Blick von oben

Über den Wolken…

Die Erde von oben… Astronauten, die auf der ISS einige Zeit verbracht haben, sind oft begeistert und tief berührt von der Schönheit unserer Welt. Inmitten eisiger und lebensfeindlicher, unendlicher Schwärze kreist dieser Planet um einen unscheinbaren Stern. Es ist der bisher einzige Planet, auf dem Leben nachgewiesenermaßen existiert. Wie intelligent dieses (zumindest menschliche) Leben ist wird sich noch darin zeigen, ob es am Ende die Priorität aufs Existieren legt – oder aufs Konsumieren… Um einen Ausweg aus der Krise zu erlangen, ist es wichtig den Blickwinkel zu ändern und nicht immer alles zu glauben, was man uns weismachen möchte.

Momentan herrscht die Diskussion über einen erhöhten Mehrwertsteuersatz für Fleischprodukte. Grundsätzlich müssen wir unseren Konsum tierischer Produkte deutlich reduzieren. Soviel steht ja außer Frage…

Laut Albert-Schweitzer-Stiftung leben und sterben in Deutschland pro Jahr 745 Millionen Tiere in der Massentierhaltung. Was diese Haltungsform für die Tiere bedeutet, kann man sich bei der Albert-Schweitzer-Stiftung genauer anschauen.
Doch nicht nur die Tiere leiden unter dieser Massenproduktion von Fleisch, Eiern und Milch.

Um die Tiere alle ernähren zu können, werden Unmengen Energiepflanzen angebaut. Dazu zählt u.a. Soja, das auf billigen Ackerflächen produziert wird. Diese findet man besonders in Staaten, in denen noch große Regen- und Urwaldflächen vorhanden sind. Also werden diese Kohlenstoffspeicher, Sauerstoffproduzenten und Lebensräume gerodet, um Soja monokulturell, mit Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden anzubauen. Von dort wird es mit Hilfe von Schiffen in alle Welt transportiert, die mit Schweröl betankt sind – und somit wahre CO2-Schleudern darstellen. Bis das Futter in den Ställen landet, entstehen weitere Treibhausgase. Die Haltung der Tiere erzeugt zudem ein weiteres, kritisches Treibhausgas: Methan

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Pro Kilogramm Rindfleisch – so Greenpeace – werden umgerechnet 13,3 kg CO2 freigesetzt. Die gleiche Menge Mischbrot produziert 0,75 kg, Äpfel 0,5 und Tomaten 0,2 kg.
Die weltweite Tierhaltung ist mit 20 Prozent am Klimawandel beteiligt.

Richtig subventionieren

Wir müssen also weniger Fleisch produzieren, dazu muss es auch teurer und vor allem wertvoller werden. Gleiches gilt für die Milch. Die Politik hat jahrelang mit einer Abschaffung der Milchquote, sowie der Ausrichtung der Agrarsubventionen hin zu Großkonzernen genau das Gegenteil getan: Sie hat die Massentierhaltung gefördert, während man kleine Landwirte in den Ruin getrieben hat.

Dadurch hat man auch den Export befeuert und dieser ist gar nicht mit eingerechnet in der CO2-Bilanz. Wenn dann nämlich Milch oder Fleisch auch noch in Deutschland „hergestellt“ wurde, um dann nach China verschifft zu werden, sieht die Klimabilanz noch düsterer aus.

Zur „Erzeugung“ von einem Kilogramm Rindfleisch wird zudem 16.000 l Wasser benötigt, ein Kilogramm Weizen benötigt nur 1.350 kg. Auch das gewinnt immer mehr an Bedeutung in Zeiten von Dürren und Wasserknappheit.

Hier erkennt man links unten die Mogel`sche Inselgruppe
Hier erkennt man links unten die Mogel`sche Inselgruppe. Auch sie wird durch den Klimawandel verschwinden…

Es muss also eine Abkehr von der Massentierhaltung geben. Doch nur mit einer Mehrwertsteuer-Erhöhung wird man diese nicht erreichen. Wenn konventionelles und Bio-Fleisch gleichermaßen teurer wird, werden sich noch mehr Konsumenten dem konventionellen Fleisch zuwenden.
Warum also nicht alle Produkte aus der Massentierhaltung höher besteuern, indem man deren Produzenten höher besteuert oder ihnen endlich die Subventionen streicht? Und zugleich die echten Bio-Produzenten, die oft mit kleinen Höfen wirtschaften, deutlich höher subventionieren bzw. ihnen Steuern erlassen? Dadurch würde der preisliche Abstand zwischen echtem „Bio“ und „Billig-Ware“ weitgehend ausgeglichen und die Massentierhaltung würde ein Stück weit überflüssig.

Doch – Moment! Das funktioniert nur, wenn allgemein der Konsum an Fleisch-Produkten zurück geht. Ansonsten würde nämlich die Menge, die der Ökolandbau erzeugen kann, nicht ausreichen und am Ende würden dann Gesetze aufgeweicht, um wieder mehr produzieren zu können…

Weniger ist mehr…

Also müssen wir uns doch einschränken? Wie oft habe ich in den letzten Tagen den Aufschrei gehört, man könne doch nicht verlangen, dass die Menschen sich in ihrem Fleischkonsum einschränken.
Ganz klar: Immerhin verzehrt der Durchschnitts-Deutsche pro Jahr „nur“ 60,2 Kilogramm Fleisch. Da kann er natürlich nicht verzichten…

Dann hört man Stimmen, am Ende würde es wieder die unteren Einkommensschichten treffen, die sich dann kein Fleisch mehr leisten könnten. Und diese Aussagen hört man von jenen Politikern, die sich ansonsten einen feuchten Dreck um diese Einkommensschichten kümmern…

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Die Grill-Fraktion schreit und tobt beinahe. Man könne doch nicht das Fleisch verteuern, das sei doch nur Abzocke und man würde sich auch so nicht seinen Spaß am Grillen verderben lassen…

Man hört viel Ablehnung, doch zugleich vernimmt man keine Gegenvorschläge.
Keinem scheint bewusst zu sein, dass das schönste Steak auf dem Grill nichts mehr nutzt, wenn uns der Klimawandel am Ende selbst brät. Am Ende werden wir nämlich bestimmte Temperaturen schlicht nicht mehr überleben können. – Ganz zu schweigen von unserer Natur, die uns am Leben erhält.
Stichwort:
Bäume => Sauerstoff, Wasserspeicher, Lebensraum, Kleinklimaregulator, Schattenspender,…
Kein Niederschlag => Vertrocknete Felder, abgestorbene Ernten, kein Getreide, keine Kartoffeln, keine Früchte und kein Gemüse mehr,…
Kein Regen => Kein Trinkwasser!

Aber Hauptsache, das Stück Steak liegt noch auf dem Grill?!

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Es wäre von Vorteil, wenn wir einfach mal in uns gehen. Wenn wir uns völlig befreien würden von Neid-Debatten, Gier-Gekreische oder populistischen Sprüchen.

Und wenn wir uns dann mal fragen würden, was eigentlich genau ein Verzicht auf Fleisch oder Milchprodukte bedeuten würde.
Wäre es denn überhaupt ein Verzicht? Oder wäre es vielmehr eine Wertschätzung dessen, was ein Stück Fleisch ist?
Ein Stück eines Tieres, das für die Menschen gestorben ist, das sein Leben verloren hat, an dem es mindestens genauso hing, wie man selbst an seinem Leben hängt.

Einfach mal wieder weniger Masse – dafür mehr Klasse!
Das bedeutet am Ende auch mehr Genuss, mehr Bewusstheit.

Mir geht es immer so, wenn ich die ersten Erdbeeren im Mai aus der Region esse, schmecken sie besonders gut. Und zwar nicht, weil es sich um eine besondere Sorte handelt. Nein, es handelt sich bei den Erdbeeren selbst um etwas Besonderes. Ich esse sie immer nur, wenn es sie auch regional zu kaufen gibt. Und so bleiben sie etwas Besonderes, etwas Schmackhaftes. Bis ich mich an ihnen satt gegessen habe, doch dann ist ihre Saison auch schon vorüber… Und ich freue mich umso mehr auf die Erdbeeren im nächsten Mai.

Genuss statt Überfluss – das ist kein Verzicht, das ist ein Gewinn!

Natürlich wollen uns Industrie und Handel dieses Bild des Verlusts vor die Nase halten. Und sie lügen uns im Notfall auch das Blaue vom Himmel, nur um weiterhin ordenlich Kohle zu machen mit niedrigsten Kosten.
Doch reicht es manchmal, einfach den Blickwinkel zu verändern. Und schon erkennt man, dass es am Ende gar nicht so ist, wie es scheint…

Heute Mittag lag ich in der Sonne, die Kamera in der Hand und fotografierte die Wolkenformationen über meinem Kopf. Und irgendwie kam mir in den Sinn: Hey, das sieht ja fast so aus wie Bilder vom dem Orbit. Noch ein bisschen mehr Kontrast ins Bild gebracht und schon waren teils täuschend echte Fotos fertig… 😊

Wolkenflug
Wolkenflug
Wolkenwellengang
Wolkenwellengang

Wer dennoch mal abheben möchte, dem kann ich das sehr sehenswerte Video von SIDO empfehlen…!

Und natürlich das Video von Alexander Gerst auf der Raumstation ISS…

 

Arte bietet die Doku „Eine überschätzte Spezies“ – Der Mensch ist nicht der Nabel der Welt…

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