Saurier im Garten

Nachdem nun mein Teich so viele Frösche angezogen hat und als Geburtsort dutzender kleiner Kaulquappen diente, möchte ich ein paar Saurier in meinen Garten holen. Natürlich sind es keine echten – die sind bekanntlich schon ausgestorben. Um ihre Verwandten jedoch vorm gleichen Schicksal zu bewahren, habe ich gerade damit begonnen, eine ganz besondere Unterkunft zu konstruieren. Doch dazu in einem nächsten Post mehr. Heute möchte ich die kleinen Echsen erst mal kurz vorstellen.

In unseren Breiten gibt es sechs verschiedene Eidechsenarten.
Die Mauereidechse, die Östliche und die Westliche Smaragdeidechse, die Waldeidechse, die Zauneidechse und die Kroatische Gebirgseidechse.

Für meinen Garten kommen allenfalls Mauer- und Zauneidechse als mögliche Zuwanderer in Frage. Das heißt, eigentlich tummelten sich dort vor einigen Jahren bereits ein paar Zauneidechsen. Ich hielt sogar mal bei der Gartenarbeit plötzlich kleine, weiße und ledrige Kügelchen in den Händen, die etwas größer als eine Erbse waren. Und daneben saß eine kleine Zauneidechse. Schnell brachte ich den Fund damals vom Gemüsebeet unterm schwarzen Unkrautvlies zur Trockenmauer.

Kleine Eidechse
Kleine Eidechse

Da waren Echse und Eier gut aufgehoben. Denn die Tiere brauchen die Sonnenwärme um leben zu können. Sie sind wechselwarm, das heißt, sie können ihre Temperatur nicht selbständig regulieren. Im Frühjahr und Sommer verlassen die Tiere erst ihren Unterschlupf, wenn die Werte über 18°C steigen. Dann begeben sie sich am liebsten an ein sonniges Plätzchen, dessen Untergrund sich im Idealfall bereits aufgeheizt hat. So kommen sie auf eine durchschnittliche Körpertemperatur von 32°C, mit der sie sich sehr wohl fühlen. Die Echse mag es warm, doch steigt die Temperatur über 40°C wird es kritisch und es kann zur Überhitzung kommen, die zum Tode führt.
Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, reduziert sich auch der Stoffwechsel der Echsen, sie werden träge, ihr Herzschlag verlangsamt sich und sie stellen schließlich das Fressen ein, fallen in die Winterstarre. Dabei zehren sie von ihren Fettreserven, die sie sich im Sommer zuvor angefuttert haben.

Lebensraum für bedrohte Arten, wie z.B. Eidechsen

Regenwürmer, Heuschrecken, Käfer, Asseln und Spinnen zählen zu ihren Lieblings-Beutetieren. Ab und zu begnügen sie sich auch mit Beeren und Samen. Doch das kommt eher selten vor. Es wäre auch Verschwendung von Fähigkeiten, denn die Eidechsen sind schnelle und hervorragende Jäger. Haben sie sich erst mal aufgewärmt, flitzen sie blitzschnell über den Boden, klettern mit ihren Krallen auch an Steinen und Mauern hoch.

Zauneidechse im Garten
Zauneidechse im Garten

Durch ihr gutes Sehvermögen können sie die Beute erkennen, ihre Augen sind beweglich und sie besitzen sowohl Oberlid, Unterlid und Nickhaut. Auch können sie gut Farben sehen, was die bunten Färbungen der Männchen während der Balzzeit nahelegt.
Es ist jedoch vor allem ihre Zunge, die ihren Jagderfolg sichert. Mit der züngeln sie nämlich durch die Gegend und nehmen allerhand Duftmoleküle auf. Die werden dann im Jakobsonschen Organ im Gaumenboden aufgenommen und die Echse erkennt, welches Beutetier da gerade sitzt, ob sich ein Fang lohnt, wie es schmecken wird und wie groß es ist.
Hat sie erst mal das Ziel festgelegt, packt die Echse blitzschnell zu und hält ihre Beute mit den zahnbewährten Kiefern fest. Festere Beute zerkaut sie, Würmer schluckt sie auch einfach mal unter.

Eidechse in Spanien

Mit ihren Zähnen kann sie sich übrigens auch wehren. Wer als Kind schon mal eine Eidechse am Finger hängen hatte, weil sie sich zur Verteidigung praktisch festgesaugt hatte, der weiß Bescheid… Und wer dann auch noch versucht hat, sie vom Finger zu entfernen und dabei plötzlich ihren zappelnden Schwanz in der Hand hielt, während die Echse sich vom Finger löste und das Weite suchte, der weiß: Die Echse hats drauf, wenn es um Zaubertricks geht.
In Wirklichkeit ist das, was da auf dem Boden unkoordiniert zappelt, tatsächlich ein Trick der Evolution. Die Echse kann aufgrund einer Sollbruchstelle an den Schwanzwirbeln durch das einfache Zusammenziehen der Ringmuskeln ein Stück ihres Schwanzes abwerfen und den bedrohlichen Gegner verwirren, damit sie flüchten kann.
Gut tut ihr das jedoch nicht: Der Schwanz wächst zwar binnen kurzer Zeit nach. Doch das ist kräftezehrend, der Schwanz nicht mehr dasselbe und die Echse wird sich nicht mehr so blitzschnell und sicher bewegen können, wie es mit dem Original der Fall war. Die Folge: Sie wird eher zur Beute ihrer natürlichen Feinde.
Dazu zählen Eichenhäher, Elstern, Turmfalken, Mäusebussarde, aber auch frei laufende Katzen, Hühner, Schlingnattern und Marder.

Mauereidechse in den Vogesen
Mauereidechse in den Vogesen

Doch in der Defensive haben Eidechsen einiges drauf. So erkennen sie mit Hilfe eines Sinnesorgans, das man das Scheitelauge nennt, sehr gut geringste Veränderungen in der Helligkeit. Taucht ein Greifvogel oder anderer Jäger auf und verdeckt ein klein wenig das Sonnenlicht, sucht die Echse das Weite.

Sie hört nicht besonders gut, kann aber selbst wohl quietschende, krächzende Geräusche von sich geben.

Bis zu zehn Jahre können die Eidechsen alt werden, wenn sie nicht gefressen werden. Und wenn ihnen genügend Lebensraum, ein Winter-Unterschlupf, ein Eiablageplatz und vor allem eines zugestanden wird: Futter

All dies möchte ich nun schaffen und habe damit begonnen, ein Erdloch auszuheben und dessen Innenseite mit Backsteinen und Lehm zu verkleiden. Was dabei herauskommt seht ihr hier demnächst. Soviel vorweg: Das ist nur der Keller… 😊

Der Keller...
Der Keller…
Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Saurier im Garten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s