu gehört auch das Hinterfragen der gerade in Mode gekommene Wegwerferei von Dingen, die man zukünftig nicht mehr verwenden möchte, um etwas besser zu machen.

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    • Das stimmt. Die Maßlosigkeit drosseln und vielleicht auch hinterfragen, was wir wirklich brauchen, um glücklich zu sein. Das wird nämlich heute auch viel zu oft mit Besitz in Verbindung gebracht. Der kann aber auch unglücklich machen. Wenn ich z.B. ganz viel Zeug im Regal stehen habe, das verstaubt, das ich aber eigentlich gar nicht nutze, muss ich es regelmäßig putzen und das kann schon unglücklich machen. 😉 Auch beim Wegwerfen stimme ich Dir zu. Wenn man sich anschaut, wie viele Menschen ihre noch funktionierenden Kühlschränke entsorgen, um energieeffizentere zu kaufen, ist das schon erschreckend. Oder wie viele ihr noch gutes Auto vor Jahren für die Abwrackprämie hergegeben haben, nur um das Geld vom Staat zu bekommen. Und das noch gute Fahrzeug wurde verschrottet. Das blinde Austauschen von Glühbirnen durch Energiesparlampen ist auch so eine Sache – und jetzt das Austauschen von funktionierenden Energiesparlampen durch LED-Lampen…

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  2. Alles was sie in ihrem Artikel aufzählen unterschreibe ich. Es ist leider so, dass die Menschen erst wach werden, wenn die Katastrophe an ihrer Haustür klopft. So beklagen im Moment viele die verheerenden Buschfeuer und schimpfen dabei über die australische Politik und nebenbei machen sie hier in Europa (und überall) weiter wie bisher, Australien ist ja weit weg ….
    Ein Blick in den Stadtpark, in den Vorgarten oder eigenen Garten würde genügen, um zu sehen, das mind. ein Drittel der Vögel verschwunden ist…, Gärtner freuen sich, dass sie jetzt tropische Pflanzen im Garten pflanzen können …..
    bei der Autoindustrie sehe ich ehrlich gesagt, keine Verbesserung in den nächsten Jahren..
    Vielen Dank für den Artikel

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    • Vielen Dank für den Kommentar. Sie haben vollkommen recht: Die Empörung ist groß über Australien, aber auch über Brasilien, das seinen Regenwald rodet, oder über die Abholzung in Afrika und in Asien. Trotzdem steigt der Konsum von Palmöl immer weiter. Es gab große Trauer über die dreißig getöteten Affen im Krefeder Zoo. – Zu recht, es war natürlich eine Tragödie. Doch wie viele Orang Utans aufgrund der Palmölplantagen ihren Lebensraum verlieren, wie viele vertrieben, verfolgt und abgeschlachtet werden, das weiß keiner genau. Sie betrauert auch keiner. Genauso wenig die Millionen Tiere der Massentierhaltung, die jährlich unter unsäglichen Bedingungen gehalten und geschlachtet werden. Auch das Vogelsterben hier vor unserer Haustür macht den Wenigsten Sorgen. Nur eine Minderheit sieht das Sterben der Insekten als derart bedrohlich an, dass sie auch selbst etwas für den Schutz der Tiere tun würden. Man kann nur hoffen, dass sich dies in naher Zukunft noch ändert. Und der Menschheit am Ende doch noch klar wird, dass die Natur, die sie zerstört das ist, aus der sie geboren wurde, durch die sie lebt, und mit der sie untergehen wird.

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      • Vielen Dank für ihre Nachricht. Ich kann dem ganzen nur zustimmen. Aber ich bleibe optimistisch, dass die wenigen, welche sich ein paar mehr Gedanken machen und ihre Gewohnheiten ändern immer mehr werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt 🙂

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  3. Hallo Grünschreiber! Danke für deinen Beitrag. Alles so wahr. Unglaublich… das eigene Land in Flammen, und man veranstaltet ein Feuerwerk. Man stelle sich vor, das Haus des Nachbarn brennt, und man veranstaltet daneben ne riesige Party…
    Ja, auf ein richtig gutes 2020 mit richtig vielen Goodnews! Das ist dringend nötig!! Es muß sich einfach was ändern…

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