Killer auf sechs Beinen

Heute habe ich einen von diesen Killern entdeckt. Er streift durch die Gegend, sieht recht friedlich aus. Man erkennt seine Gefährlichkeit gar nicht. Auch seine Eltern sind dick, pummelig, schwerfällig und wirken eher träge als mörderisch. Dennoch haben auch sie es in sich – dieses Killer-Gen. Schon in ihren ersten Lebenswochen haben sie einiges auf dem Kerbholz: Bis zu 600 Opfer erbeuten und töten sie, und essen sie auch noch auf! Bis sie sich schließlich verpuppen. Und heraus kommt…

…einer dieser schönen Glücksbringer!

Asiatischer Marienkäfer
Asiatischer Marienkäfer

 

 

Ja, man glaubt es kaum, aber aus einer solchen Larve…

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve
Auch Blattlauslöwe genannt
Auch Blattlauslöwe genannt
Gern gesehener Gast - er frisst nicht nur Blattläuse
Gern gesehener Gast – er frisst nicht nur Blattläuse

 

…wird nach einigen Wochen und der Verpuppung…

Die Puppe des Marienkäfers
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

…ein so schöner Käfer…

Vierfleckiger Kugel-Marienkäfer
Vierfleckiger Kugel-Marienkäfer
Sechzehnfleck-Marienkäfer
Sechzehnfleck-Marienkäfer
Siebenpunkt-Marienkäfer
Siebenpunkt-Marienkäfer

Die Larve hat einiges drauf, um sich gegen Fraßfeinde zu schützen. Zunächst einmal hat sie eine Warnfarbe auf dem Rücken, was signalisiert: Achtung, ich bin gefährlich oder zumindest ungenießbar. Doch bis auf die Stacheln auf dem Rücken, die vielleicht etwas abschrecken können, hat ein Fraßfeind wenig von den Larven zu befürchten.
So können Vögel die Tierchen durchaus verspeisen, aber auch Ameisen oder Raubinsekten können ihnen gefährlich werden.
Zwar haben sie eine Wachsschicht auf dem Körper, die sie speziell gegen Ameisen schützt. Diese sind nämlich nicht froh darüber, wenn ihnen ein Blattlauslöwe, wie man die Larven auch nennt, die Blattlaus-Zucht zerstört. Ameisen und Läuse leben in einer Art von Symbiose miteinander: Die Laus produziert Honigtau, einen zuckerhaltigen Stoff, den die Ameisen lieben. Dafür schützen die Ameisen die Blattläuse gegen Feinde, wie z.B. eine Marienkäfer-Larve oder dessen Imago, also den ausgewachsenen Käfer.

Bis zu 150 Blattläuse frisst ein ausgewachsener Käfer – pro Tag! Marienkäfer sind daher, neben vielen weiteren Raubinsekten, ein hervorragender Gartenhelfer und Nützling.
Sie haben zwar einen weiteren Schutz-Mechanismus gegen Feinde:
Eine übel riechende Flüssigkeit, die sie abgeben können und die den Feind zurückschrecken soll.
Doch gegen Ordnungsfanatiker oder überzeugte Gift-Spritzer hilft diese natürlich nicht…

Marienkäfer brauchen wie andere Insekten auch ein paar natürliche Ecken im Garten, und vor allem einen giftfreien Lebensraum.
So können sie uns nicht nur durch ihren Anblick erfreuen, sondern auch durch ihren Killer-Instinkt… 😉

Hier noch eine schöne Übersicht des NABU.

 

 

 

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4 Gedanken zu “Killer auf sechs Beinen

  1. sehr schöner Marienkäferbeitrag! Zur Zeit warte ich noch auf diese Blattlauslöwen… Einige Staudenstengel bei uns im Garten sind übel mit Läusen besetzt. Allerdings werden die Läuse dort auch ordentlich von Ameisen betüttelt. Vielleicht greifen dort deswegen keine Marienkäfer ein…

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  2. Ein schöner Beitrag mit tollen Fotos! Aber ist dein vierfleckiger Kugelmarienkäfer nicht eher ein asiatischer? Ich würde es aufgrund seiner Augenzeichnung und Form eher vermuten.
    LG Steffy

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