Taubenschwänzchen

Respekt!

Heute möchte ich noch einmal ein paar Gedanken zum Thema „Glück“ loswerden, dessen Grundlage vor allem auch der gegenseitige Respekt ist. – Zwischenmenschlich im täglichen Zusammenleben genauso wie zwischen uns, unseren Mitgeschöpfen und der Natur selbst. Dabei hat das Wort „Respekt“ unterschiedliche Bedeutungen. Der Unterschied liegt vor allem darin, ob der Respekt konstruktiv oder destruktiv geschaffen wird, ob er Wert- oder Geringschätzung ausdrücken möchte.

Respekt ist die Grundlage von funktionierenden, zwischenmenschlichen Beziehungen. Spüre ich, dass ich respektiert werde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich selbst den anderen respektiere.
Ich behandle den anderen so, wie ich selbst gern behandelt werden würde, wäre ich in seiner Situation. Denn das erwarte ich am Ende ja auch von meinem Gegenüber.

Heutzutage scheint leider in einigen Bereichen die Überzeugung vorzuherrschen, man könne sich Respekt verschaffen, indem man das Gegenüber unter Druck setzt.
Sicher folgt man hier einer Bedeutung des Wortes „Respekt“, denn wer sich Respekt verschafft, der „haut mal kräftig auf den Tisch“, lässt eine direkte oder indirekte Drohung los, und dann hört jeder zu. Doch wer mit dem Schlag auf den Tisch und seiner Botschaft über das Ziel hinaus schießt, weil er glaubt sich so Respekt verschaffen und seine Ziele transportieren zu können, der verwechselt diesen „Respekt“ am Ende mit der „Angst“, die er erzeugt.

Verschafft sich also jemand auf diese Art „Respekt“, wird er nicht vom Gegenüber respektiert werden. Vielmehr zeugt dieses Verhalten von seinem eigenen respektlosen, geringschätzenden Umgang, der zudem bei seinem Gegenüber ein Gefühl von Angst und Unsicherheit verursacht. Dieses lähmt, demotiviert und wirkt sich destruktiv aus.

Die Spiegelneuronen

Dies ist ganz einfach zu erklären, denn Menschen wie Tiere besitzen im Gehirn so genannte „Spiegelneurone“*. Mit diesen spiegelt unser Geist das Verhalten unseres Gegenübers, um es interpretieren, fühlen und nachempfinden zu können. Und am Ende spiegeln wir selbst das Verhalten unseres Gegenübers wieder.

Deshalb ist Lachen oft ansteckend, ebenso wie Gähnen. Und wer beschwingt durch die Firma läuft, einen Kollegen freundlich grüßt, und der nur ein grimmiges Gesicht macht, wird zumindest für kurze Zeit auch das Lächeln verlieren.

Wenn mir also jemand respektlos und nicht wertschätzend begegnet, vielleicht sogar eine Drohkulisse aufbaut, wie kann der dann erwarten, dass ich ihm Respekt und Wohlwollen entgegenbringe? Oder dass ich gar offen für seine eigentliche Botschaft bin?

Tritt mir dagegen jemand mit Respekt entgegen, gibt sich anerkennend und wertschätzend, kann er auch von mir Respekt und Anerkennung erwarten, kann mich so motivieren.
Er erreicht dadurch eine positive, konstruktive Reaktion.

Respekt für die Natur

Ähnlich wie bei zwischenmenschlichen Beziehungen sorgt auch unser Umgang mit den Tieren oder der Natur am Ende für eine Gegenreaktion.
Jeder, der ein Haustier hat, wird diese Tatsache bestätigen können.

Aber auch unser Umgang mit der Natur spiegelt sich in ihr wieder. – Ganz ohne Spiegelneuronen. 🙂

Wir bringen der Natur einzig Respekt entgegen, wenn wir von den Naturgewalten reden. Und diese müssen dann nach unserer Meinung eingedämmt werden.

Wir haben Respekt vor Starkregen, Lawinen, Stürmen und Dürren – nicht jedoch vor einem schlüpfenden Schmetterling, einer Wildblumenwiese, den verblüffenden Leistungen der Wildbienen oder der gesanglichen Sprache unserer heimischen Vögel.

Uns fehlt der Respekt vor den vielen positiven Eigenschaften, und deren Wertschätzung.

Zerstören wir die Natur, wird sie uns ihre Wunder nicht mehr offenbaren können, ihre Leistung nicht mehr erbringen.
Reduzieren wir die Vielfalt, sinkt die Anzahl der bestäubenden Insekten und unser mangelnder Respekt wird am Ende zu sinkenden Erträgen oder gar zum Zusammenbruch des gesamten Systems führen.
Zerstören wir den Lebensraum für Vögel wird die Anzahl der Schädlinge steigen, denn ihre natürlichen Feinde haben wir schließlich getilgt. Dadurch werden wir angreifbarer, je mehr wir von unseren Helfern vertrieben oder durch widrige Lebensumstände weggeekelt haben.

So ist es beim Zwischenmenschlichen ebenso, wie beim Umgang mit der Natur: Respekt und Wertschätzung sorgen am Ende für Wachstum und Stärke, Respektlosigkeit für sinkende Erträge und trübe Zukunftsperspektiven.

Kein Unternehmen, keine Gesellschaft und kein Planet können auf Dauer ohne gegenseitigen Respekt funktionieren und existieren! Man kann nur hoffen, dass diese Tatsache endlich den Weg in die Köpfe von Managern, Geschäftsführern, Politikern, aber auch ins Bewusstsein unserer gesamten Gesellschaft findet. Nur mit Wertschätzung kann ein Kollaps der Systeme noch verhindert werden.

 

*Wen das Thema der Spiegelneurone näher interessiert, dem kann ich nur das Buch „Warum ich fühle, was du fühlst“ von Joachim Bauer (Heyne-Verlag) empfehlen.

 

 

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Respekt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s