Der Hagebaum und ich... ;-)

Der Wald ist tot! – Es lebe der Wald!

Wald – Lebensraum, Klimaschützer, Wasserspeicher, Luftreinhalter, Windbrecher, Brennholzgeber, Pilzversorger,… Und Opfer des Klimawandels. Gestern schwirrte eine Meldung durch die Medien: Der Wald in Deutschland ist tot auf einer Fläche von 100.000 Hektar. Das ist die halbe Fläche des Saarlands – nur mal so nebenbei bemerkt. Also kein Pappenstiel. Doch was ist das eigentlich: Der Wald?

Wald ist nicht gleich Wald. Das, was die meisten als Wald kennen, hat in Wirklichkeit nur noch sehr wenig mit Wald zu tun. Schließlich handelt es sich bei den bewaldeten Flächen fast durchweg um Wirtschaftswald. Das heißt: Es wachsen dort Bäume, die weit vor Erreichen ihrer Lebenserwartung gefällt, verkauft und verarbeitet werden. Man baut hier hauptsächlich monokulturell Gehölze an, auch wenn ein gewisser Wandel hier eingesetzt hat – hin zu mehr Vielfalt. Doch von einem echten „Wald“ sind viele unserer Wälder meilenweit entfernt.
Einen interessanten Überblick über die Wälder in Deutschland bietet übrigens der NABU.

Echter Wald

Totholz, Unterbewuchs, echte Baum- und Pflanzenvielfalt, alte Bäume,…
Bei einem echten Wald wird nicht oder nur im Extremfall eingegriffen. Absterbende Bäume lässt man so lange stehen, bis sie umfallen und vom Leben im Wald zersetzt werden. Der Wald wird nicht genutzt – weder für die Holzproduktion noch für die Pilzernte. Es gibt keine zerschneidenden Wege, sondern einfach nur Wald, der sich selbst überlassen wird. Auch Tiere werden nicht bejagt, sondern alles wird geschehen lassen. Und was passiert?

Wald
Wald

Entgegen der landläufigen Überzeugung, dass ohne menschliches Zutun alles in den Untergang stürzen wird, holt sich die Natur das zurück, was ihr vor Jahrhunderten entrissen wurde. Und sie produziert wundervolle Landschaften. Alte Baumriesen, die schon zu Napoleons Zeiten oder gar zu Luthers Reformation an diesem Platz standen, trotzdem dem Alter und dem Verfall. Sie wachsen weiter, obwohl der Zahn der Zeit an ihnen massiv nagt. Und sie binden dabei CO2 in sich, genauso wie sie Sauerstoff produzieren, Wasser im Erdreich halten, aus der Luft Schadstoffe filtern, das Mikroklima durch Verdunstung und Beschattung positiv beeinflussen. Sie sind Futterquelle, Nistplatz, Unterschlupf, Geburtsstube und Aufenthaltsort.

Echte Wälder trotzen aufgrund ihrer Vielfalt eher den klimatischen Extremen, die wir immer mehr zu spüren bekommen. Artenvielfalt sorgt für stabile Ökosysteme. Je weniger Arten und natürliche Lebensräume vorhanden sind, desto eher brechen die Ökosysteme zusammen. Und mit ihnen auch unsere Lebensgrundlagen.

Vulkankegel

Vor kurzem habe ich gelesen, dass Island 6000 Hektar Wald anpflanzen wird. Geplant ist die jährliche Pflanzung von drei Millionen Bäumchen. Island war zu Zeiten der Wikinger fast komplett mit Wald bedeckt, doch die Holznutzung hat dazu geführt, dass praktisch keine nennenswerten Waldflächen mehr erhalten geblieben sind. Und das ist Island, das ohnehin aufgrund der Nutzung von Erdwärme und Wasserkraft relativ weit unten auf der Liste der Klimasünder steht.

Zwar hat China den größten Anteil beim CO2-Ausstoß, gefolgt von den USA, dann kommt erst die EU. Doch zeigt Islands Engagement ganz deutlich, dass man eben nicht tatenlos dastehen muss und auf den anderen deuten, der mehr machen könnte.

Das wäre in etwa so, als stünde man auf dem Bahnsteig und plötzlich kollabiert eine Person. Und wir stehen direkt daneben und sagen: Ich könnte ja jetzt was machen, aber das nutzt eh nix. Woanders auf dem Bahnsteig steht bestimmt ein Arzt, und der macht ja auch nix. Also lass ich es sein – ich kann ja eh nichts ändern.

Irgendwie passt dieses erschreckende Bild sogar in die heutige Zeit, in der leider noch immer viel zu viele Menschen einfach wegsehen. Sei es bei Notlagen anderer Menschen, in der Hoffnung, ein anderer hilft schon… Oder eben auch in Sachen Klima-, Tier- und Naturschutz.

Doch es wird kein anderer helfen und wir können nicht das Handeln anderer beeinflussen. Wir können am Ende nur unser eigenes Handeln ändern und dadurch ändert sich vieles.

Pflanze einen Baum

Ich habe vor kurzem die Aktion von Hagebau genutzt (das ist jetzt keine bezahlte Werbung, aber ich fand die Aktion wirklich gut!) und den Kassenbon meines letzten Einkaufs online registriert. Im Gegenzug gab es einen so genannten Hagebaum – eine Buche…

Die Buche
Die Buche

 

Dieser kleine Setzling wird jetzt bald in meiner Gemeinde einen schönen Platz finden. Und es ist toll, was eine Buche so alles leistet:

Eine 35 Meter hohe Buche mit einem Stammdurchmesser von 50 Zentimetern speichert fast 3,6 Tonnen CO2, liefert so viel Sauerstoff, wie ihn Mindestens vier Menschen benötigen…
Eine interessante Übersicht liefert hier auch wissen.de.
Zwar ist „meine Buche“ noch ein wenig kleiner. Doch wie sagte schon Luther? Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich ein Apfelbäumchen pflanzen.

Wer einen Baum pflanzt wird den Himmel gewinnen.“, so sagte schon Konfuzius.

Und Rabindranath Tagore stellte fest:
Wer Bäume pflanzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Es gibt übrigens auch tolle Möglichkeiten, Bäume zu pflanzen, wenn man selbst keinen Platz dafür hat. Und das teils sogar kostenlos.

(Achtung! Es gilt wie immer: Datenschutz der verlinkten Seiten beachten! Ich stehe in keinerlei Verbindung zu diesen Websites, sondern es handelt sich nur um Tipps.)

Sicher gibt es hier noch mehr Möglichkeiten. Habt ihr Tipps? Dann lasst sehr gerne einen Kommentar hier. Und natürlich gerne auch, wenn ihr keine Tipps habt. 😉

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