Nicht Tier, nicht Pflanze – und ein Blauer Schwede…

Was macht man mit einem alten Küchensieb und einem ausgedienten Terrarium? Genau: Selbstversorgung! Und wenn man dann noch Blaue Schweden isst, reicht ein größeres Reststück Draht, guter Mutterboden, ein bisschen Stroh und eine kreisförmige Fläche. Und schon kann es weitergehen – das Experiment.

Das klingt alles etwas seltsam, doch es wird am Ende hoffentlich ein Erfolg werden.
Schon seit Jahren baue ich ja Gemüse und Obst an, momentan freue ich mich über Meerkohl, Feldsalat und Winterpostellein aus dem Garten. Der Giersch ist auch bald wieder dran. Und die ganzen Obstbäume stehen momentan in voller Blüte.

Ebenso seit einigen Jahren experimentiere ich mit der Pilzzucht. Ich hatte hier schon ganz gute Ergebnisse vorzuweisen. Die Zuchtsets sind nicht billig, aber der Geschmack von frisch geernteten Pilzen ist einmalig und keinesfalls mit dem der Supermarkt-Varianten zu vergleichen.
Allerdings hatte ich nach 1-2 Erntewellen meistens das Problem mit der Feuchtigkeit: Entweder ich wartete zu lange mit dem Gießen und das Pilzmycel wurde zu trocken. Oder ich war zu eifrig und das Mycel begann zu faulen. Die Erntewellen waren dann zuende.

Das soll nun anders werden. Frisch gekaufte Shitake-Pilzbrut hat nun ihren Weg in ein ausgedientes Terrarium gefunden. Schließlich soll die Luftfeuchte für die Pilze möglichst hoch sein, was man im Terrarium relativ leicht erreichen kann. Dazu spüle ich die drei Pilzbrut-Klötze jeden zweiten Tag mit klarem Wasser ab und stelle sie wieder zurück ins Terrarium. Es sind nun schon erste Pilzkörper zu erkennen.

Shitake im Terrarium
Shitake im Terrarium

Die Pilzbrut von Champignons hatte ich bisher in offenen Plastiktüten belassen, doch leider wurde sie hierin einfach zu feucht. Und wird ein Substrat zu feucht, kann das Mycel nicht mehr atmen, beginnt zudem zu faulen. Es stirbt nach und nach ab. Deshalb habe ich ein altes Küchensieb sowie zwei andere Plastik-Behälter hervor gekramt und mit Substrat inkl. Pilzbrut befüllt. So kann es abtropfen, beginnt nicht zu faulen und kann atmen. Die Behälter habe ich in eine ausgediente Plastik-Box gestellt und sie mit einem Deckel weitgehend abgedeckt. Ab und zu gieße ich das Substrat, aber eher sparsam. Und vor allem vermeide ich Staunässe.

Pilze in der Kunststoffbox
Pilze in der Kunststoffbox – die rechte Pilzbrut hatte zuvor ein bisschen zu viel Wasser, daher der grünliche Belag darauf. Ist aber jetzt entfernt.

 

Das Gießen meines zweiten Projekts hat sich zunächst als etwas schwierig herausgestellt. Denn von der Oberfläche des Kartoffelturms fließt das Wasser relativ leicht ab und rinnt an der Seite runter.

Der Kartoffelturm ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen – er ist ein Tipp von smarticular.net (Achtung – wie gehabt externer Link)

Da ich nicht genügend Platz im Garten habe, mir aber ein wenig Kartoffelvielfalt ins Gemüsebeet holen wollte, habe ich diese Variante gewählt. Im letzten Jahr hatte ich einige Kartoffeln in größere Pflanzbehälter gelegt und hier auch ganz gute Erfolge gehabt. Allerdings waren diese Behälter rundherum geschlossen, sodass ich nur zwei Knollen hineinlegen konnte, die dann nach oben wuchsen. Im Kartoffelturm konnte ich 15 Knollen unterbringen. Dazu habe ich zunächst eine Schicht Stroh eingebracht und dabei in der Mitte eine Mulde gelassen. Die habe ich mit Erde aufgefüllt und in die Erde, angrenzend an das Stroh, zwei vorgekeimte Kartoffeln hinein gelegt. Die Keime zeigten jeweils nach außen zum Stroh hin, denn da soll das Kraut ja heraus gewachsen kommen. Dann habe ich weitere Erde aufgebracht, die Kartoffeln abgedeckt und wieder eine Schicht Stroh hinein gegeben, wieder Kartoffeln hinein gelegt. – So lange, bis die Knollen alle aufgebraucht waren.

Kartoffelturm
Der Kartoffelturm

Das Positive ist hier natürlich die Platzersparnis. Auch sitzen die Kartoffeln nicht auf der Erde, haben dadurch mehr Luft und sind so vielleicht auch nicht so ganz anfällig für Krautfäule.

Ich bin gespannt auf die Entwicklung und hoffe auf eine reiche Ernte der Blauen Schweden, den länglichen La Ratte, sowie von rot- und gelbschaligen Erdäpfeln.

Und ich freue mich auf das nächste Projekt, das ich in kürze starten werde: Den Erdbeer-Turm… Auch für Erdbeeren ist es vorteilhaft, wenn sie frei hängen und nicht auf der Erde liegen: Kein Schimmel, weniger Schnecken, weniger Verschmutzung.
Und eben Platzersparnis ohne Ende!

Ach ja: Und im Garten, ganz in der Nähe des Kartoffelturms befindet sich seit einigen Tagen ein Pilzbeet mit Rosensaitlingen. 40×50 Zentimter groß, 20 Zentimeter tief und momentan noch geschützt durch ein Frühbeet. Denn wenn Pilze etwas nicht haben können, neben Staunässe, Sauerstoffmangel, Schnecken, Fliegen und Temperaturen über 25°C, dann sind es tiefe Temperaturen.

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