Schwalbenschwanz

Vom Flattern und Summen…

Schon gewusst? Schmetterlinge hören mit den Flügeln, sie schmecken, tasten und riechen mit den Fühlern. Einige von ihnen wie der Zitronenfalter können ein Frostschutzmittel produzieren, mit dem sie die kalte Jahreszeit überstehen. Andere Falter wie der Admiral sind Zugfalter und wandern im Herbst über die Alpen in den Süden. Bisher sind zwei Nachtfalter-Arten bekannt, welche die Ultraschall-Ortung einer Fledermaus stören, um selbst nicht Beute der Nachtjäger zu werden. Sie teilen ihnen durch ein Signal mit, dass sie bitter schmecken und die Fledermäuse drehen ab. Eine andere Nachtfalterart imitiert dieses Störsignal und wird ebenso verschont  – obwohl sie gar nicht bitter schmeckt.

Hummelschwärmer setzen Ultraschall-Signale gezielt als Abwehr-Waffe ein. Wieder andere Nachtfalter besitzen eine Art von „akustischer Tarnung“, um von den Fledermäusen gar nicht erst als attraktive Beute wahrgenommen zu werden.

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Biene im Krokus

Auch Bienen haben einiges drauf. Letztens habe ich einen Bericht über die Asiatische Honigbiene gesehen. Sie wird regelmäßig von einer deutlich überlegenen und aggressiven Hornissenart überfallen. Dabei kommt es zu massiven Verlusten, die das Überleben des ganzen Volkes bedroht. Diese Hornisse lässt sich von dem Stachel der Bienen nicht stören – ihre Stiche sind so gut wie wirkungslos. Also hat sich die Biene etwas einfallen lassen:
Dringt eine Hornisse in den Bienenstock ein, krabbeln jede Menge Bienen auf den Eindringling und bleiben auf ihm sitzen. Man hüllt ihn förmlich ein in eine dicke Schicht aus Bienen. Und diese Tiere beginnen allesamt „im Leerlauf“ mit den Flügeln zu schlagen. Das heißt, sie bewegen zitternd ihre Flügelmuskulatur, ohne mit den Flügeln zu schlagen. Dadurch erzeugen sie Wärme, womit sie übrigens auch ihren Stock temperieren.
Die Folge ist, dass es der Hornisse binnen kurzer Zeit extrem heiß wird. Sie kann mit einer solchen Temperatur nicht umgehen, denn sie ist als wechselwarmes Tier nur bedingt in der Lage, ihre Körpertemperatur zu regulieren. So überhitzt sie schließlich und stirbt daran. Und die Bienen haben ihre Ruhe, werfen den Eindringling aus dem Stock.

Ja, es ist schon spannend, was sich im Laufe der Evolution so alles entwickelt hat. Nach und nach entdecken wir neue, faszinierende Eigenschaften, die Schmetterlinge, aber auch Bienen, Käfer & Co. zu bieten haben.

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Gemeines Blutströpfchen

Doch wir können die Tiere gar nicht so schnell erforschen, wie sie aus unserer Natur verschwinden. Die Gründe sind vielfältig: Die industrielle Landwirtschaft mit ihren Agrarwüsten, den Insektiziden und den „unkrautfreien Feldern“ ist ein gewichtiger Grund. Doch auch der Flächenverbrauch für Baugebiete, Straßen, Gewerbeflächen und Parkplätze spielen eine große Rolle. Selbst in unseren Städten und Gemeinden verschwinden immer mehr Insekten, da Wiesen oder andere geeignete Naturflächen, aber auch Totholz als Nistgelegenheit für Wildbienen und Käfer, wegfallen. In immer mehr Gärten blühen nutzlose Exoten, finden sich leblose Rasenflächen oder gar Flächen aus Schotter und Stein. Das sind alles Gründe, weshalb immer mehr Insekten und andere Arten verschwinden.

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Um herauszufinden, wie es um unsere Insekten aktuell bestellt  ist, findet gerade eine Zähl-Aktion des NABU statt.

Die Deutsche Wildtierstiftung gibt Tipps, was man den Wildbienen Gutes tun kann.

Außerdem gibt es zwei Petitionen, die ich hier jedem Naturfreund ans Herz legen möchte. Der BUND sammelt Unterschriften gegen das Insektensterben.

Und die ÖDP hat eine Europäische Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Diese benötigt bis Mai 2020 eine Million Unterschriften, damit die EU-Kommission aktiv werden muss.

Bei beiden Petitionen gilt wie immer: Bei der Teilnahme werden Daten erfasst, bitte daher die Datenschutzhinweise der jeweiligen Website beachten. Ich übernehme hier keinerlei Haftung.

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