Ein Pilz

Von den größten aller Wesen…

Der heutige Beitrag ist eine kleine Fortsetzung von Lass mal rüber wachsen… Denn dort kamen die Pilze einfach zu kurz. Dabei sind sie beinahe die heimlichen Herrscher dieses Planeten, extrem widerstandsfähig und vermehren sich rasant. Ob nun auf Lebensmitteln, auf Pflanzen, oder auch an und ihn Säugetieren, in Bäumen oder eben in der Erde… – Es gibt sie in verblüffend großer Vielfalt. Und vor allem: Schönheit!

Viele kennen Pilze nur vom Pilzgericht oder mal ab und zu mal vom Waldspaziergang. Welches Wunder hinter diesen oft hutförmigen Gebilden steckt, kann man auf den ersten Blick gar nicht erkennen.

Die Pilzkörper, die wir aus der Erde wachsen sehen, sind praktisch nur die Spitze eines riesigen „Eisberges“. Denn der Großteil des Lebewesens steckt tief in der Erde, und nur in feuchten Wetterperioden strecken sie ihre Fruchtkörper in die Luft. Sie dienen nur einem Zweck: Der Verbreitung
Denn über ihre Lamellen oder Röhren entlassen die Pilze schubartig Sporen, die über die Luft verbreitet werden. Diese Sporen landen dann irgendwo auf dem Waldboden, auf Baumrinden oder auf anderen Untergründen. Je nachdem, ob die Untergründe geeignet sind, entstehen an diesen Stellen neue Pilze.

 

Pilze sind maßgeblich daran beteilgt, dass unsere Welt heute so existiert, wie sie ist. Sie haben damals den Pflanzen den Weg bereitet, als sie die Meere verlassen und das Festland erobert haben. Und auch heute sind sie nicht mehr wegzudenken. Sie stehen mit Bäumen und anderen Grünpflanzen in engem Kontakt, verbinden sich mit deren Wurzeln. Dabei liefern sie ihnen Wasser und Nährstoffe, während die Bäume sie mit Zucker versorgen. Denn sie selbst können keine Photosynthese betreiben, besitzen kein Chlorophyll. So entstand bereits vor Jahrmillionen eine wunderbare Symbiose, die alles am Leben erhält.
Ein Teil der Pilze hat sich vom Leben im Untergrund verabschiedet und seine Existenz an die Oberfläche verlagert. Dabei entstand eine Art Mischwesen zwischen Pilz und Pflanze: Die Fleche
Sie enthält sowohl das Geflecht der Pilze, als auch Algen, die ihm den so benötigten Zucker liefern. Im Gegenzug bietet das Pilzgeflecht Wasser und andere Nährstoffe.

Flechte
Flechte
Grazile Pflanzen in der Heide
Grazile Pflanzen in der Lüneburger Heide – die Rentierflechte

Flechte auf Nadelbaum

Die Pilze zählen weder zu den Tieren noch zu den Pflanzen, sondern bilden eine weitere Gattung, und zählen wahrscheinlich zu den Lebewesen, die sich am meisten auf der Erde ausgebreitet haben. Und ihr Siegeszug dauert an.

Das bietet auch uns Menschen Vorteile. Beispiel: Penicillin wird aus einem Pilz gewonnen.
Natürlich sorgen Pilze auch dafür, dass Lebensmittel verderben, dass wir erkranken (z.B. durch giftige Pilze oder auch Pilzerkrankungen am Roggen – das Mutterkorn)

Auf unseren Tellern ist er eine klare Bereicherung – man kann Pilze übrigens selbst im Keller oder Garten anbauen.

Doch alles in allem halten die Pilze unsere Welt am Leben, stehen in engem Kontakt mit den Bäumen und erhalten unsere Wälder. Was sie noch so alles können, darüber bietet diese SWR-Doku einen tollen Überblick…

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