Advent, Advent – der Urwald brennt

In der Advents- und Weihnachtszeit brennen überall Kerzen – wahrscheinlich so viele wie in keiner anderen Zeit des Jahres. Kein Wunder: Es ist dunkel, es ist kalt und Kerzen spenden ein wärmendes Licht. Zugleich wirkt es schön besinnlich, wenn eine Kerzenflamme flackert. Eine brennende Kerze ist auch Sinnbild der Hoffnung und somit des Weihnachtsfestes. Sie bringt Licht in die größte Dunkelheit. Doch es ist nicht alles Hoffnung, was da in unseren Wohnzimmern schimmert. In vielen Kerzen steckt ein zerstörerischer Stoff.

Palmöl ist vielen von uns bekannt als umweltschädlich. Kein Wunder: Ölpalmen wachsen hauptsächlich in Äquatornähe, wo auch die schwindenden Regenwälder dieser Welt ihren Platz haben. Und das aus ihnen gewonnene Palmöl ist zum Exportschlager vieler Staaten geworden. Das ist ökonomisch wünschenswert für die Menschen vor Ort, die so eine (bescheidene) Einkommensquelle zur Verfügung haben. Dies ist jedoch nicht von Dauer, die Arbeitsbedingungen sind oft katastrophal und die Folgen für die Umwelt zerstörerisch: Die Insel Borneo wird in absehbarer Zeit 50% ihrer bewaldeten Fläche verlieren, damit man hier Ölpalmen anbauen kann. Dies hat fatale Folgen für den Wald als Lebensraum und „Klimaschützer“. Viele Orang-Utans verlieren beispielsweise schon heute ihre natürlichen Lebensräume, verbrennen bei Rodungen, werden gefangen und auf Märkten als besonders exotische Haustiere verkauft. Sie fristen bei ihren „Besitzern“ ein trauriges Dasein, werden krank und verhaltensgestört.

Palmöl ist ein billiger, leicht zu verarbeitender Stoff, der in immer mehr Produkten seine Anwendung findet. So landet er auch in den Adventskerzen, die wir anzünden, um Hoffnung zu geben und Licht in die Dunkelheit zu bringen… Zwar besteht die Mehrheit der verkauften Kerzen momentan noch aus Paraffin, einem Erdölprodukt. Doch ist das wirklich besser? – In Zeiten des Klimawandels und angesichts gewaltiger Öl-Katastrophen wie im Golf von Mexiko vor einigen Jahren?

Dabei gibt es durchaus ökologische Alternativen, die zudem gesünder sind. Denn gerade Kerzen aus Paraffin geben Feinstaub und Gifte an die Umgebung ab, was sicherlich kein Beitrag zur Gesundheit ist.

Bienenwachs
Eine dieser Alternativen ist eine mehrfach nachhaltige: Der örtliche Imker hat vielleicht Bienenwachs-Kerzen im Angebot. Sie bestehen in der Regel zu 100% aus Bienenwachs, stammen aus der Region, man unterstützt dadurch auch noch den Imker, der mit seinen Bienen einen wichtigen Beitrag zum regionalen Ökosystem leistet. Bienenwachskerzen duften außerdem herrlich und man kann sie daher guten Gewissens nutzen.
Beim Imker gibts auch noch leckeren Honig für die Weihanchtsbäckerei… – Warum also nicht beides miteinander verbinden? 🙂
Wer keinen Imker um der Ecke hat, kann die Kerzen auch online z.B. bei der Imkerei Marquard bestellen. (Bitte beachten: Wie immer führt dieser Link zu einer Website, mit der ich nicht in Verbindung stehe und daher auch keine Haftung für Inhalte dort übernehme…)

Außerdem gibt es auch noch Kerzen, die aus Sonnenblumen- und Rapsöl besehen. Doch aus meiner Sicht sind Bienenwachskerzen die nachhaltigste Alternative, da man mit ihnen gleich mehrfach einen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann.
Sie sind übrigens nicht horrend teuer, natürlich etwas teurer als die Paraffin-Billigware beim Discounter. Doch auch hier kann man das Motto beherzigen: Besser Klasse statt Masse.
Die Bienenwachskerze brennt dann eben in dem Bewusstsein etwas kürzer, dass man dadurch nicht am Abfackeln der letzten Urwälder beteiligt ist, sondern mit ihr wirklich ein großes Stück Hoffnung in die Welt trägt…

 

 

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