Flasche Klima-Kabinett

Sauerstoff wird überschätzt…?

Jetzt geht‘s los! Die Bundesregierung wird aktiv, denn sie nimmt die Bedenken der Kinder und Jugendlichen ernst, die jeden Freitag auf die Straße gehen. Sie hat erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Dass so keine zukunftsorientierte Politik aussehen kann, dass sie handeln muss. Und damit sie handeln kann, macht sie etwas Spektakuläres. Sie gründet einen Arbeitskreis und gibt ihm den umwerfenden Titel: DAS KLIMA-KABINETT. Dann kann ja gar nichts mehr schief gehen, oder? Naja, das Kabinett besteht aus dem Minister für Verkehr und „gesunden Menschenverstand“ Scheuer, der Ministerin für die industrielle Landwirtschaft, dem Wirtschaftsminister und dem Finanzminister. Ach ja, und da sitzt auch noch die Umweltministerin mit am Tisch, die bereits einen Klimaschutzgesetz-Entwurf vorgelegt hat. – Der von der Union deutlich kritisiert wurde. Wenn die Lage nicht so ernst wäre, könnte man glatt meinen, bei all dem Schauspiel handele es sich um Satire. Alle amüsieren sich darüber, dass in der Ukraine ein Komiker in die Stichwahl ums Präsidentenamt kommt – dabei sitzen in unserer Regierung gleich mehrere Komiker auf der Regierungsbank.

Denn ist es nicht bereits abzusehen, wie die Sache mit dem viel gerühmten Klima-Kabinett ausgehen wird?

Herr Scheuer wird mal wieder darauf plädieren, den Menschen bloß keine Zwänge und Pflichten aufzuerlegen. Er ist ja kein Freund von Tempolimits, Grenzwerten oder gar einschränkenden Regelungen. Vielmehr möchte er die Menschen begeistern und nicht mit irgendwelchen Regeln unter Druck setzen. Alles andere wäre nach seiner Aussage gegen den „gesunden Menschenverstand“.

Wenn wir so denken, warum schalten wir dann nicht mal alle Ampeln auf „Grün“, damit es vorwärts geht, schrauben alle Stoppschilder ab? Und diese doofen Einbahnstraßen sind ja auch nur ein Verkehrshindernis. Weg mit den Schildern – weg mit den Regeln, alle Vollgas geben und durch. Der Stärkere und Schnellere wird gewinnen.

Bloß keine Regeln. Die sind was für Weicheier und Blockierer… Alles darf sein, auch wenn am Ende der große Crash stattfindet, und man vor Abgasen erstickt… Es steht ja schließlich jedem frei zu entscheiden, ob er atmen will oder nicht. Oder ob er umziehen möchte. Take it easy.

Alles bescheuert? Ach was… Auch die Landwirtschaftsministerin wird sagen, dass die Landwirte einen Beitrag leisten werden und dass sie ja auch selbst Interesse an einer intakten Natur hätten. Aber man dürfe sie natürlich nicht überstrapazieren, die armen kleinen Landwirte. Dass jedoch seit Jahren durch Billigpreise und die Subventionierungspolitik diese armen kleinen Landwirte in den Ruin getrieben werden aufgrund politischer Entscheidungen (Subventionierungen, Wegfall der Milchquote,…), und die Mega-Betriebe gestärkt werden, lässt man gerne mal unter den Tisch fallen. Die konnten sich halt nicht behaupten im viel gerühmten Wettbewerb, diese kleinen Landwirte.

Für das Finanz-Ministerium ist der Klimaschutz ja eher nur eine Randerscheinung. Und dass das Wirtschaftsministerium mitverantwortlich dafür ist, dass die Branche der erneuerbaren Energien in Deutschland 80.000 Arbeitsplätze abbauen musste, und dass sich diese Zukunftstechnologien zunehmend in China ansiedeln, das sagt ja wohl alles. Und auch das Festhalten an der Kohlestrom-Produktion über viele weitere Jahre.

Kurz gesagt: Das Klima-Kabinett trägt einen starken Titel. Doch es ist wie bei einer Weinflasche. Auf dem Etikett kann so viel Positives stehen. Wenn die Flasche jedoch leer ist, nur gefüllt mit heißer Luft, ist und bleibt sie eine Mogelpackung.
Und es heißt nicht umsonst: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis…

Klimaschutz ist mehr als grüner Strom

Von der Bundespolitik scheint momentan nicht viel in Sachen Klimaschutz zu kommen. Zumindest bei weitem nicht so viel, wie es nötig wäre, um die selbst gesteckten Klimaschutzziele nicht komplett zu verfehlen und sich bis auf die Knochen zu blamieren.

Was jedoch immer gerne übersehen wird bei all der Klimaschutz-Diskussion, dass großes Potential auch in den Ländern, den Kreisen und den Kommunen vorhanden ist. Und ich rede dabei nicht nur von der Installation von Solaranlagen, von Wärmedämmung oder Windkrafträdern, von Biogas-Anlagen oder CO2-Einsparprogrammen.

Bäume und Sträucher sind hervorragende Alliierte, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht. Denn die speichern jenes CO2, das wir sorglos in die Luft pusten.
Gleichzeitig sind sie sehr hilfreich beim Abmildern der bereits eingetretenen Veränderungen.
Bäume und Sträucher binden beispielsweise Wasservorkommen, was bei Dürreperioden von großem Vorteil ist. Gleichzeitig sorgen sie auch bei Starkregenereignissen und drohenden Überflutungen für einen gewissen Puffer.
Sie regulieren das Mikroklima und helfen nachweislich dabei, während Hitzeperioden die Extreme abzufangen und ein Aufheizen der Siedlungsgebiete zu reduzieren. Das wird immer wichtiger werden, denn die Hitzewellen werden intensiver und länger andauern. Sie bedeuten auch immer größere gesundheitliche Belastungen, Hitzestress und schlaflose Nächte.
Und nicht zuletzt fungieren Pflanzen auch als Luftfilter, nehmen Feinstaub auf und produzieren eine lebenswichtige Zutat für unsere Atmosphäre: Sauerstoff, ohne den wir alle bekanntermaßen ersticken würden!

Keine Regeln, einfach Sägen

Leider fallen immer mehr Bäume und Sträucher „wichtigeren Interessen“ zum Opfer. Hier stehen Bäume im Weg einer neu geplanten Straße. Anderswo müssen Hecken und Bäume einem Baugebiet weichen. Und selbst ein Parkplatz scheint wichtiger zu sein als ein Baum.
Man kann nicht auf ihm parken, in ihm wohnen, über ihn fahren. – Also hat er keinen Wert.
Ja, man kann auch hierin die Scheuer-Logik erkennen: Keine Regeln, einfach Sägen!

Anderswo pflanzt man schließlich einen neuen Baum, als Ersatz für den alten: 1,50 m als Ersatz für einen 25 m hohen Baum… Wie lange es wohl dauern wird, bis dieser neue Baum den Lebensraum des alten ersetzen wird – wenn er es überhaupt kann? Wie lange wird es brauchen, bis er täglich genauso viel CO2 aufnimmt und Sauerstoff abgibt, wie der alte zuvor? Der gefällte Baum jedenfalls gibt bei seiner Verbrennung oder Verrottung das gespeicherte CO2 in die Atmosphäre ab und bis der neue diese Menge kompensiert hat, gehen viele Jahre ins Land.

Man könnte nun die Frage stellen, warum man nicht vermehrt aufforstet, um so das grundlegende Versagen im Klimaschutz ein wenig zu kompensieren. Die Antwort ist klar: Ein Stück Land das bebaut wird bringt mehr Geld, als ein Land, das von irgendwelchen Bäumen und Sträuchern bewachsen wird.

Folgender Spruch ist wohl bekannt, doch man kann ihn eigentlich nicht oft genug in den Raum stellen: Wer glaubt, Geld sei wichtiger als Bäume, der soll doch mal versuchen, wie lange er die Luft anhalten kann, während er sein Geld zählt.

Doch Atmen ist vielen scheinbar nicht so wichtig. Leiden etwa schon einige Gehirne aufgrund Sauerstoffmangels an Denkstörungen? Die Gehirne jener vieler, die gewählt wurden um Schaden vom Volk abzuwenden – was sie scheinbar vergessen haben und den Karren bewusst an die Wand fahren?

Mit Vollgas, ohne Tempolimit und ohne jeglichen Skrupel?!

Zeit, dem etwas entgegen zu setzen. Bäume zum Beispiel, oder Hecken!

 

 

 

 

 

 

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