Tatwaffe

Die Tatwaffe…

In den nächsten Tagen werde ich an meinem neuen Öko-Krimi weiterschreiben: In Rheinhessen treibt ein Ritualmörder sein Unwesen, tötet mit tierischen Tatwaffen und hinterlässt mysteriöse Märchen bei den Opfern. Mit dem Krimi thematisiere ich die Massentierhaltung und habe hierzu auch schon recherchiert.

Und ganz ehrlich: Bei den Fakten vergeht einem wirklich jeglicher Appetit auf tierische Produkte. Und ich rede hier nicht „nur“ von Fleisch, sondern auch von Milch, Milchprodukten, Eiern, Gelatine und so vielem mehr. Wie kann die Menschheit vor diesem Elend die Augen schließen, vor dieser Perversion? Wie können Menschen Tiere so behandeln, und wie können Menschen diese tierischen Produkte weiterhin kaufen, als sei es das Normalste der Welt?
Es steckt sehr viel mehr Leid hinter der Massentierhaltung, als bekannt wird. Nur selten dringen Bilder aus den Mastanlagen in die Öffentlichkeit. Unsere Bundesministerin für Landwirtschaft Julia Klöckner möchte vielmehr dafür sorgen, dass „Stalleinbrüche“ von Tierschützern, die mit Kameras Tierquälerei dokumentieren, künftig scharf geahndet werden. Zugleich verweist sie auf die Amtsveterinäre, die hier für Ordnung sorgen müssten.
Ein Betrieb z.B. in Bayern muss allerdings aufgrund der fehlenden Kontrolleure nur alle 48 Jahre mit einem Kontrollbesuch rechnen. In den anderen Bundesländern sieht es ähnlich aus… Also: Welche Amtsveterinäre, Frau Ministerin???

Gleichzeitig stellt die Staatsanwaltschaft viel zu oft die Ermittlungen ein, wenn durch Tierschützer Verstöße zur Anzeige gebracht werden. – Angeblich, da man nicht nachweisen könne, ob ein Tier unverhältnismäßiges Leid erfahre.
Was ist eigentlich unverhältnismäßig? Wer beurteilt das und wer kann es überhaupt beurteilen?

Bei meinen Recherchen für den Krimi offenbaren sich mir Informationen, die einen ungläubig den Kopf schütteln lassen. Bilder, die mir den Magen umdrehen und in der Seele weh tun. Dabei sind das Kastrieren von Ferkeln (also das Abschneiden der Hoden ohne Betäubung!) und das Schreddern von männlichen Küken bei lebendigem Leib nur die Spitze einer zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit. Es ist ein System aus Massenproduktion, Kostendruck und Gewinngier, ungelernten und völlig ungeeigneten Angestellten sowie untätigen staatlichen Stellen – und nicht zuletzt blind konsumierenden Verbrauchern. Ein System, das aus meiner Sicht kriminelle Züge, Korruption und teilweise mafiaähnliche Strukturen aufzuweisen scheint.

Wie sagt man so schön: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen müsste! – Man verzeihe mir den Ausdruck. Doch angesichts solcher Bilder kann ich hier kein Blatt vor den Mund nehmen.

Ich habe vor kurzem einen Spruch gelesen, der mir ganz passend erscheint: Keines dieser Tiere kommt je in die Hölle – nein, sie sind bereits mittendrin!
Und sie dienen nur einem: Der Gier nach billigem Fleisch, nach Milch und Eiern. Sind sie fett und krank gemästet, oder haben ihre besten Zeiten als Milch- und Eierproduzent hinter sich, werden sie ratzfatz und brutal ins Schlachthaus gebracht, dort teilweise unbetäubt geschlachtet, verarbeitet, verpackt und landen als Billigfleisch im Supermarkt-Regal, oder im Fischfutter.

Ist das denn die Vorstellung von Tierhaltung? Was regt sich der Bauernverband darüber auf, dass Katjes die Milchviehhaltung mit einem Video an den Pranger stellt?
Soll er doch lieber mal dafür sorgen, dass seine Mitglieder sich um das Wohl unserer Mitgeschöpfe kümmern, anstatt sie zu quälen und ihnen jegliche Würde zu nehmen.

Zeit für mich, das in einem Krimi zu thematisieren. Der kommt wahrscheinlich nächstes Jahr auf den Markt und ich werde mit ihm diese kranke Form der „Nahrungsmittelproduktion“ mit aller Kraft anprangern. Und natürlich auch noch einen spannenden Krimi bieten, denn in der Massentierhaltung steckt auch sehr viel Potential für Mord und Totschlag.

Gleichzeitig werde ich meine Ernährung weiter umzustellen. Mein Fleischkonsum tendiert gegen Null, Fisch möchte ich ebenso reduzieren. Das gleiche gilt für Milch und Milchprodukte. Eier bekomme ich von meinen glücklichen Hühnern. Ich werde meine Ernährung immer weiter in Richtung veganem Lebensstil anpassen, auch wenn es mir nicht ganz gelingen wird. Aber dazu heißt es erst mal: Genau informieren, denn ohne einen ausgewogenen Speiseplan kann es hier wirklich sehr schnell zu Mangelernährung kommen.
Ich werde darüber berichten…

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