Mutter Erde

Habt ihr auch keinen vergessen?!

Bei diesem Beitrag handelt sich um eine Anzeige / Werbung. Die Vorweihnachtszeit ist ja voll davon. Doch möchte ich euch kein neues Smartphone aufdrehen – versprochen! Grundsätzlich geht es aber dann doch um die Frage, ob ihr schon alle Geschenke beisammenhabt. Habt ihr an alle gedacht? Wirklich? Oder habt ihr vielleicht ein ganz wichtiges Familienmitglied vergessen? Ich denke, es ist die Mehrheit, die den Wunschzettel dieses Mitglieds einfach unter den Tisch fallen lässt, und dafür die anderen umso ausgiebiger beschenkt. Doch wer ist nun dieses arme Familienmitglied?

Es ist eure Mutter! Ja, richtig gelesen!
Doch ist es nicht nur eure, es ist die Mutter von uns allen, von der ich hier Rede:
Mutter Erde
Und die hat ja wohl als allererstes einen ernst gemeinten Klimaschutz auf dem Wunschzettel stehen. Denn langsam wird es ihr zu heiß, in der Arktis sind die Temperaturen alleine in den letzten zehn Jahren um 1,6 °C angestiegen. Die Eisbären fliehen in Siedlungen, da ihnen die Jagdgründe unter den Füßen wegschmelzen, und sie so vom Hungertod bedroht sind. In den Gebirgen schmelzen die Gletscher, ohne die viele Flüsse nicht mehr gespeist werden können. Immer mehr Regenwald vertrocknet (!) und wird niedergebrannt, die Korallenbänke sterben ab und die Wälder trocknen aus. Da reicht auch kein Ventilator unterm Weihnachtsbaum – es braucht endlich einen effektiven und umfassenden Klimaschutz!

Vor uns die Sintflut

Doch den haben die Delegierten in Spanien auf der COP25 – der Weltklimakonferenz – nicht auf Lager. Vielmehr landet praktisch so eine Klimaschutzvereinbarung á la Discounter-Billig-Angebot, Made in China, unterm Weihnachtsbaum. Das ist so ein schwammiges, weiches Teil, durch das die Profitgeier weiterhin ihre Kohle scheffeln können, während die Welt rundherum zugrunde geht und wir in eine Klimakrise steuern, deren Konsequenzen für uns alle nicht mehr einschätzbar sind. Verpackt wird das Ganze in einen Schwall warmer Worte, dass es ja wenigstens einen Kompromiss gäbe und man sich einig darin sei, etwas tun zu müssen. Ein Bändchen darum erinnert vorsorglich daran, dass ja so viele Arbeitsplätze in Gefahr seien, wenn man wirklichen Klimaschutz betreiben würde. Und zwei Glöckchen an den Enden des Bandes läuten die Wahrheit in die Heilige Nacht hinaus:
Rei-bach, Rei-bach, Rei-bach, …

Vor uns die Müllflut

Also, Punkt eins kann sich unsere Mutter schon mal vom Wunschzettel streichen, denn sie wird weiterhin keinen umfassenden Klimaschutz bekommen.
Doch sie hat ja noch mehr auf dem Zettel stehen, als „nur“ ein funktionierendes Weltklima.
Da sie so ziemlich die Schnauze voll hat von dem ganzen Müll, wünscht sie sich zum Fest Mülltonnen für alle, ein funktionierendes Recyclingsystem weltweit, und deutlich weniger Verpackungen. Ja, saubere Meere und Flüsse sind ihr Ding!
Und nun? Alleine in Deutschland fallen zu Weihnachten 8.000 Tonnen Geschenkpapier-Müll an! Die allgemeine Müll-Menge steigt in der Weihnachtszeit um 20 Prozent! Dazu zählt neben dem Verpackungsmüll aller Geschenke auch noch die Einweg-Weihnachtsdeko, die dann in der Tonne landet. Bei manch einem Online-Versender landen Rücksendungen von niedrigerem Wert, die nur nicht gefallen und eigentlich einwandfrei waren, trotzdem im Müll. – Es ist billiger, sie zu entsorgen, als sie neu verpacken zu lassen und wieder in den Verkauf aufzunehmen. Auch Essen wird noch immer im Überfluss gekauft und dann entsorgt.

Smarticular.de zeigt zumindest mal, dass es auch umweltfreundliche Möglichkeiten gibt, Geschenke zu verpacken. Warum beispielsweise keine bunten Werbeprospekte nutzen, um daraus Geschenkverpackungen herzustellen? Ist gar nicht schwer, funktioniert ohne Klebeband und ist sehr nachhaltig.

Oder man benutzt das Geschenkpapier mehrfach. Anregungen hierzu gibt’s auch in folgendem Video der Deutschen Bahn… 😉

 

Was die Bahn hier überspitzt darstellt, meint sie jedoch grundsätzlich ernst. Man kann nie genug für die Umwelt tun, und dass man diese Überzeugung lebt, zeigt sie mit ihrer Initiative Das ist grün, über die ich hier auch schon mal berichtet habe. Gerne werbe ich mit diesem Artikel daher auch für die Deutsche Bahn – und das nicht nur als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel. Sie betreibt auf ihren Flächen aktiv Artenschutz, sorgt für den Erhalt alter Nutztierrassen, betreibt Müllvermeidung, nutzt immer öfter erneuerbare Energien, und arbeitet an immer neuen Strategien für den Schutz der Natur.

Vor uns die Mut-Flut

Da viele unserer Volksvertreter noch immer unsere Zukunft mit Füßen treten, anstatt unsere Interessen zu vertreten, liegt es auch an uns etwas zu ändern. Und wir können sehr wohl alle etwas tun, den Wunschzettel unserer Mutter beachten. Fahren wir doch einfach mit der Bahn – das wäre ein großer Beitrag zum Klimaschutz.
Nicht „die da oben“ produzieren außerdem z.B. 8.000 Tonnen Geschenk-Papier-Müll, sondern wir! Nicht „die da oben“ werfen tonnenweise gute Lebensmittel in den Müll, sondern das sind wir Verbraucher. Und nicht die Politiker bestellen beim Wegwerf-Online-Händler, sondern die Kunden sind immer noch wir. Und der Kunde bestimmt das Angebot.
Packen wir es also an: Die Macht liegt bei der Mehrheit. Und wenn viele Menschen viele kleine gute Dinge tun, wird am Ende etwas sehr Großes daraus erwachsen.

Nicht nur zu Weihnachten können wir uns grundsätzlich fragen, ob dieser massenhafte Konsum wirklich nötig ist, um anderen unsere Liebe zu zeigen. Oder um uns selbst „glücklich“ zu machen. Geld bedeutet nicht Liebe, Besitz bedeutet nicht Glück.
Jedes Jahr ein neues Smartphone? Immer den neusten Technik-Trend? Neuen Schmuck oder topmodische Kleidung? Muss das wirklich sein?
Brauchen wir Erdbeeren im Winter, Äpfel aus Chile, Spargel aus Israel? Müssen wir Superfoods aus exotischen Ländern kaufen, während wir auch hier vor der Tür etliche zur Verfügung haben? – Man denke an die Brennnessel, die Heidelbeere, die Hagebutte und den Bocksdorn. Regional und Saisonal sind hier die Zauberworte.

Weniger zum Weihnachtsfest kaufen heißt nicht weniger lieben. Wenn man minimalistisch schenkt oder Geschenke sogar selbst herstellt, kann das die Lieben richtig freuen. Und wenn man den Lieben dann auch noch das Wertvollste schenkt, das man zur Verfügung hat, kann das beide glücklich machen: Zeit füreinander

Weniger ist oft mehr, es ist gut fürs Klima, es fällt garantiert kein Verpackungsmüll an und kommt dem Sinn des Weihnachtsfestes als Fest der Nächstenliebe am nächsten.

2 Gedanken zu “Habt ihr auch keinen vergessen?!

  1. Schöner Beitrag! Und danke für das Geschenkpapiervideo – das ist ja toll! Wie für mich gemacht 😉 hihi! Ich kaufe seit Jahren weder Schleifen noch Geschenkpapier, verwende nur, was bereits im Einsatz war Allerdings hab ich das Geschenkpapier noch nie gebügelt 😉 Auch Knitterlook und Zeitungspapier können total cool und schick aussehen! Nur eine Frage des Verpackens.

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  2. Ja, der macht das richtig professionell, oder? 😉 Ich kaufe auch seit Jahren kein Geschenkpapier. Ich hab es auch mal mit Zeitungspapier versucht. Wenn man gerade an Weihnachten die richtigen Werbeseiten für den Weihnachtsmarkt oder so raus sucht, es ein bisschen kreativ zusammen faltet und klebt, sieht das am Ende ganz gut aus. Oder ich nehme halt auch gebrauchtes Geschenkpapier, auch ohne Bügeln. 😉

    Gefällt 1 Person

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