Gartenkreuzspinne im Netz

Ich glaub, ich spinne…

Paaaaniiiik! Eine haarige, riiiiesige Spinne klettert mit ihren acht Beinen langsam die Wand herunter und so mancher mit einer Arachnophobie rennt umso schneller aus dem Raum, um eine Waffe zu holen, mit der er dieses Monster außer Gefecht setzen kann. Doch tut es nicht auch ein Glas, mit dem man die Spinne fängt und sie dann vor die Tür setzt? Anders als die landläufige Meinung tut man den Spinnen mit dem Ausquartieren sogar einen Gefallen. Denn viele Tiere würden den Winter ohnehin im Haus nicht überleben. Und das wäre schade, denn Spinnen sind wunderbare Wesen und zugleich wertvolle Bewohner unserer Ökosysteme!

Allmählich beginnt wieder die Zeit in der die Spinnen in unsere Häuser kommen. Andere bauen vermehrt ihre Netze in Kopfhöhe, sodass ich im Garten in regelmäßigen Abständen plötzlich neben einem klebrigen Netz auch noch seinen Erbauer auf dem Kopf sitzen habe. Letztens war es eine Gartenkreuzspinne. Doch nicht nur in ihren Netzen, Höhlen oder an Zimmerecken sitzen die Tiere.

Besucher im letzten Herbst - ich vermute aufgrund der beachtlichen Größe und der Körperform eine Wolfsspinne.
Besucher im letzten Herbst – ich vermute aufgrund der beachtlichen Größe und der Körperform eine Winkelspinne.

Manche von ihnen fliegen gekonnt durch die Gegend. Das heißt, sie lassen sich treiben: Sie pressen einige Spinnfäden aus den Spinnwarzen am Hinterleib hervor, wenn sie spüren, dass der Wind in die richtige Richtung weht. Und schon heben sie ab… Daher kommt übrigens auch der Begriff „Altweibersommer“, da zu der Zeit relativ viele junge Spinnen sich an ihren Spinnfäden durch die Luft treiben lassen. Die Fäden sehen aus wie das graue Haar von alten Damen. Und außerdem wurde früher das Spinnweben auch als „Weiben“ bezeichnet.
Ein tolles Video zum „Spinnenflug“ bietet National Geographic.

Veränderliche Krabbenspinne - sie kann sich in ihrer Farbe dem Untergrund anpassen...
Veränderliche Krabbenspinne – sie kann ihre Farbe dem Untergrund anpassen…

Doch die Spinnen haben noch mehr tolle Eigenschaften zu bieten. Mit ihren acht Beinen gehören sie nicht zu den Insekten, sondern zur Familie der Arachnida, zu der auch die Skorpione zählen. Die meisten Spinnen haben zudem acht Augen.

Was ich jedoch immer am Beeindruckendsten finde ist ihre Fertigkeit, Netze aus Fäden herzustellen. Das schaffen sie in etwa einer Stunde. Die Gartenkreuzspinne baut jeden Tag ein neues Netz und produziert hierfür zwanzig Meter Faden! Den alten Faden frisst sie wieder auf und kann ihn somit wiederverwerten. Das ist Nachhaltigkeit pur – wir könnten von Spinnen also noch einiges lernen!
Spinnen fangen Insekten, darunter auch Schädlinge und Plagegeister wie Stechmücken.
Manche Arten tun das mit Hilfe ihre Netze, andere beschießen ihre Beute mit Fäden in die sie sich verheddern. Und wieder andere lauern auf die Beute und sobald sie sich in der Nähe niedergelassen hat, springen sie los, beißen zu und geben ihr lähmendes und tödliches Gift in das Opfer ab.

Der Nabu informiert in diesem Artikel über einige der mehr als tausend in Deutschland heimischen Spinnenarten und es gibt eine große Auswahl weiterer themenverwandter Berichte. Auch Planet Wissen bietet einen tollen Überblick.

Einfach mal reinschauen – es gibt sehr viel über diese ungeliebten und zugleich wunderbaren Tiere zu entdecken.

Gartenkreuzspinne im Netz
Gartenkreuzspinne

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