Schnips

Gestern war es mal wieder soweit. Da habe ich bei der Fahrt zur Arbeit einen Schnipser gesehen. Der Fahrer im Auto vor mir entsorgte mit einer lässigen Bewegung seine Kippe, und die landete im Grünstreifen. Was geht wohl in einem solchen Moment im Kopf des Umweltsünders vor? „Ach, ist doch nur ne Kippe.“, denkt er vielleicht. Doch dann sollte der mal die Kunstinstallation von Thijs Biersteker sehen.

Die Fakten: Etwa 5,6 Billionen Zigaretten werden jedes Jahr weltweit geraucht. Von denen landen über 4,5 Billionen in der Natur!
Eine einzige Kippe verseucht pro Tag etwa 500 Liter Wasser. Pro Minute verwandelt eine Kippe 3,4 ml Wasser in eine so giftige Brühe, dass 50 Prozent der Lebewesen in ihm direkt sterben. Eine Kippe in einem Liter Wasser wirkt bereits tödlich für Fische.

Kein Wunder: Hunderte giftige Substanzen stecken im Überrest des Glimmstängels, darunter das Nervengift Nikotin, aber auch Formaldehyd, Schwermetalle wie Blei und Cadmium, Benzol und sogar das hochgiftige Arsen.

Die Kunst-Installation zeigt den Gifteintrag von einem einzigen Zigarettenfilter pro Minute! Sie soll aufzeigen, dass eine Kippe eben nicht „nur“ eine Kippe ist, sondern hochgiftig!

Also, an alle Umweltsünder: Warum schnipst ihr die Kippe in den Grünstreifen? Bei euch liegen die Kippen doch sicher auch nicht in der Wohnung verteilt am Boden, in den Zimmerpflanzen oder im Kühlschank? Und auch in eurem Garten werdet ihr sie nicht großräumig verteilen. Entsorgt ihr sie beim Betreten der Arztpraxis auf dem Boden? Oder beim Bäcker? Werft ihr sie im Restaurant auf den Tresen? Oder landen sie beim gemütlichen Spieleabend in der Wohnung von Freunden gar im Aquarium?
Ich denke kaum! Warum also werft ihr sie in die Natur, und mit einer solchen Selbstverständlichkeit?! Das ist auch meine Natur und ich mag da eure Kippen nicht!

Grundsätzlich ist doch auch gar nicht so schwer: Die Lösung der Entsorgungsfrage lautet: Aschenbescher. Der ist in praktisch jedem Auto verbaut. Und wenn dieser Aschenbecher voll ist, kann man seinen Inhalt – anstatt ihn im Grünstreifen auszuleeren (alles schon gesehen!) – ihn einfach im eigenen Restmüll entsorgen. So wie man das auch mit dem Hausmüll (hoffentlich!) macht. Ist also kein Hexenwerk!
Als Fußgänger oder Radfahrer kann man die Kippe auch ausdrücken und sie einfach mit bis zum nächsten Mülleimer nehmen. Oder man trägt immer ein kleines Tütchen und ein Gläschen bei sich, in dem man die Kippen sammeln kann, bis man auf einen Abfalleimer trifft.

Eine weitere und nachhaltigere Möglichkeit wäre es, vielleicht sogar zum Nichtraucher zu werden.
Denn wo Arsen, Blei, Cadmium, Formaldehyd und Nikotin beim Zug an der Kippe landen, dürfte jedem Raucher bewusst sein. Und auch wie „gesund“ diese Stoffe sind, wenn schon Fische vom Gift einer Kippe sterben…

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