Komm, sei ein Frosch!

Schon mal von der Story mit den vier Fröschen gehört? Jene, die sich für einen Wettkampf entscheiden und einen Berg erklimmen wollen? Die umstehenden Zuschauer sind skeptisch und rufen: Das schaffen die nie! Die werden noch den Abgrund runter fallen! Frösche können keine Berge erklimmen, das geht doch gar nicht! Drei der Frösche geben auf, nur der vierte hüpft weiter, als sei nichts gewesen. Und er erreicht das Ziel. Das hat einen ganz besonderen Grund und ich frage mich immer öfter, ob wir nicht auch mal so sein sollten, wie dieser eine Frosch…

Denn dieser eine Frosch ist taub!

Wer genau diese Geschichte verfasst hat, konnte ich leider trotz Recherchen nicht herausfinden. Doch sie erscheint mir zu Beginn des Jahres 2019 ganz passend zu sein. Gerade nach den Gedanken zum Glück ist es mir heute ein Bedürfnis, die Frage nach dem Glück noch ein bisschen intensiver zu verfolgen.
Schließlich besagt ja auch eine alte Volksweisheit „Der Mensch ist seines Glückes Schmied.“
Doch ist das wirklich so? Kann der Mensch sein Glück beeinflussen?
Und was hat das alles damit zu tun, die Welt ein Stück weit grüner zu schreiben? – Wie passt es auf den Grünschreiber-Blog?

Die Nachrichten widern mich an

In letzter Zeit sind mir die Abendnachrichten mehr und mehr zuwider. Einerseits liegt das daran, dass manche Meldungen angesichts der weltweiten Entwicklungen oftmals banal erscheinen und von Spekulationen überhäuft sind. Andererseits tauchen auch immer mehr Horror-Meldungen auf. Skandale, Eklats, Pauschalisierungen und herbeigeredete Empörungswellen mögen den Zeitungen Spitzenauflagen bescheren, den Nachrichtensendungen hohe Einschaltquoten.

Doch dieses hysterische, panische und skandalsüchtige Getue sägt mir mehr und mehr an den Nerven, und zerstört zugleich die Rolle der Medien in der Gesellschaft. Sie sollen nämlich informieren, und nicht dramatisieren.

Mich ekelt das einfach nur noch an! Wieso muss man bitte jeden dummen und historisch bedenklichen Kommentar von rechten oder anderen Dumpfbacken derart aufbauschen? Warum muss man das Theater zwischen den Unionsparteien mit Seehofers Sticheleien so thematisieren? Und weshalb bekommt ein 20-jähriger Hobby-Computerhacker derart große mediale Aufmerksamkeit, der die Daten weniger (wenn auch berühmter) Menschen ins Netz stellte, während regelmäßig Millionen und Milliarden Nutzerdaten von Großkonzernen über dunkle Kanäle an dubiose Stellen wandern? Wieso bekommt heutzutage jeder Idiot ein Mikrophon vor die Nase gestellt, während die, die wirklich etwas Sinnvolles zu sagen haben, totgeschwiegen werden?

Trump bekommt stets ein offenes Ohr der Medien, mögen seine Aussagen noch so abwegig sein, so wenig Sinn ergeben. Zugleich sind Personen, die Wichtiges und vor allem Intelligentes zu sagen hätten (z.B. Alexander Gerst mit seiner Botschaft zum Erhalt der Erde, hier der Link zu Youtube) oft nur eine Randnotiz wert.

Plumpe Skandalmeldungen überdecken die wahren Probleme dieser Welt und beschäftigen uns, während der Klimawandel immer weiter voranschreitet, die Arten sterben, die Wälder Palmölplantagen weichen, die letzten moralischen Hürden der Genveränderung fallen, Insekten und Bienen aussterben, die Meere mit Müllstrudeln überfüllt sind, unsere Lebensgrundlagen mit Nervengiften (Pestiziden) oder Glyphosat vergiftet werden.

Natürlich tauchen auch Meldungen auf, die unsere Umweltprobleme thematisieren. Das heißt, sie thematisieren nicht wirklich: Auch sie skandalisieren, dramatisieren und frustrieren.

Da ist die Rede von einem Meeresanstieg um 60 Meter, bedingt durch die Klimaerwärmung. Man spricht von Dürren, Milliarden Flüchtlingen, sterbenden Arten, Hunger, Durst, Krankheiten, Seuchen, der Apokalypse.

Man berichtet über alles, was nicht geht. Und tut sich in der Ferne ein Hoffnungsschimmer auf, verdeckt man ihn schnell mit einer dicken, fetten Regenwolke. Schließlich kommen Horror-Schlagzeilen einfach sehr viel besser an.

Gutes? – Man tut es!

Es gäbe genügend Potential für Positivmeldungen, denn auf der Welt passieren jeden Tag tolle Dinge! Es werden Wälder aufgeforstet, es werden Arten gerettet, Natur wird vom Müll befreit, Länder verbieten Plastikverpackungen oder Pestizide.
Würde man über diese positiven Beispiele mehr berichten, sie in einen Kontext mit den Problemen setzen, dann könnte man zur Nachahmung aufrufen und gute Beispiele aufzeigen. Und es entstünde ein echter Druck auf all jene, die sagen: „Das können wir nicht! Das kostet Arbeitsplätze! Das müssten wir mal prüfen und eine Kommission 4711 einsetzen und erst mal aussitzen.“ Dann könnten all jene Zögernde, all jene Zaudernde sich nicht mehr herausreden, sondern müssten handeln, da man sieht, wie es anderswo auch geht!

Schnee im Winter???!!!

Stattdessen redet man in den Medien vom Dritten Weltkrieg, wenn Putin und Trump mal wieder die Säbel rasseln lassen, spricht fast inflationär in jedem Herbst und Winter von einer katastrophalen Seuche, die aus Asien zu uns herüberschwappt und uns alle auszurotten droht. Oder von Durchfallkeimen in Hähnchen aus der Massentierhaltung – aus denen man nicht lernt, dass die Tiere falsch gehalten werden, sondern fragt, wie man denn die Bedingungen steriler machen könnte…

Sogar selbstverständliche Wetterereignisse im Dezember werden als „Schneewalze“ oder „Mega-Winter“ bezeichnet, die über uns hereinbrechen wie eine außerirdische Invasionsarmee.
Wo man früher die Schlitten aus den Kellern holte um seinen Spaß zu haben, packt man heute besser die Keller mit Vorräten voll, damit wir nicht alle sterben müssen, bei diesen sooo extrem außergewöhnlichen Schneefall-Ereignissen,  mitten im Winter…

Vor dem gesamten Hintergrund katastrophaler und sensationeller Meldungen der Superlative wäre es wohl das Beste, sich schon mal eine passende Linde zu suchen, ein Loch zu graben und zu warten, bis man von Hitzschlag und Dürre dahingerafft wird… Oder vom Schnee erschlagen???

Das heißt: Kann sich die Linde überhaupt an den Klimawandel anpassen? Naja, bei einem Anstieg des Meeresspiegels von 60 Metern könnten sich viele Menschen, die am Meer leben, das Loch zumindest sparen…

Pessimismus? – Schluss!

Nein, dies soll keine Verharmlosung des Klimawandels sein! Ich möchte unsere Probleme auch nicht ins Lächerliche ziehen. – Ganz im Gegenteil!

Ich möchte nur endlich dieses frustrierende, erschlagende, apokalyptische Bild loswerden, das sich einem bietet, wenn man die Nachrichten verfolgt.

Wer sich die ganzen schlechten Nachrichten anhört und ihnen Glauben schenkt, der wird schnell sehr frustriert sein, und wird resignieren.

Er wird wie die drei Frösche sagen: Das schaffen wir eh nicht!

Und nein, er wird nicht mehr für eine bessere Welt einstehen, wird nicht mehr versuchen, sein Handeln zu ändern. Wenn das Kind ohnehin schon in den Brunnen gefallen ist, kann man ihm nicht mehr helfen und einfach so weiter machen wie bisher.

Resignation und Pessimismus sind destruktive Eigenschaften. Sie werden die Probleme nicht lösen, sie sind das Problem!

Und genau das können wir uns gar nicht leisten!

Allgemein gesehen ist es sinnvoll, endlich von diesem problemorientierten Denken wegzukommen!

Das treibt nämlich nicht nur unsere Erde in die Krise, sondern auch viele kleine Welten.

Eine solche Denkstruktur schafft gefühlt ausweglose Situationen bzw. verfestigt sie. Wenn ich immer und immer wieder auf ein Problem schaue, so kann ich irgendwann gar nichts anderes mehr wahrnehmen.

Ein Bayer für Bayer

Das Problem erfüllt nicht nur meine Augen, es erfüllt auch meinen Geist und kreist immer wieder in meinem Kopf herum.

Wenn ich problemorientiert denke, verändert sich meine Gehirnstruktur und bestimmte neuronale Netze bilden sich immer weiter aus. Je größer diese „negativen Netze“ sind, desto öfter werden sie von meinem Gehirn genutzt. Eine negative, problemorientierte Denkstruktur etabliert sich und versperrt somit den Blick auf Lösungen.

Und diese Lösungen sind da! Es gibt immer andere Wege, und es gibt immer Alternativen. Oftmals hilft es dabei schon, die Perspektive zu ändern, der Situation einen neuen Rahmen geben.

Zeit für einen Perspektivwechsel

Mit Hilfe des Reframings können wir es schaffen, einen gänzlich anderen Blick auf eine Situation zu finden.

Ein Beispiel aus meiner Vergangenheit:
Ich nahm einmal an Bewerbergesprächen für Jugendliche teil, die eine Ausbildung zum Verkäufer machen wollten. Eine Bewerberin war sehr zurückhaltend und schüchtern. Sie brachte nur ein kurzes „Ja“ oder „Nein“ heraus, aber so richtig kam sie nicht aus der Deckung. Auf die Frage, was sie denn für Stärken hätte, hatte sie nichts anzubieten. Dafür kannte sie ihre Schwäche ganz gut: „Ich bin so ruhig, rede nicht so viel.“, sagte sie.

Und mir kam dabei spontan in den Sinn: „Ah, wenn Sie nicht viel reden, dann könne Sie bestimmt gut zuhören.“

Die Bewerberin wirkte sichtbar entspannter und redete auch ein bisschen mehr. Offenbar hatte ihr dieser Gedanke ganz gut gefallen.

Nun wurde sie am Ende natürlich nicht als Azubi eingestellt. Das passte einfach nicht zu ihrer ruhigen Art. Aber das war auch gut so. Ihre Stärke lag einfach eher im Zuhören oder auch im stillen Arbeiten.
Und vielleicht ist ihr das ja in der Zwischenzeit auch bewusst geworden, weshalb sie einen Job gefunden hat, der zu ihr passt. Und nicht nach einer Notnagel-Ausbildung etwas arbeiten muss, was ihr absolut widerspricht.

Kurz gesagt: Das Reframen wandelt gezielt eine problembelastete Situation um, und ermöglicht so einen neuen Blick auf die Sache.

Warum werfen wir also nicht auch mal einen neuen, lösungsorientieren Blick auf unser Leben? Und auf unsere Welt? Und tauchen aus dem ganzen Strudel schlechter Nachrichten einmal auf?

Ente auf Tauchgang...
Ente auf Tauchgang…

Mal weg von den Problemen, hin zu den Lösungen!

Fairer Handel, Biolebensmittel, gesünderes Essen und Fleischverzicht, weniger aber dafür gute Klamotten,… Weniger konsumieren, dafür bewusst das Konsumierte genießen und nutzen – und für den geringeren Konsum weniger schuften müssen… Weniger Stromfresser, dafür guten Ökostrom nutzen… Den Urlaub mit dem Flugzeug, den langen Wartezeiten am Flughafen und den langen Flug selbst durch Reisen mit Auto, Bahn und Bus ersetzen… Alle reden vom Insektensterben – wir pflanzen bunte Blumen und Bäume, erfreuen uns an ihren Farben und an den Vögeln in ihren Ästen, anstatt den Vorgarten mit Steinen und Schotter zur Wüste zu machen.

Wir füttern die Wildvögel ganzjährig mit Körnern, bieten ihnen Nistkästen, anstatt über das Artensterben zu jammern.

Anstatt uns Gedanken um den Weltfrieden zu machen, sorgen wir zunächst einmal für Frieden in uns selbst, um uns herum, bestehen nicht überall auf unserem Recht und auf unsere Interessen – nicht im Straßenverkehr, im Job, in der Familie. Das ist entspannter für uns, harmonischer für das Umfeld und sorgt für eine bessere Atmosphäre.

Probieren wir doch einfach mal das Reframen aus. Das kann Wunder wirken – ganz ehrlich! Wenn uns nächstes Mal wieder etwas aus der Ruhe bringt, uns Sorgen bereitet, wenn ein Problem bei uns anklopft, dann versuchen wir es einfach mal: Wir suchen nach etwas Gutem, nach etwas Produktivem, wir suchen gezielt nach der Lösung und der Chance.

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Zeit zum Starten…

Denn am Ende steckt in jeder Krise auch die Möglichkeit der Veränderung. In jedem Mist steckt Dünger. Das gilt im Kleinen wie im Großen.

Die Welt ändert sich jeden Tag!

Die Menschheit hat die große Chance, aufgrund der weltweiten Krise ein für alle Mal eine bessere Welt zu schaffen.

Sie kann den Egoismus besiegen – ja sie muss es tun, um am Ende überleben zu können. Alle müssen an einem Strang ziehen lernen, was zugegebenermaßen recht schwierig erscheint. Aber die Welt  ist doch bereits sehr viel näher zusammengerückt:

Wir schaffen es schließlich, ein WorldWideWeb aufrecht zu erhalten und stehen durch dieses in engem Kontakt miteinander. Wir sind miteinander vernetzt und hätte man das meinem Großvater in seiner Jugend erzählt, der 1910 geboren wurde, er hätte einen für verrückt erklärt. – Unmöglich: Ein Datennetz, das weltweit Milliarden Menschen miteinander verbindet und mit dem wir praktisch in Echtzeit miteinander kommunizieren können.

Selbst wenn ich an meine Kindheit denke, die in den Achtzigern stattfand, hätte ich niemals ein solches Internet für möglich gehalten, das heutzutage existiert.

Wir können also miteinander kommunizieren, also können wir uns auch austauschen, uns vernetzen und ganz viele positive Dinge bewirken. Wir sind weitaus mehr als die wenigen, die über unsere Köpfe hinweg unsere Welt vernichten.

Und wir können sehr wohl etwas verändern: Die Welt ändert sich ja jeden Tag!

Wir müssen nur die Hebel an den richtigen Stellen ansetzen, Lösungen erzielen wollen – und nicht Probleme verwalten!

Viele wollen es uns einreden, dass „die da oben“ sowieso machen, was sie wollen. Und dass man ohnehin nichts ändern kann. Das ist ja auch im Interesse für „die da oben“, wenn wir nichts tun, sie so weiter machen lassen wie bisher und schweigen. Da ist es denen auch ganz recht, wenn wir denken, wir könnten ja eh nichts ändern. Und wenn wir das denken, versuchen wir es nicht einmal. Wir machen unser Glück und das Glück der Welt von anderen und deren Meinung abhängig. Dabei liegt es tatsächlich in uns selbst, in unserem Bewerten, dem Handeln und dem Empfinden.

Wir sollten daher einfach mal zum tauben Frosch werden, der erfolgreich seinen Weg geht, weil er nicht hört, dass er ihn gar nicht gehen kann!

Und schon erreichen auch wir unser Glück und unser Ziel – schneller als wir denken.

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